12 Filme, auf die ich in 2016 sehr gespannt bin

29. Dezember 2015 at 21:11

 

 

 

Nach dem kleinen Rückblick auf das Filmjahr 2015 neulich folgt nun ein kleiner Ausflug in die Zukunft des kommenden Jahres 2016. Schon der Januar startet stark und verheißungsvoll und wir dürfen sehr gespannt sein, wie sich das dann weiterhin entwickeln wird. Heute möchte ich euch also 12 Filme vorstellen, auf die ich mich aus den verschiedensten Gründen besonders freue. Da wir uns vermutlich nicht mehr lesen werden in diesem Jahr, wünsche ich euch allen schon einmal einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

 

 

 

12.

Captain America: Civil War (2016)
Captain America: Civil War poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: Anthony Russo, Joe Russo
Writer: Christopher Markus (screenplay), Stephen McFeely (screenplay), Mark Millar (comic book), Joe Simon (characters), Jack Kirby (characters)
Stars: Scarlett Johansson, Tom Holland, Chris Evans, Elizabeth Olsen
Runtime: N/A
Rated: N/A
Genre: Action, Sci-Fi, Thriller
Released: 06 May 2016
Plot: Political interference in the Avenger's activities causes a rift between former allies Captain America and Iron Man.

 

Tatsächlich mal ein Marvel-Film, auf den ich mich bereits im Vorfeld freue und den ich auch unbedingt im Kino und nicht erst später daheim erleben möchte. Der Konflikt zwischen Captain America und Iron Man, die Aufspaltung der Avengers, die angespannte politische Lage… die ganze Storyline rund um Civil War ist hoch interessant und ungewöhnlich komplex für einen Blockbuster dieser Größenordnung. Man darf gespannt sein, ob der Film dem auch gerecht werden kann.

 

 

 

11.

Anomalisa (2015)
Anomalisa poster Rating: 8.1/10 (1,019 votes)
Director: Duke Johnson, Charlie Kaufman
Writer: Charlie Kaufman (play), Charlie Kaufman
Stars: David Thewlis, Jennifer Jason Leigh, Tom Noonan
Runtime: 90 min
Rated: R
Genre: Animation, Comedy, Drama
Released: 01 Jan 2016
Plot: A man crippled by the mundanity of his life experiences something out of the ordinary.

 

Einfach, weil Charlie Kaufman als Drehbuchautor uns mit The Eternal Sunshine of the Spotless Mind einen wunderschönen Film schenkte und mich selbst um einen absoluten Lieblingsfilm reicher machte. Der erste Trailer zu seinem neuesten Werk wirkt geradezu magisch und lässt auf einen tollen Animationsfilm für ein erwachsenes Publikum hoffen.

 

 

 

10.

Midnight Special (2016)
Midnight Special poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: Jeff Nichols
Writer: Jeff Nichols
Stars: Adam Driver, Kirsten Dunst, Joel Edgerton, Michael Shannon
Runtime: 111 min
Rated: PG-13
Genre: Adventure, Drama, Sci-Fi
Released: 18 Mar 2016
Plot: A father and son go on the run after the dad learns his child possesses special powers.

 

Weil Take Shelter und Mud von Jeff Nichols großartige Filme waren und der Mann zusammen mit Denis Villeneuve und J.C. Chandor zu den vielleicht spannendsten Regisseuren jüngerer Zeit gehören. Dazu ein Cast zusammengesetzt aus Michael Shannon, Adam Driver, Joel Edgerton und dem großen Sam Shepard. Was will man mehr?

 

 

 

9.

Demolition (2015)
Demolition poster Rating: 7.7/10 (394 votes)
Director: Jean-Marc Vallée
Writer: Bryan Sipe (screenplay)
Stars: Jake Gyllenhaal, Naomi Watts, Chris Cooper, Heather Lind
Runtime: 100 min
Rated: R
Genre: Comedy, Drama
Released: 08 Apr 2016
Plot: A successful investment banker struggles after losing his wife in a tragic car crash.

 

Jake Gyllenhaal scheint nicht mehr zu stoppen zu sein und erkämpft sich Film um Film immer weiter den Weg in den Schauspiel-Olymp. Regisseur Jean-Marc Vallée ist bekannt dafür, absolute Höchstleistungen aus seinen Darstellern zu kitzeln und hat bereits Dallas Buyers Club auf Oscar-Kurs gebracht.

 

 

 

8.

Spotlight (2015)
Spotlight poster Rating: 8.6/10 (8,006 votes)
Director: Tom McCarthy
Writer: Josh Singer, Tom McCarthy
Stars: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber
Runtime: 128 min
Rated: R
Genre: Biography, Drama, History
Released: 25 Nov 2015
Plot: The true story of how the Boston Globe uncovered the massive scandal of child molestation and cover-up within the local Catholic Archdiocese, shaking the entire Catholic Church to its core.

 

Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev „fucking Ray Donovan“ Schreiber und Stanley Tucci in einer Art Justizthriller, in dessen Verlauf eine Gruppe von Journalisten des Boston Globe den die katholische Kirche wie die Öffentlichkeit erschütternden Missbrauch von Priestern an Kindern und Schützlingen enthüllt. Diese wahre Geschichte inszeniert Tom McCarthy, der bereits 2003 den nur wenig bekannten und von mir sehr geschätzten Film Station Agent hervorbrachte und Peter Dinklage toll in Szene zu wusste, bevor dieser durch Game of Thrones weltbekannt wurde.

 

 

 

7.

Rogue One: A Star Wars Story (2016)
Rogue One: A Star Wars Story poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: Gareth Edwards
Writer: John Knoll (story), George Lucas (characters), Chris Weitz (screenplay), Gary Whitta (story)
Stars: Mads Mikkelsen, Felicity Jones, Alan Tudyk, Ben Mendelsohn
Runtime: N/A
Rated: N/A
Genre: Action, Adventure, Fantasy
Released: 16 Dec 2016
Plot: Rebels set out on a mission to steal the plans for the Death Star.

 

Star Wars. Muss ich mehr sagen? Ja? Okay… es ist zwar nur eine Vermutung, aber wahrscheinlich wird dieses erste von insgesamt drei geplanten Spin-Offs zum Star Wars-Universum Wege beschreiten, die wir so dort noch nicht erleben durften. Wirklich dreckig und düster soll er sein, der Film von Gareth Edwards, der sich seinen Platz auf dem Regiestuhl durch den tollen Monsters und den ebenfalls gelungenen, aber eher zwiespältig aufgenommenen Godzilla mehr als nur verdiente. Erzählt wird die Geschichte eben jener Spione der Rebellen, die unter Einsatz ihrer Leben die Konstruktionspläne des Todessterns stehlen konnten. Ein Heist-Movie im Star Wars-Gewand? Vielleicht. Mit an Bord sind Felicity Jones, Mads Mikkelsen, Alan Tudyk, Ben Mendelsohn, Diego Luna, Donnie Yen und Forest Whitaker.

 

 

 

6.

The Big Short (2015)
The Big Short poster Rating: 8.2/10 (N/A votes)
Director: Adam McKay
Writer: Charles Randolph (screenplay), Adam McKay (screenplay), Michael Lewis (book)
Stars: N/A
Runtime: 130 min
Rated: R
Genre: Biography, Drama
Released: 23 Dec 2015
Plot: Four outsiders in the world of high-finance who predicted the credit and housing bubble collapse of the mid-2000s decide to take on the big banks for their lack of foresight and greed.

 

Der fulminante Cast rund um Brad Pitt, Ryan Gosling, Christian Bale und Steve Carell macht den Finanzthriller von Regisseur Adam Mckay schon beinahe zu einem Ensemble-Film. Mit einem erfrischend zynischen Unterton und satirischen Einschlägen zeigt The Big Short die Ereignisse um ein paar eher eigenwillige Finanzexperten, welche die große Immobilienkrise der USA kommen sahen. Da ihnen zunächst jedoch niemand sonst in der Finanzwelt Glauben schenken will, werden sie selbst tätig, indem sie auf das Platzen der großen Immobilienblase wetten, um davon profitieren zu können.

 

 

 

5.

The Neon Demon (2016)
The Neon Demon poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: Nicolas Winding Refn
Writer: Steven Canfield Crowley, Mary Laws (screenplay), Nicolas Winding Refn (screenplay)
Stars: N/A
Runtime: N/A
Rated: N/A
Genre: Horror, Thriller
Released: N/A
Plot: When aspiring model Jesse moves to Los Angeles, her youth and vitality are devoured by a group of beauty-obsessed women who will take any means necessary to get what she has.

 

Menschliche Abgründe, perfekte Bildkomposition und kein Wort zu viel… oder anders formuliert: Nicolas Winding Refn. Wie könnte das neueste Werk eines meiner Lieblingsregisseure nicht in einer solchen Liste auftauchen?

 

 

 

4.

The Nice Guys (2016)
The Nice Guys poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: Shane Black
Writer: Shane Black, Anthony Bagarozzi
Stars: Ryan Gosling, Kim Basinger, Matt Bomer, Margaret Qualley
Runtime: N/A
Rated: R
Genre: Crime, Mystery, Thriller
Released: 20 May 2016
Plot: A private eye investigates the apparent suicide of a fading porn star in 1970s Los Angeles and uncovers a conspiracy.

 

Der neue Film von Regisseur und Drehbuchautor Shane Black, dessen Zielsicherheit in puncto Gags und Buddy-Humor wir schon solch unsterbliche Klassiker wie die Lethal Weapon-Reihe und The Last Boy Scout verdanken, und der uns Robert Downey, jr. und Val Kilmer in der grandiosen Film Noir-Hommage Kiss Kiss Bang Bang schenkte, kommt nun mit einem Film daher, dessen Trailer verdächtig an letzt genannten erinnert. Ryan Gosling und Russel Crowe als ungleiche Partner in einer scheinbar explosiven Mischung uns Humor, Action und Zynismus. Genau mein Geschmack.

 

 

 

3.

The Hateful Eight (2015)
The Hateful Eight poster Rating: 8.2/10 (21,966 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino
Stars: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins
Runtime: 168 min
Rated: R
Genre: Drama, Mystery, Thriller
Released: 01 Jan 2016
Plot: In the dead of a Wyoming winter, a bounty hunter and his prisoner find shelter in a cabin currently inhabited by a collection of nefarious characters.

 

Tarantino´s achter Streich. Wieder ein Western, dieses Mal aber weniger Hommage und mehr selbstständiges Werk. Es würde mich allerdings schwer wundern, wenn uns nicht dennoch ein Feuerwerk an Zitaten, Anspielungen und Querverweisen quer durch die Popkultur erwartet. Die Besetzung um Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Tim Roth Michael Madsen, Bruce Dern und viele andere setzt sich wie gewohnt aus lauter alten Weggefährten des Meisters des collagenartigen Erzählens zusammen. Mit ein bisschen Glück kann ich den Film in einer analogen 70mm-Fassung im Kino erleben…. das könnte ein magischer Moment werden und ein Highlight in 2016.

 

 

 

2.

Hail, Caesar! (2016)
Hail, Caesar! poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: Ethan Coen, Joel Coen
Writer: Joel Coen, Ethan Coen
Stars: Scarlett Johansson, Channing Tatum, Ralph Fiennes, Jonah Hill
Runtime: N/A
Rated: PG-13
Genre: Comedy, Drama, Musical
Released: 05 Feb 2016
Plot: A Hollywood fixer in the 1950s works to keep the studio's stars in line.

 

Zwei Gründe machen diesen Film im Kinojahr 2016 absolut unumgänglich: Ethan und Joel Coen.

 

 

 

1.

The Revenant (2015)
The Revenant poster Rating: 8.4/10 (26,773 votes)
Director: Alejandro González Iñárritu
Writer: Mark L. Smith (screenplay), Alejandro González Iñárritu (screenplay), Michael Punke (based in part on the novel by)
Stars: Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Leonardo DiCaprio, Will Poulter
Runtime: 156 min
Rated: R
Genre: Adventure, Drama, Thriller
Released: 08 Jan 2016
Plot: In the 1820s, a frontiersman named Hugh Glass sets out on a path of vengeance against those who left him for dead after a bear mauling.

 

The Revenant ist ohne jeden Zweifel der von mir am allermeisten erwartete und herbeigesehnte Film im kommenden Jahr und ich bin sehr froh, dass er sehr früh im Januar in unsere Kinos kommt und die Wartezeit denkbar kurz ausfällt. Alejandro González Iñárritu´s nächster Film nach dem genialen Birdman gilt schon seit geraumer Zeit als großer Anwärter auf den Titel des besten Films des Jahres 2016. Ja, die Erwartungen sind hoch, zweifellos, aber ich bin mir sicher, dass der mexikanische Regisseur diese auch erfüllen kann. Der Trailer verspricht schon einmal Bilder von unfassbarer Schönheit und unvorstellbarer Größe. Dazu Leonardo DiCaprio und Tom Hardy zusammen auf der Leinwand in einer epischen Geschichte um Leben, Tod, Rache und Vergeltung, was will man noch groß mehr?

 

 

 

Zitat des Tages

29. Dezember 2015 at 19:00

 

 

 

„I think you’re extraordinary. I don’t know why. It’s just obvious to me that you are.“

 

 

 

 

Ex Machina

28. Dezember 2015 at 19:58

 

 

 

Ex Machina (2015)
Ex Machina poster Rating: 7.7/10 (194,256 votes)
Director: Alex Garland
Writer: Alex Garland
Stars: Domhnall Gleeson, Corey Johnson, Oscar Isaac, Alicia Vikander
Runtime: 108 min
Rated: R
Genre: Drama, Mystery, Sci-Fi
Released: 24 Apr 2015
Plot: A young programmer is selected to participate in a groundbreaking experiment in artificial intelligence by evaluating the human qualities of a breathtaking female A.I.

 

 

 

„One day the AIs are going to look back on us the same way we look at fossil skeletons on the plains of Africa. An upright ape living in dust with crude language and tools, all set for extinction.“

 

 

 

Der junge Programmierer Caleb gewinnt eine interne Lotterie seiner Firma. Sein Preis: sieben Tage Aufenthalt im sehr abgelegenen Haus seines zurückgezogen lebenden Chefs Nathan. Was Caleb zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht weiß, ist, dass er dort eigentlich an einem großen Experiment teilnehmen und mit der ersten, wahren künstlichen Intelligenz der Welt interagieren soll, um herauszufinden, ob sie wirklich ein Bewusstsein entwickelt hat. Schnell werden tiefgehende Fragen aufgeworfen und schon bald entwickelt sich eine eigenartige Beziehung zwischen den Dreien…

 

Ex Machina ist das Regiedebüt des Schriftstellers und Drehbuchautos Alex Garland, der hauptsächlich bekannt ist für seine Arbeiten mit dem Regisseur Danny Boyle, für den er die Drehbücher zu The Beach (basierend auf seinem eigenen Roman), 28 Days Later… und Sunshine schrieb. Nun verfilmt er für Ex Machina also gleich sein eigenes Skript selbst. Es ist immer etwas heikel, wenn sich Leute hinter die Kamera begeben, die eigentlich aus anderen Bereichen kommen. So hat beispielsweise letztes Jahr selbst Wally Pfister den Schritt vom Kameramann zum Regisseur gewagt und seinen Transcendence mit Johnny Depp in der Hauptrolle gewaltig an die Wand gefahren, weil er den Stoff einfach nicht in den Griff bekam. Ironischerweise ist Ex Machina thematisch zwar ähnlich gelagert, aber der bei weitem bessere Film geworden und benötigt mit seinen Produktionskosten von rund 11 Millionen Dollar lediglich ein gutes Zehntel des Budgets von Transcendence. Und tatsächlich ist Garland ein beinahe makelloser Film gelungen, ein brillantes Kammerspiel, intelligent, düster und pessimistisch, mit unglaublich klugen Dialogen gespickt mit lauter Anspielungen und Verweisen auf Kunst, Kultur, Philosophie, Religion, Musik, Film und Literatur, voller wunderbaren Ideen und Gedankenspielen. Das prometheische Thema mitsamt dem zugehörigen Gottkomplex ist gewiss nichts neues, aber indem Garland die Interaktion nur auf Caleb, Nathan und die K.I. Ava beschränkt, entwickelt sich ein faszinierendes und soghaftes Zusammenspiel, angetrieben von den sehr starken Leistungen seiner Darsteller und dem überraschend ausgeklügelten Drehbuch. Dazu ist der Look des Films unglaublich gelungen, zurückhaltend, aber ästhetisch bis ins allerkleinste Detail durchdacht, gleichzeitig kühl und modern und dennoch immer wieder auch warm und mit fantastischen Bildern ausgestattet. Das beginnt schon bei Nathan´s Haus, abgeschieden in mitten einer atemberaubend schönen Naturkulisse, auf den ersten Blick scheinbar sehr strukturiert, aber auch voller Ungereimtheiten, wenn man genauer hinsieht. Eine seltsam fremdartige Konstruktion aus Stahl, Glas und Holz, die fasziniert und gleichzeitig Unbehagen verströmt. Permanent ist da dieses unterschwellige Gefühl, das irgendetwas dort nicht stimmt, und von Beginn an ist Ex Machina beherrscht von einer ganz eigenartigen Atmosphäre, beunruhigend und bedrohlich, aber auch seltsam unfokussiert, denn es lässt sich nur schwerlich ausmachen, was genau denn nun nicht stimmt.

 

 

 

„Isn’t it strange, to create something that hates you?“

 

 

 

Braucht es überhaupt einen weiteren Film, der sich mit dem Thema künstlicher Intelligenz auseinandersetzt? Nach 2001, nach Blade Runner, nach A.I., nach Her, Transcendence und vielen anderen? Ich kann nur sagen: wenn er uns so sehr zum selbstständigem Denken anregt wie Ex Machina, dann unbedingt! Der Film stellt nicht nur immer wieder wichtige Fragen rund um das Thema Mensch und künstliche Intelligenz, er stellt vor allem immer auch genau die richtigen Fragen, geht sogar noch sehr geschickt auch auf sexuelle Komponenten dieser Fragen ein. Thematisch geht das über die üblichen Gedankenspiele weit hinaus, es geht eben nicht nur um Fragen, die andere Filme auch schon gestellt haben. Was macht uns menschlich? Was unterscheidet unsere Schöpfung von uns? Wo sind die Grenzen? Was ist Bewusstsein? Vielmehr stellt der Film die Frage, warum wir solche Angst davor haben? Vielleicht, weil wir unbewusst wissen, dass eine Ava der erste Schritt in unsere Auslöschung ist? Die nächste Stufe der Evolution? Das schöne ist, der Film stellt all diese Fragen, aber er beantwortet sie nicht für uns. Das muss der Zuschauer ganz allein für sich selbst übernehmen und sich zu dem Thema positionieren, Antworten vorgekaut bekommt man hier zu keiner Sekunde. Was harmlos als gedankliches Experiment beginnt, entwickelt sich schnell zu einem aufreibenden und verzehrenden Konflikt zwischen allen drei Charakteren um Lug, Betrug, Arglist, Täuschung und Manipulation. Sehr elegant gelingt es Alex Garland, den Zuschauer bis zum ausgesprochen zynischen Schluss im Unklaren darüber zu lassen, was sich nun eigentlich genau vor dessen Augen abspielt, mehr noch, er spielt mit dieser Idee, wenn er das sogar Thema des Films werden lässt, Täuschung durch Ablenkung, der profane Trick eines Zauberers. Darüber hinaus wird Ex Machina getragen von seinen Figuren und deren Zusammenspiel untereinander, die Charakterentwicklung erfolgt wunderbar schlüssig beinahe überwiegend durch die Dialoge, und die schauspielerische Leistung ist schlicht weg grandios. Egal, ob Oscar Isaac als Nathan, Domhnall Gleeson als Caleb oder die wunderbare Alicia Vikander als Ava, alle drei tragen das so komplexe wie fragile Konstrukt des Drehbuchs mühelos auf ihren Schultern. Isaac ist schwer zu durchschauen und spielt geradezu rätselhaft, irgendwo zwischen seltsam zugänglich und rüde abweisend. Nathan ist zweifellos ein absolutes Genie auf seinem Gebiet, aber auch genauso ein menschlicher Totalausfall, arrogant, selbstverliebt, cholerisch, unberechenbar. Genie und Wahnsinn gehen bei ihm Hand in Hand, manchmal wirkt er regelrecht schizophren und ist zu allem Überfluss mit einem handfesten Alkoholproblem gesegnet. Oscar Isaac treibt seinen kometenhaften Aufstieg seit seiner Hauptrolle in Inside Llewyn Davis von den Coen-Brüdern immer weiter voran, allein in diesem Jahr zeigte er exzellente Leistungen in A Most Violent Year, Ex Machina und The Force Awakens. Er ist extrem vielseitig und kann immer auch seinen Rollen seine individuelle Note aufdrücken. Für mich ohne jeden Zweifel der Mann des Jahres 2015. Domhnall Glesson (der mit Isaac zusammen auch in The Force Awakens spielte) liefert auch eine starke Leistung als junger Programmierer Caleb, der totale Gegenentwurf zu Nathan, eher ruhig und besonnen, ebenfalls hoch intelligent, vielleicht ein bisschen naiv, einsam und verletzlich, aber seinem Chef keineswegs immer einfach nur unterlegen. Sein Spiel ist ebenso unaufdringlich wie sein Charakter und es ist wunderbar mit anzusehen, wie Isaac und Gleeson sich perfekt ergänzen. Trotz sehr starker Leistungen wird den beiden dennoch von Alicia Vikander hemmungslos die Show gestohlen. Als Ava ist sie atemberaubend und den sehr, sehr schwierigen Drahtseilakt zwischen der kalten Berechnung einer K.I. und gleichzeitig menschlicher Wucht meistert sie mühelos und beeindruckend. Nie ist wirklich sicher, was nun genau in ihr vorgeht, was man von ihr halten soll, weiß man einfach nicht. Sie lässt sich kaum einordnen, ist rätselhaft und anziehend zu gleich, extrem faszinierend und dennoch irgendwie abstoßend.

 

So geht intelligente Science Fiction und Alex Garland erschafft mit seinem Regiedebüt Ex Machina den vielleicht besten Vertreter dieses Genre der letzten zehn Jahre oder mehr. Ein minimalistisches Kammerspiel, das gekonnt die richtigen Fragen aufwirft, es dem Zuschauer aber selbst überlässt, die Antworten dazu zu finden. Extrem intelligent geschrieben und visuell einfach nur atemberaubend bebildert, hinterfragt Ex Machina elegant die menschliche Existenz und lotet all ihre hellen und dunklen Seiten aus. Garlands Art der Inszenierung erinnert stellenweise an Stanley Kubrick, visionär, innovativ, ebenso mutig wie intellektuell, kühl und gleichzeitig menschlich in seiner Ästhetik und zutiefst moralisch. Ex Machina ist kein Film für zwischendurch, keiner zur bloßen Berieselung, er zwingt zum Zuhören und Nachdenken gleichermaßen und belohnt mit einer fantastisch umgesetzten Geschichte, die noch lange nachhallt und beschäftigen wird. Faszinierend, erschreckend, berauschend und verstörend zugleich. Ein Meisterwerk mindestens innerhalb der Grenzen seines Genre, und immer noch ein herausragender Film darüber hinaus, der, hätte ich ihn vielleicht etwas früher in diesem Jahr sehen können, mein Film des Jahres hätte werden können. So aber muss sich dieser Monolith erst noch vollständig setzen bei mir, zu sehr beschäftigt mich all das immer noch und will verarbeitet werden. Abschließend bleibt nur noch eine Frage zu stellen: sind es letztlich wirklich nur Lug und Betrug, die uns zum Menschen machen? Ihr ahnt es, Antworten darauf liefert uns Ex Machina jedenfalls nicht…

 

9 von 10 schweren Katern nach durchzechten Nächten

 

 

Meine zehn liebsten Filme 2015

26. Dezember 2015 at 18:42

 

 

 

„People, they love blood. They love action. Not this talky, depressing, philosophical bullshit.“

 

 

 

2015 neigt sich nun langsam, aber sicher seinem Ende zu und es wird Zeit für einen kleinen Rückblick und natürlich auch meine Top 10 des Jahres. Es war ein Jahr der Blockbuster, der Superlativen und der Rekorde, der Mega-Produktionen, der großen Filmreihen, der Reboots und Sequels… ein Jahr der Superhelden und solcher, die mal welche gespielt haben, der Weltraumschlachten, der Geheimagenten und des Ödlandes. Wir hatten das zweite Abenteuer der Avengers, Mad Max ließ die Motoren glühen, Jurassic World wurde eröffnet, Episode VII führte endlich das Star Wars-Universum fort, der Terminator kam zurück, James Bond ebenso wie Ethan Hunt in Mission Impossible: Rogue Nation, Die Tribute von Panem fanden ihren Abschluss und in Fast 7 lernten die Autos endlich fliegen. Dazwischen gab es Vampirmädchen, Ameisen, künstliche Intelligenzen, Rapper, Bergsteiger, Code-Knacker, Auftragskiller, Astronauten, Drogenkriege, Kindersoldaten und vieles, vieles mehr. Einiges davon war gelungen, anderes weniger, manches war überraschend und manches war grandios. Ein paar meiner liebsten Filmreihen wurden mit Jurassic World, Mad Max: Fury Road und natürlich Star Wars: The Force Awakens nach langersehnter Zeit fortgeführt. Überrascht haben mich der sehr unterhaltsame Kingsman mit Colin Firth in einer etwas ungewöhnlichen Rolle, den ich mal so gar nicht auf dem Schirm hatte, das gelungene und erstaunlich kompromisslose Comeback des Keanu Reeves als knallharter Killer in John Wick und Netflix, die mit Beasts of No Nation ihren ersten Film produzierten und zeitgleich im Kino und online starten ließen, ein bisher absolutes Novum in der Filmlandschaft und wohl möglich wegweisend für die Zukunft. Terminator: Genisys und Spectre empfand ich als recht herbe Enttäuschung und mit Die Tribute von Panem kann ich seltsamerweise generell nichts anfangen. Und schließlich war 2015 das Jahr eines Mannes, dessen schauspielerische Qualitäten ich sehr schätze, der mit seinen Rollen in A Most Violent Year, Ex-Machina und The Force Awakens gleich drei starke Leistungen ablieferte und der sich nun endgültig ganz oben etablieren konnte: Oscar Isaac. Ein Name, den wir gewiss noch sehr viel öfter hören werden…

 

Leider Gottes habe ich es auch dieses Jahr wieder nicht geschafft, alles zu gucken, was ich auch unbedingt hätte gucken wollen. Sicario von Denis Villeneuve und besetzt mit Emily Blunt, Josh Brolin und Benicio Del Toro ärgert mich da noch am meisten, weil ich diesen Film unbedingt noch sehen wollte und ich mir relativ sicher bin, dass er es in meine Top 10 hätte schaffen können. Ebenso habe ich weder Der Marsianer mit Matt Damon, noch McBeth mit Michael Fassbender und Marion Cotillard sehen können, insofern, wie eigentlich immer, ist diese Liste einfach nur der Spiegel meines subjektiven Empfindens und erhebt keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Wie dem auch sei, gleich kommt sie, die Top 10 2015 im Mattscheibenvorfall, und die ersten großen Namen stehen schon für 2016 vor der Tür, wenn Tarantino seine Hateful Eight auf uns loslässt und Leonardo DiCaprio in Alejandro González Iñárritu´s The Revenant ums nackte Überleben und um seinen ersten Oscar kämpfen muss. Und mit dem Finanzdrama The Big Short von Adam McKay steht ein weiterer großer Ensemble-Film an, der Cast rund um Christian Bale, Ryan Gosling, Brad Pitt, Melissa Leo und Steve Carell verspricht jedenfalls einiges. Es könnte ein starker Januar werden, der hoffentlich auch der Auftakt zu einem starken Jahr ist. Man darf gespannt sein auf 2016, zumal auch noch große Reihen weiter fortgeführt werden und  X-Men: Apocalypse, Star Trek: Beyond und später noch mit Rogue One das erste Spin-off aus dem Star Wars-Universum kommen werden. Wer weiß, was uns da noch so alles erwartet…. ich werde euch auf dem Laufenden halten…

 

 

 

10.

John Wick (2014)
John Wick poster Rating: 7.2/10 (164080 votes)
Director: Chad Stahelski, David Leitch
Writer: Derek Kolstad (screenplay)
Stars: Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Alfie Allen, Willem Dafoe
Runtime: 101 min
Rated: R
Genre: Action, Thriller
Released: 24 Oct 2014
Plot: An ex-hitman comes out of retirement to track down the gangsters that took everything from him.

 

 

 

9.

Kingsman: The Secret Service (2014)
Kingsman: The Secret Service poster Rating: 7.9/10 (215068 votes)
Director: Matthew Vaughn
Writer: Jane Goldman (screenplay), Matthew Vaughn (screenplay), Mark Millar (comic book "The Secret Service"), Dave Gibbons (comic book "The Secret Service")
Stars: Adrian Quinton, Colin Firth, Mark Strong, Jonno Davies
Runtime: 129 min
Rated: R
Genre: Action, Adventure, Comedy
Released: 13 Feb 2015
Plot: A spy organization recruits an unrefined, but promising street kid into the agency's ultra-competitive training program, just as a global threat emerges from a twisted tech genius.

 

 

 

8.

Beasts of No Nation (2015)
Beasts of No Nation poster Rating: 6.8/10 (947 votes)
Director: Cary Joji Fukunaga
Writer: Cary Joji Fukunaga (screenplay), Uzodinma Iweala (based on the novel by)
Stars: Abraham Attah, Emmanuel Affadzi, Ricky Adelayitor, Andrew Adote
Runtime: 137 min
Rated: N/A
Genre: Drama, War
Released: 16 Oct 2015
Plot: A drama based on the experiences of Agu, a child soldier fighting in the civil war of an unnamed African country.

 

 

 

7.

Inherent Vice (2014)
Inherent Vice poster Rating: 6.8/10 (36251 votes)
Director: Paul Thomas Anderson
Writer: Paul Thomas Anderson (written for the screen by), Thomas Pynchon (based on the novel by)
Stars: Joanna Newsom, Katherine Waterston, Joaquin Phoenix, Jordan Christian Hearn
Runtime: 148 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama, Mystery
Released: 9 Jan 2015
Plot: In 1970, drug-fueled Los Angeles private investigator Larry "Doc" Sportello investigates the disappearance of a former girlfriend.

 

 

 

6.

Birdman (2014)
Birdman poster Rating: 8.3/10 (65,738 votes)
Director: Alejandro González Iñárritu
Writer: Alejandro González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Armando Bo
Stars: Michael Keaton, Emma Stone, Kenny Chin, Jamahl Garrison-Lowe
Runtime: 119 min
Rated: R
Genre: Comedy, Drama
Released: 14 Nov 2014
Plot: A washed up actor, who once played an iconic superhero, battles his ego and attempts to recover his family, his career and himself in the days leading up to the opening of a Broadway play.

 

 

 

5.

Star Wars: The Force Awakens (2015)
Star Wars: The Force Awakens poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: J.J. Abrams
Writer: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt, George Lucas (characters)
Stars: Daisy Ridley, Carrie Fisher, Mark Hamill, Adam Driver
Runtime: 135 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Adventure, Fantasy
Released: 18 Dec 2015
Plot: A continuation of the saga created by George Lucas and set thirty years after Star Wars: Episode VI - Return of the Jedi (1983).

 

 

 

4.

Mad Max: Fury Road (2015)
Mad Max: Fury Road poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: George Miller
Writer: George Miller, Brendan McCarthy, Nick Lathouris
Stars: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Rosie Huntington-Whiteley
Runtime: 120 min
Rated: R
Genre: Action, Adventure, Thriller
Released: 15 May 2015
Plot: In a stark desert landscape where humanity is broken, two rebels just might be able to restore order: Max, a man of action and of few words, and Furiosa, a woman of action who is looking to make it back to her childhood homeland.

 

 

 

3.

A Most Violent Year (2014)
A Most Violent Year poster Rating: 7.0/10 (37,086 votes)
Director: J.C. Chandor
Writer: J.C. Chandor
Stars: Oscar Isaac, Elyes Gabel, Jessica Chastain, Lorna Pruce
Runtime: 125 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Drama
Released: 30 Jan 2015
Plot: In New York City 1981, an ambitious immigrant fights to protect his business and family during the most dangerous year in the city's history.

 

 

 

2.

Ex Machina (2015)
Ex Machina poster Rating: 7.7/10 (194,256 votes)
Director: Alex Garland
Writer: Alex Garland
Stars: Domhnall Gleeson, Corey Johnson, Oscar Isaac, Alicia Vikander
Runtime: 108 min
Rated: R
Genre: Drama, Mystery, Sci-Fi
Released: 24 Apr 2015
Plot: A young programmer is selected to participate in a groundbreaking experiment in artificial intelligence by evaluating the human qualities of a breathtaking female A.I.

 

 

 

1.

A Girl Walks Home Alone at Night (2014)
A Girl Walks Home Alone at Night poster Rating: 7.1/10 (11,550 votes)
Director: Ana Lily Amirpour
Writer: Ana Lily Amirpour
Stars: Sheila Vand, Arash Marandi, Marshall Manesh, Mozhan Marnò
Runtime: 101 min
Rated: UNRATED
Genre: Horror
Released: 20 Apr 2015
Plot: In the Iranian ghost-town Bad City, a place that reeks of death and loneliness, the townspeople are unaware they are being stalked by a lonesome vampire.