Zitat des Tages

28. August 2015 at 20:47

 

 

 

„It’s like all my life I’ve just been going, going, going. Wish I’d taken more time to stop and smell the roses so to speak. Guess it’s too late for that now.“

 

 

 

 

Housebound

27. August 2015 at 14:08

 

 

 

Housebound (2014)
Housebound poster Rating: 6.8/10 (16152 votes)
Director: Gerard Johnstone
Writer: Gerard Johnstone
Stars: Morgana O'Reilly, Rima Te Wiata, Glen-Paul Waru, Ross Harper
Runtime: 107 min
Rated: NOT RATED
Genre: Comedy, Horror, Thriller
Released: 4 Sep 2014
Plot: Kylie Bucknell is forced to return to the house she grew up in when the court places her on home detention. Her punishment is made all the more unbearable by the fact she has to live there ...

 

 

 

„Ghosts have a lower body temperature than humans.”

 

 

 

Nach einem missglückten Überfall auf einen Geldautomaten wird die junge Kylie Bucknell nicht nur gefasst, sondern auch dazu verurteilt, einen achtmonatigen Arrest samt elektronischer Fußfessel im Haus ihrer Mutter abzusitzen. Das allein ist schon der pure Horror für die ausgesprochen rebellische Tochter, die alles andere als gut mit ihrer geschwätzigen Mutter auskommt, und als diese ihr auch noch erklärt, im Haus würde es spuken, reagiert Kylie nur noch genervter als sie ohnehin schon ist. Doch dann häufen sich unheimliche Vorkommnisse im Haus und Kylie wird zunehmend skeptisch. Könnte ihre Mutter doch Recht haben? Könnte es im Haus ihrer Kindheit wirklich spuken? Zufälliger Weise ist der in unmittelbarer Nachbarschaft lebende Polizist Amos in seiner Freizeit eine Art paranormaler Spurensucher….

 

Dem neuseeländischen Regisseur Gerard Johnstone ist mit seinem Spielfilmdebüt Housebound wahrlich eine kleine Überraschung gelungen, der ein wenig frischen Wind in das oft so verstaubte Genre Horror bringt. Beschwingt und mit nicht gerade wenig Humor nimmt sein Film den momentan so allgegenwärtigen und oft so langweiligen Haunted House-Trend (The Conjuring und Konsorten lassen grüßen) augenzwinkernd ins Visier und entspricht damit genau dem aktuellen Zeitgeist, wenn er gekonnt geltende Genrekonventionen torpediert. Allerdings muss Johnstone dafür nicht wie ein gewisser Landesgenosse, der heute scheinbar nur noch Filme über mal größere, meist jedoch kleinere haarige Wesen dreht, auf heftige Gore-Sequenzen und cartoonesken Slapstick zurückgreifen (Braindead, anyone?), sondern vielmehr auf einen rotzfrechen, aber lockeren Grundton, der sich konsequent durch den ganzen Film zieht. So ist Housebound auch nicht als bloße Parodie zu verstehen, der Film macht sich nicht ausschließlich über das Genre Haunted House lustig, sondern funktioniert stellenweise ebenso sehr wie seine Vorbilder, nimmt allerdings genau diese Ernsthaftigkeit in seinem Anspruch immer dann wieder gekonnt zurück, wenn es verbissen und trocken zu werden droht. Zudem spielt Regisseur Johnstone nicht nur mit den Konventionen dieser filmischen Vorbilder, er spielt auch ebenso mit der Erwartungshaltung des Zuschauers. Streng genommen macht Housebound so gut wie nichts so, wie man es erwarten würde, ständig werden ungeschriebene Gesetzte unterwandert, umgeschrieben, ignoriert oder gar zweckentfremdet. Der Film führt einen oft an der Nase herum, schlägt Haken und gibt sich unberechenbar. Immerzu wirft Johnstone seinem Publikum eine falsche Fährte nach der anderen vor die Füße und man ertappt sich gerade gegen Ende immer wieder dabei zu denken: das jetzt ist die Lösung… nur um dann doch wieder abgelenkt zu werden. Selbst die Musik verhält sich nicht, wie man es gewohnt ist, und sogar mit den Jump Scares spielt Johnstone gerne mal, platziert sie an Stellen, wo keine hingehören, oder lässt sie gleich ganz ausbleiben. Zum letzten Drittel hin zieht das Tempo des Films dann gewaltig an, Wendung folgt auf Wendung und der Humor wird derber und direkter, aber auch der Grad der Spannung zieht an und die eine oder andere Gewaltspitze gibt es auch zu bewundern. Nun gibt sich Housebound dann auch weniger bedeckt angesichts seiner Intention und offenbart sich letztlich doch als Komödie.

 

Hut ab! Einen wirklich gelungenen Einstand kann Regisseur Johnstone da mit seinem Film feiern. Housebound meistert mühelos die Gratwanderung zwischen Horror und Humor, ist liebevoll gemacht und im Genre ausreichend verwurzelt, dabei aber charmant und rotzfrech zugleich. Eine runde Mischung aus Ernsthaftigkeit und viel schwarzem Humor wird hier aufgetischt, die schauspielerischen Leistungen sind stark genug, um den Film nicht der Lächerlichkeit preiszugeben und die Dialoge sind stellenweise geradezu unverschämt zynisch und gemein. Vor allem die Hauptdarstellerin Morgana O´Reilly darf diverse erinnerungswürdige Sprüche raushauen. Irgendwo zwischen Poltergeist, Ghostbusters und The Frighteners angesiedelt und doch mit einer ganz eigenen, absolut unverwechselbaren Noten versehen, macht Housebound einfach mächtig Spaß, kann allerdings auch nur dann sein Potential richtig entfalten, wenn dem Zuschauer diverse Mechanismen des Haunted House-Genre auch bekannt sind. Aber selbst wenn nicht, dann bleiben immer noch einige sehr witzige und unvergessliche Szenen. Bei Gerard Johnstone bin ich auf jeden Fall gespannt, was da in Zukunft noch kommen mag.

 

7 von 10 elektronischen Fußfesseln

 

 

Skin Trade

26. August 2015 at 14:38

 

 

 

Skin Trade (2014)
Skin Trade poster Rating: 5.8/10 (2853 votes)
Director: Ekachai Uekrongtham
Writer: Gabriel Dowrick (screenplay), Steven Elder (screenplay), Dolph Lundgren (screenplay)
Stars: Dolph Lundgren, Tony Jaa, Michael Jai White, Ron Perlman
Runtime: 96 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Thriller
Released: 23 Apr 2015
Plot: After his family is killed by a Serbian gangster with international interests, NYC detective Nick goes to S.E. Asia and teams up with a Thai detective to get revenge and destroy the syndicates human trafficking network.

 

 

 

„How do you sleep at night. How can you do this?”

 

 

 

Der Cop Nick Cassidy ist schon seit geraumer Zeit einem skrupellosen Ring von Menschenhändlern auf der Spur, doch er kommt dabei Viktor Dragovic, dem serbischen Kopf dieser Bande, gefährlich nahe. Als bei einem Einsatz gegen Dragovic einer seiner Söhne von Cassidy erschossen wird, lässt er kurzerhand zum Ausgleich die Familie des aufrechten Polizisten umbringen. Cassidy überlebt schwer verletzt und sinnt auf Rache. Die Spur von Dragovic führt über Kambodscha schließlich nach Thailand, wo sich Cassidy nicht nur mit dessen Schergen herum schlagen muss, sondern zunächst auch mit dem thailändischen Cop Tony Vitayakul, der seinerseits ebenfalls hinter Dragovic her ist….

 

Der Cast, den der thailändische Regisseur Ekachai Uekrongtham hier für Skin Trade versammelt, ist für ein solches B-Movie mehr als nur ansehnlich. Hier treffen Dolph Lundgren, Tony Jaa, Ron Pearlman, Peter Weller und Michael Jai White aufeinander, ja, sogar mit Cary-Hiroyuki Tagawa gibt es ein, wenn auch nur sehr kurzes, Wiedersehen. Zudem hat Lundgren das Drehbuch geschrieben und den Film dazu noch produziert, man könnte also sagen, dass ihm Skin Trade persönlich wichtig war. Der Film nimmt seine grundlegende Thematik durchaus ernst, das spürt man deutlich, und Lundgren will nach eigener Aussage sieben Jahre an dem Stoff gearbeitet haben. Letztlich aber kratzt Skin Trade allenfalls an der Oberfläche des Themas Menschenhandel und nutzt es lediglich, um eine Ausgangslage für die Rachestory zu schaffen, die sich dann entspinnt. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn am Ende ist Skin Trade schließlich nicht mehr als ein reinrassiger Actionfilm im Geiste der 80er Jahre. Dennoch beschleicht einen zwischendurch immer mal wieder leise das Gefühl, der Film wäre gerne mehr als das, aber dafür verfolgt er sein Thema einfach nicht konsequent genug, was, wie gesagt, absolut in Ordnung ist, denn als Actioner funktioniert er durchaus gut.

 

Und die Action kann sich absolut sehen lassen und ist straff und zielgerichtet inszeniert. Die Kampfszenen und Verfolgungsjagden sind knackig und durchaus effektiv umgesetzt und mit der nötigen Härte gewürzt. Sicherlich meilenweit entfernt vom Genreprimus The Raid (wahlweise auch Teil 2), aber diesen Vergleich darf man gar nicht erst ziehen, diese Messlatte ist eine ganz andere Welt. Schön zu sehen, dass jeder Protagonist, sei es nun Lundgren, Jaa oder White, seinen Fight spendiert bekommt, und die geraten auch nicht unbedingt zu kurz, sind gut choreografiert und wissen zu unterhalten. White hätte etwas mehr Screentime verdient gehabt, aber bei drei solchen Hochkarätern in der Besetzung ist es etwas schwierig, da eine geeignete Balance zu installieren. Insbesondere der Kampf zwischen Lundgren und Jaa sticht da hervor, der ist sicherlich eines der Highlights in Skin Trade. Als zweites Highlight unbedingt erwähnenswert ist eine mehr als nur ansehnliche Verfolgungsjagd zwischen Lundgren auf einem Motorrad auf den Straßen und Jaa zu Fuß parcourartig über die Dächer der Stadt. Leider fallen die Shootouts in ihrer Qualität durchgängig ab im Vergleich zu den Kampfszenen und wissen kaum zu begeistern. Auch der Showdown kommt etwas lasch daher, die actionreichen Höhepunkte des Films finden sich eindeutig im Mittelteil. Sehr erfreulich hingegen ist der für einen Film diese Größenordnung erstaunlich geringe CGI-Anteil und überhaupt wirkt Skin Trade eigentlich nie so richtig billig, alles ist ansehnlich in Szene gesetzt und das Budget von rund 9 Mio. Dollar wird äußerst effektiv ausgeschöpft. Da haben ähnliche Filme mit größerem Budget schon deutlich schlechter ausgesehen.

 

Am Ende ist Skin Trade ein handwerklich solider, routiniert umgesetzter und ein wenig formelhafter B-Actioner aus der zweiten Reihe, der für seine Nische überraschend hochwertig und ohne größere Schwächen daherkommt und mit knackiger Action und gelungener Besetzung glänzen kann. Die üblichen Logiklöcher und Filmfehler sind vorhanden, aber kaum erwähnenswert und in diesem Genre ohnehin meist nicht von Bedeutung. Durch seine straffe Inszenierung wird Skin Trade zu keiner Sekunde wirklich langweilig, das Tempo ist hoch, Längen gibt es hier keine und man wird durchgängig unterhalten. Alles in allem nicht herausragend, aber erfrischend solide bei all dem Schrott, der zuletzt gerne Mal in diesem Teil der Filmwelt veröffentlicht wurde und die Videotheken überschwemmt. Und das der Film seiner Thematik nicht gerecht werden kann…. naja, das hätte doch ohnehin niemand ernsthaft erwartet, oder? Am Ende bleibt die Erkenntnis: Onkel Dolph wird´s richten, so oder so…. auch in der Fortsetzung.

 

7 von 10 druckvollen Fights zwischen Genregrößen

 

 

Arachnophobia

25. August 2015 at 13:25

 

 

 

Arachnophobia (1990)
Arachnophobia poster Rating: 6.3/10 (46449 votes)
Director: Frank Marshall
Writer: Don Jakoby (story), Al Williams (story), Don Jakoby (screenplay), Wesley Strick (screenplay)
Stars: Jeff Daniels, Harley Jane Kozak, John Goodman, Julian Sands
Runtime: 103 min
Rated: PG-13
Genre: Comedy, Horror, Sci-Fi
Released: 18 Jul 1990
Plot: A species of South American killer spider hitches a lift to the U.S. in a coffin and starts to breed and kill.

 

 

 

„The itsy-bitsy spider crawled up the water spout; down came the rain and washed the spider out.”

 

 

 

Der Arzt Dr. Ross Jennings zieht mit seiner Familie in das beschauliche Kleinstadtnest Canaima in Kalifornien, um die hiesige Praxis zu übernehmen. Noch hat er nicht die geringste Ahnung, dass eine sehr seltene und tödliche Spinnenart aus dem venezolanischen Dschungel über Umwege einwandern und sich ausgerechnet in seiner Scheune einnisten konnte. Dort paart sie sich mit den heimischen Spinnen und bringt eine neue, noch gefährlichere Hybridspezies hervor, die sich zusehends ausbreitet. Schnell steigt in der Kleinstadt die Anzahl ungeklärter Todesfälle und bevor die Wurzel allen Übels tatsächlich ausgemacht werden kann, gerät sogar Dr. Jennings kurzzeitig unter Verdacht. Trotz seiner ausgeprägten Arachnophobie muss er den Kampf gegen die krabbelnden Eindringlinge aufnehmen….

 

Arachnophobia ist, der Name verrät es vielleicht schon, der ideale Film für Menschen, die Probleme mit den kleinen, achtbeinigen Krabblern haben. Aber auch diejenigen unter euch, bei denen das nicht der Fall ist, kommen hier voll auf ihre Kosten. Perfekt für Arachnophobiker und solche, die es werden wollen. Gänsehaut garantiert, wenn das große Krabbeln erst einmal losgeht. Regisseur Frank Marshall hat mit Arachnophobia sowas wie einen kleinen Klassiker des Tierhorrors geschaffen, der sich erfrischender Weise selbst nicht allzu ernst nimmt. Zusammen mit Steven Spielberg als ausführender Produzent, der im Hintergrund die Fäden zieht, und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl ausgestattet, kredenzt uns Marshall schrecklich schöne Unterhaltung in Bestform, genau die richtige Mischung aus schräger Kleinstadtkomödie und fiesem Tierhorror. Gänzlich ohne die heute so üblichen und meist plumpen Schockeffekte und mit viel Liebe zum Detail inszeniert, spielt diese ausgesprochen unterhaltsame und kurzweilige Schauermär geschickt und effektiv mit unseren tiefsten Urängsten und schlimmsten Befürchtungen. So sind es dann bei weitem nicht nur die Spinnen, denen hier der Kampf angesagt wird, sondern vielmehr auch der Angst selbst, an welcher der Protagonist Dr. Jennings im Film ja auch leidet. Konfrontationstherapie, wenn man so will.

 

 

 

„And when that happens, this town is dead… and the next town… and the next town… and the next one, and so on.”

 

 

 

Der Schlüssel zum Erfolg ist dann auch eben jene Liebe zum Detail, seien es nun die Spinnen selbst oder die herrlich schrulligen Charaktere, alles ist enorm liebevoll und präzise ausgearbeitet. Es fängt schon damit an, dass die Spinnen bis auf ganz wenige Ausnahmen im Finale und das Exemplar, das zertreten wird (irrtümlicherweise wird oft angenommen, diese Szene sei echt, ist sie aber keineswegs, bei den Dreharbeiten kamen keine Spinnen zu Schaden), allesamt echt sind. Die im Film verwendeten Tiere sind Avondale-Spinnen (Delena cancerides, falls es wen interessiert), eine harmlose Art, die hauptsächlich in Australien und zum Teil auch in Neuseeland vorkommt. Echte Spinnen für den Dreh zu verwenden ist ungemein zuträglich für die ganze Atmosphäre des Films. Heute kämen die Heerscharen dieser achtbeinigen Armee einfach aus dem Rechner, CGI-Spinnen an jeder Ecke, und ich bin mir sicher, dass das nicht einmal ansatzweise so gut funktionieren würde. So ist der Schrecken aber deutlich realer, geradezu greifbar, und ab der Mitte des Films sind sie dann ja auch überall… Spinnen unter Decken, Spinnen in Hosenbeinen, Spinnen in Hausschuhen, Spinnen im Lampenschirm, Spinnen unter der Dusche, Spinnen in der Toilette, Spinnen im Popcorn, Spinnen in Körperöffnungen… man ist einfach nirgendwo mehr sicher vor den kleinen Eindringlingen, egal, ob sie einzeln und in Großaufnahme auftreten oder als kleine Armee, Schrecken verbreiten sie überall.

 

Arachnophobia ist ein rundum gelungener und ausgesprochen unterhaltsamer Horrortrip, gepflegter handgemachter Grusel statt aus der Konserve, erfrischend altmodisch und ohne billige Schockeffekte. Atmosphärisch dicht, aber locker inszeniert, lädt der Film auch immer wieder zum Schmunzeln ein und bietet die nahezu perfekte Balance aus Humor, Spannung und toller Effektarbeit. Die herrlich skurrilen Charaktere mit ihren Kleinstadtmarotten und glänzend aufgelegte Schauspieler wie Jeff Daniels, John Goodman und Julian Sands, die sichtlich Spaß bei den Dreharbeiten hatten, machen dieses Kleinod des Gänsehautkinos letztlich nahezu perfekt. Wer diesem kurzweiligen Spaß bisher nicht ins Netz gegangen ist…. nur zu, wenn ihr euch traut….

 

8 von 10 Spinnen im Popcorn