Zitat des Tages

30. Juli 2015 at 22:31

 

 

 

„They say we only use a fraction of our brain’s true potential. Now that’s when we’re awake. When we’re asleep, we can do almost anything.“

 

 

 

 

Kingsman: The Secret Service

27. Juli 2015 at 19:59

 

 

 

Kingsman: The Secret Service (2014)
Kingsman: The Secret Service poster Rating: 7.9/10 (215068 votes)
Director: Matthew Vaughn
Writer: Jane Goldman (screenplay), Matthew Vaughn (screenplay), Mark Millar (comic book "The Secret Service"), Dave Gibbons (comic book "The Secret Service")
Stars: Adrian Quinton, Colin Firth, Mark Strong, Jonno Davies
Runtime: 129 min
Rated: R
Genre: Action, Adventure, Comedy
Released: 13 Feb 2015
Plot: A spy organization recruits an unrefined, but promising street kid into the agency's ultra-competitive training program, just as a global threat emerges from a twisted tech genius.

 

 

 

Manners maketh man. Do you know what that means? Then let me teach you a lesson.”

 

 

 

Die Kingsmen sind eine geheime Spionage-Organisation, die von London aus weltweit operiert, um den Weltfrieden sicher zu stellen. Sie agieren vollkommen ungebunden durch Grenzen, Regierungen oder ähnliche Restriktionen und unbemerkt von der Öffentlichkeit. Moderne Ritter der Tafelrunde und formvollendete Gentlemen, deren Decknamen wie Lancelot, Galahad, Arthur oder Merlin dann auch eben dieser Artus-Sage entspringen. Als einer aus ihren Reihen bei einem Einsatz ums Leben kommt, soll ein Nachfolger auserkoren werden, und Harry „Galahad“ Hart sieht großes Potential in dem Straßenjungen Gary „Eggsy“ Unwin. Dieser muss sich jedoch zunächst einem knallharten Auswahlprogramm stellen und die Konkurrenz ist nicht ohne. Gleichzeitig taucht der exzentrische und größenwahnsinnige Milliardär Richmond Valentine plötzlich auf der Bildfläche auf und scheint seinen ganz eigenen Plan zu verfolgen, um das Problem der Überbevölkerung endgültig zu lösen….

 

Mit Kingsman: The Secret Service hat Regisseur Matthew Vaughn nach Kick-Ass nun schon zum zweiten Mal einen Comic von Mark Millar adaptiert. Zwischendurch verhalf er der X-Men-Reihe mit seinem überaus gelungenem Reboot First Class zu neuem und frischem Glanz, der Mann kennt sich also aus in der Welt der Comics und man spürt bei allen seinen Filmen deutlich, dass er auch wirklich liebt, was er da tut. Schon sein Debüt Layer Cake gab 2004 dem Genre des britischen Gangsterfilms neue Impulse und verhalf keinem geringeren als Daniel Craig endgültig zum Durchbruch und damit auch zu seiner Rolle als James Bond. Insofern ist es irgendwie auch ein wenig ironisch, dass sich sein neuester Film dann als waschechte Parodie und Hommage in einem auf all die alten Agentenfilme entpuppt. Der Kreis schließt sich, wenn man so will. Und ganz ehrlich, so viel kann ich euch schon mal verraten: Kingsman hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Irgendwie ging der Film völlig zu Unrecht ein bisschen unter, was schade ist, gehört er doch bisher zu meinen Highlights des Jahres, und wem Kick-Ass noch zu zahm war, der kommt hier definitiv auf seine Kosten. Auf rotzfreche und gleichzeitig dennoch ungemein charmante Art und Weise vermischt Kingsman die Gewalt und die Anarchie aus Kick-Ass mit dem Witz und der Eleganz der alten James Bond-Filme, verpasst dem ganzen einen gehörigen Schuss The Avengers (Mit Schirm, Charme und Melone…. nicht das Marvel Kasperletheater… 😉 ) und einem winzigen Hauch Men In Black, wenn es um Eggsy´s Ausbildung geht. Klingt abgedreht, ist es auch, aber dazu erstaunlich homogen und es funktioniert ganz hervorragend. Vaughn gelingt hier eine nahezu perfekte Mischung aus Parodie und Hommage an eine Zeit, als Agentenfilme noch lustig und haarsträubend weit hergeholt sein durften und nicht todernst und bedeutungsschwanger sein mussten, sein Film ist hemmungslos überdreht, aber nie respektlos seinen Vorlagen gegenüber, er ist voller absurder und bizarrer Einfälle, aber gleichzeitig auch herrlich selbstironisch und kommt mit einem fetten Augenzwinkern daher.

 

 

 

„Do you like spy movies, Mr. DeVere?”

 

„Nowadays, they’re all a little serious for my taste. But the old ones… marvelous. Give me a far-fetched theatrical plot any day.”

 

 

 

Zudem spielt Kingsman auf ausgesprochen gekonnte Art und Weise mit einer Metaebene, die man so in einem solchen Film kaum vermuten würde, der Plot ist voller Anspielungen, Referenzen und Zitate auf Vorbilder, mal etwas offensichtlicher, mal etwas weniger, und verbindet das ganze mit Verweisen auf die heutige Zeit (Stichwort: Happy Meal). Matthew Vaugh scheut sich auch absolut nicht, einen ebenso grandios inszenierten wie völlig übertriebenen, beinahe fünfminütigen Gewaltexzess in seinen Film zu integrieren, ja, diesen sogar hemmungslos auszukosten und zu zelebrieren, unterlegt mit dem Song Freebird der Band Lynyrd Skynyrd. Angesichts des Kontexts Ironie pur. Ständig wird über Filme gesprochen oder es werden welche zitiert, meist sogar ganz explizit, völlig anders als bei Tarantino zum Beispiel, der eher seine Bilder sprechen lässt und so seinen Vorbildern huldigt, aber Kingsman schafft es, dass das zu keiner Sekunde lächerlich oder aufgesetzt wirkt. Übertrieben, ja, aber immer auch liebevoll charmant. Selbst klassische Lyrik kommt zum Einsatz, Harry Hart zitiert nur zu gern Ernest Hemingway oder William Horman, der Film flankiert das dann aber auch immer wieder mit Filmzitaten oder Zeilen aus Rapsongs. Ebenso spannend ist auch anfangs der (im englischen Originalton noch stärker hervortretende, aber auch nicht immer wirklich zu verstehende) Spagat zwischen Hart´s geschliffenem britischen Akzent und Eggsy´s Gossenslang. So ist auch die Besetzung des Harry Hart mit keinem geringeren als Colin Firth absolut gelungen, so passend wie gleichzeitig völlig gegen den Strich gecastet, den perfekten englischen Gentleman verkörpert er mühelos und sprühend vor Charme, aber so hat man ihn dennoch garantiert noch nie erlebt. Dazu gesellen sich mit Michael Caine und Mark Strong noch zwei weitere Hochkaräter des englischen Films, wenn auch ihre Rollen doch bedeutend kleiner ausfallen. Der noch völlig unbekannte Taron Egerton gibt als Gary „Eggsy“ Unwin zwischen Gosse und Abendgarderobe wandelnd ebenfalls eine gute Leistung ab, die noch etwas besser angesichts der Tatsache ausfällt, dass Kingsman erst sein zweiter Film überhaupt ist. Das heimliche Highlight ist dann aber die Performance von Samuel L. Jackson als größenwahnsinniger Bösewicht in allerbester Bondmanier. Sein Richmond Valentine ist ein regelrechter Superschurke, eine absurde Mischung aus Ernst Stavro Blofeld, Mark Zuckerberg, Steve Jobs, Kanye West und einem zickigen Kind, garniert mit einem grandiosen Sprachfehler, den man tatsächlich nie über hat. Dass er kein Blut sehen kann, ohne sich zu übergeben, aber Berge von Leichen hinterlässt, oder Cheeseburger mit edlem Wein kombiniert, das sind nur einige seiner eigenwilligen Marotten. Beinahe alle Szenen mit seiner Anwesenheit führen unwillkürlich zu Schmunzlern und Lacher und Samuel L. Jackson war schon lange nicht mehr so unterhaltsam ohne zu nerven.

 

Kingsman: The Secret Service ist durch und durch eine absolute Überraschung, der Film ist rotzfrech, durchgängig unterhaltsam und gelegentlich wirklich witzig, gerade auch weil er manchmal hemmungslos überdreht daherkommt. Eine wirklich gelungene Hommage an die alten Agentenfilme, stellenweise eine regelrechte Parodie, die ihre Vorbilder aber nie der Lächerlichkeit preisgibt. Ein hohes Tempo, schlagkräftige Dialoge und die eine oder andere absurd brutale Szene ergeben hier einen Film, der wirklich wahnsinnig viel Spaß macht und leider bisher ein wenig untergegangen ist. Für mich auf jeden Fall zusammen mit Mad Max: Fury Road, John Wick und Inherent Vice ein klares Highlight bisher in diesem Kinojahr.

 

8 von 10 kugelsicheren Regenschirmen

 

 

 

Zitat des Tages

26. Juli 2015 at 17:25

 

 

 

„Let’s never come here again because it would never be as much fun.”

 

 

 

 

Blackhat

25. Juli 2015 at 16:31

 

 

 

Blackhat (2015)
Blackhat poster Rating: 5.4/10 (22993 votes)
Director: Michael Mann
Writer: Morgan Davis Foehl
Stars: Chris Hemsworth, Leehom Wang, Wei Tang, Viola Davis
Runtime: 133 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Drama
Released: 16 Jan 2015
Plot: A furloughed convict and his American and Chinese partners hunt a high-level cybercrime network from Chicago to Los Angeles to Hong Kong to Jakarta.

 

 

 

„This isn’t about money. This isn’t about politics. I can target anyone, anything, anywhere.”

 

 

 

Als das Computersystem eines chinesischen Atomkraftwerks von Hackern angegriffen und die Kühlung der Brennstäbe manipuliert wird, ruft das verschiedene Abteilungen der chinesischen Regierung auf den Plan. Der IT-Sicherheitsexperte Chen Dawai soll zusammen mit seiner Schwester den Hackern auf die Spur kommen und findet den fragmentarischen Teil eines Codes, den er einst am MIT zusammen mit seinem alten Studienfreund Nick Hathaway geschrieben hat. Der jedoch sitzt zur Zeit wegen Computerkriminalität im Gefängnis, weswegen die Kooperation mit den amerikanischen Behörden unumgänglich wird, soll Hathaway doch tatkräftige Unterstützung leisten. Nachdem schließlich auch noch die New Yorker Börse gehackt wird, bietet man Hathaway einen Deal an: Straffreiheit für die Jagd nach den Hackern. Eine regelrechte Schnitzeljagd rund um die Welt entbrennt…

 

Blackhat ist der neueste Film von Regisseur Michael Mann, der Licht wie Schatten in seiner Karriere zu verbuchen hat. So ist beispielsweise sein Film Manhunter (hierzulande auch bekannt als Blutmond und später nochmal neu verfilmt als Roter Drache) von 1986 in allen Belangen sehr gut gelungen und Heat, diesen herausragenden Meilenstein der Filmgeschichte, hat er 1995 auch inszeniert, ein unsterblicher Klassiker und einer der besten Filme aller Zeiten. Auch Collateral ist ein durchgängig stimmungsvoller Thriller, der deutlich über dem Durchschnitt liegt und erneut Mann´s eigenwilligen Stil der Inszenierung unterstreicht und etabliert. Er hat aber auch Totalausfälle wie Miami Vice und Public Enemies zu verbuchen, Filme, die buchstäblich die Zeit nicht wert sind, die man mit ihnen vergeudet. Jetzt also Blackhat, ein Actionthriller rund um Cyberkriminalität, diese gesichtslose Bedrohung aus dem World Wide Web. Ein durchaus aktuelles wie brisantes Thema, das reichlich Potential zu bieten hat. Nur müsste man dieses auch wirklich nutzen, was Mann leider nicht mal ansatzweise gelingt. Vor allem ist Blackhat zu lang und zu zäh geraten, zwischendurch zieht sich der Film wie ein alter Kaugummi, er findet seinen Rhythmus nicht und kann sich nicht entscheiden, ob er jetzt doch lieber Actionfilm oder eher HiTech-Thriller sein möchte. Spannung kommt so gut wie nie auf, denn die Handlung ist allzu offensichtlich und vorhersehbar geraten, stets weiß man, was als nächstes passieren wird, wirkliche Überraschungen hat Blackhat nicht zu bieten. Die Handschrift von Michael Mann ist zwar allgegenwärtig, sein ausgeprägtes Faible für nächtliche Neonszenerien ebenso wie seine unterkühlte Distanz, aber er zitiert sich inzwischen einfach viel zu oft selbst. Egal, ob Heat, Collateral oder Miami Vice, von allen lassen sich Elemente in Blackhat wiederfinden, der Film wirkt nicht wie eine Weiterentwicklung seines Schaffens, sondern eher wie eine blasse Kopie. Mann verlässt sich zu sehr auf die Kraft seiner Bilder, und die sind ja auch wirklich gelungen, das kann man dem Film absolut nicht vorwerfen, visuell ist er hervorragend, aber das allein reicht nicht aus, wenn dann sonst nichts mehr geboten wird. Sein Stil war Mann schon immer wichtig, aber so sehr style over substance wie in Blackhat war es noch nie, höchstens noch bei Miami Vice, und er dreht sich permanent im Kreis, immer und immer wieder schön um die eigene Achse und sich selbst zelebrierend. Die Story bleibt dabei auf der Strecke und der Zuschauer auch. Zudem ist Chris Hemsworth als Elektronikgenie und Tastenjongleur Nick Hathaway eine totale Fehlbesetzung, den genialen Hacker kann man ihm zu keiner Sekunde abnehmen und zu allem Überfluss darf er hin und wieder völlig deplatziert seinen Körper zur Schau stellen. Der Rest des Cast ist kaum erwähnenswert, ist aber eigentlich auch egal, da ohnehin alle Figuren immerzu laut „Klischee!“ schreien, die überflüssige und seltsam hinein gestopft wirkende Lovestory fällt da schon gar nicht mehr ins Gewicht.

 

Blackhat ist visuell hervorragend, erzählerisch aber sehr zerfasert und uninspiriert. Die Handlung entwickelt sich viel zu langsam, das unglaubwürdige Finale dagegen ist viel zu schnell und plötzlich vorbei, und der Film ist oft haarsträubend unlogisch. Ein schwaches Drehbuch und die schlechten schauspielerischen Leistungen nahezu aller Beteiligten runden das Ganze ab. Letztlich dreht sich Michael Mann selbstverliebt um sich selbst und zitiert permanent seine eigenen Werke, das wirkt schnell ermüdend und langweilt. Wahrlich keine seiner Sternstunden und ganz sicher nicht mal ansatzweise in der Nähe eines Heat, nicht einmal eines Collateral, sondern viel mehr ganz nah bei Miami Vice. Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold.

 

4 von 10 Superhackern mit Nahkampfausbildung und Schusswaffentraining