The Night Manager

10. April 2016 at 16:47

 

 

© The Ink Factory/BBC

 

 

 

„War as spectator sport. We are emperors of Rome. Blood and steel, the only elements that ever meant anything.“

 

 

 

Der britische Ex-Soldat Jonathan Pine ist nach seiner Dienstzeit inzwischen zum Night Manager in einem ägyptischen Luxushotel in Kairo aufgestiegen. Während der Unruhen des arabischen Frühlings ist es eine seiner größten Herausforderungen, seine Gäste zu beruhigen und von der Abreise abzuhalten, obwohl auf den Straßen der wütende Mob tobt und sich Straßenschlachten mit den Polizeikräften von Präsident Mubarak liefert. Als er Sophie Alekan, die Geliebte eines ägyptischen Gangsters, kennenlernt und diese ihm geheime Dokumente über illegale Waffenverkäufe zur Aufbewahrung überlässt, gerät er auch in den Dunstkreis des international agierenden Waffenhändlers Richard Roper. Pine will Sophie helfen und sie außer Landes schaffen, in dem er einen Freund in der britischen Botschaft einschaltet und diesem auch die geheimen Dokumente überlässt. Die britische Regierung jedoch verwehrt ihre Hilfe und Sophie wird letztlich brutal ermordet. Jahre später arbeitet Pine in einem Luxushotel in Zermatt, als er zufällig wieder Richard Roper als Gast begrüßen muss. In Angela Burr vom britischen Geheimdienst findet er nun eine wertvolle Verbündete, die ihn nur zu gerne in Ropers Organisation einschleusen möchte…

 

The Night Manager ist eine Mini-Serie der BBC, die in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Fernsehsender AMC entstanden ist und für die man die renommierte und preisgekrönte dänische Regisseurin Susanne Bier hat gewinnen können. Die Story basiert auf dem gleichnamigen Roman von John Le Carré aus dem Jahre 1993, wobei man im Grunde lediglich die Handlung vom Zeitalter des Kalten Krieges ins Hier und Jetzt verlagert hat, was hervorragend funktioniert und dem Ganzen eine ordentliche Prise Aktualität und politische Brisanz verleiht. Obwohl die Entscheidung, Teile der Serie umzuschneiden und aus sechs etwa 60 Minuten langen Episoden der BBC für den deutschen Markt nun acht etwa 45 Minuten lange Episoden zu machen, etwas seltsam anmutet, hatte das zumindest für mein Empfinden keinen spürbaren Einfluss auf die Erzählstruktur. Susanne Bier lässt relativ wenig aus ihrem Arthouse-Hintergrund in die Serie einfließen, aber es fällt schon eine deutlich entschleunigte Erzählweise auf. The Night Manager erzählt seine Geschichte langsam und ruhig ohne je zu langweilen und hüllt sie in elegante und spektakuläre Bilder, kommt beinahe völlig ohne Action aus und ist trotzdem von der ersten bis zur letzten Minute enorm spannend geraten. Vor allem auch, weil Susanne Bier den spürbar größten Augenmerk auf die Charaktere und deren Entwicklung legt und daraus einen großen Teil der Spannung zu generieren vermag. Besonders das Spiel mit den mehreren Identitäten des Jonathan Pine ist interessant umgesetzt, der zunächst zu Jack Lindon werden muss und dann zu Thomas Quince, um letztlich Andrew Birch sein zu können. Lindon und Quince sind seine Eintrittskarte in die Welt des Richard Onslow Roper, Andrew Birch das Ergebnis davon, sich in dieser zu bewegen. Zu diesem Zeitpunkt steckt Pine schon viel zu tief in den komplexen und oftmals sichtlich verschleierten Operationen, ist ein Teil von ihnen und befindet sich in der Position, Misstrauen säen zu können, um Ropers Strukturen schleichend und Stück für Stück zu zersetzen. Dessen rechte Hand, Major Lance „Corky“ Corkoran ist alles andere als begeistert vom Neuankömmling in der Familie und begegnet Pine von Anfang an ganz offen skeptisch und geradezu feindselig. So stellt Corkoran auch zunächst die größte Hürde für Pine da, die überwunden werden muss. Allein durch die Charaktere und deren Beziehungen zueinander entsteht oftmals eine geradezu greifbare Spannung und die verschiedenen Konstellationen führen immer wieder zu Situationen und Momenten, die spannender kaum sein könnten. Das ist Suspense in ihrer reinsten Form, die hier geboten wird. Neben dem sehr starken Drehbuch mit einigen ungemein klugen und gewichtigen Dialogen ist zweifellos die zweite große Stärke von The Night Manager die Besetzung rund um Tom Hiddleston als Jonathan Pine und Hugh Laurie als Richard Roper. Hiddleston ist hierzulande den meisten wohl überwiegend für seine Rolle des nordischen Halbgottes Loki in den Marvelverfilmungen rund um Thor und den Avengers bekannt und ein absoluter Glücksgriff für The Night Manager, füllt er seinen Jonathan Pine eindrucksvoll mit Leben, ist wahnsinnig charismatisch, enorm charmant, gleichzeitig gerissen wie ruhig und beherrscht. Irgendwie gelingt es ihm auch wegen seines sehr kontrollierten Auftretens immer wieder, sich aus noch so brenzligen Situationen geschickt und elegant herauszuwinden und auch in vermeintlichen Rückschlägen noch neue Möglichkeiten zu entdecken. Tatsächlich versteht Hiddleston sich hier sehr geschickt zu positionieren und bringt sich mit einer Kombination aus elegant und frech, modern und altmodisch, ganz deutlich als neuer James Bond in Stellung. Das Zeitalter der Körperlichkeit eines Daniel Craig dürfte nun auserzählt sein und ein frischer Wind in Form von Hiddleston, der in sich viele Merkmale einiger der besten Bonds vereint, scheint ein sinnvoller Ansatz für die Zukunft zu sein. Hugh Laurie steht dem in absolut nichts nach und glücklicherweise kommt nie das Gefühl auf, es mit Dr. House zu tun zu haben. Sein Richard „Dickie“ Roper ist aalglatt, berechnend und vollkommen skrupellos, aber eben auch genauso charismatisch und einnehmend. Er pendelt irgendwo zwischen widerlich abstoßend und faszinierend anziehend und es ist trotz seiner Taten und seiner Profession sehr schwer, ihn nicht zu mögen. Gerade das Zusammenspiel von Hiddleston und Laurie ist dann auch immer wieder ein Highlight, wie sich die beiden langsam annähern, wie sie sich an den anderen herantasten und versuchen, ihn zu durchschauen, das sind einige der besten Momente von The Night Manager. Der restliche Cast setzt sich zwar aus eher unbekannteren Schauspielern wie etwa Olivia Colman, Tom Hollander, Alistair Petrie oder Elizabeth Debicki zusammen, liefert aber durch die Bank weg sehr gute Leistungen und fügt sich tadellos mit ein.

 

The Night Manager ist eine bedingungslose Empfehlung für jeden, der gute Spionage-Geschichten zu schätzen weiß. Die Handlung wird ruhig erzählt und rückt ihre Charaktere eindeutig in den Vordergrund, ist dadurch aber dennoch enorm spannend und nie langweilig. Das Drehbuch ist erstaunlich gut ausgearbeitet und umschifft clever die üblichen Fallstricke und Irrwege ähnlich gelagerter Geschichten, bietet kluge Dialoge und faszinierende Figuren und die starken Leistungen der Darsteller runden das Ganze gekonnt ab. Die wechselnden Schauplätze von Kairo über Zermatt, Mallorca oder der Türkei sind allesamt in tollen Bildern eingefangen und auch der nötige Glanz und Glamour, der dem Leben eines Richard Roper angemessen ist, wird geboten. Überhaupt ist die ganze Serie in jeglicher Hinsicht enorm hochwertig produziert und umgesetzt. Wie bereits gesagt: eine bedingungslose Empfehlung.

 

8,5 von 10 als Landmaschinen getarnte Waffenlieferungen

 

 

Meine zehn liebsten Spionagethriller

9. April 2016 at 14:43

 

 

 

„Boy, what is it with you people? You think not getting caught in a lie is the same thing as telling the truth?“

 

 

 

Nach einer kurzen, zum Teil selbst auferlegten, zum Teil erzwungenen Schaffenspause meldet sich dieser kleine Blog mit einer weiteren Liste wieder zurück. Inspiriert durch The Night Manager, eine hervorragend geschriebene und fantastisch inszenierte Miniserie der BBC mit Tom Hiddleston und Hugh Laurie in den Hauptrollen (über die ich hier in Kürze auch noch ein paar Worte verlieren werde, haltet also die Augen offen!), präsentiere ich euch nun also die Liste meiner zehn liebsten Spionagethriller. Ganz ohne James Bond, Jason Bourne oder Ethan Hunt…

 

 

 

10.

The Constant Gardener (2005)
The Constant Gardener poster Rating: 7.5/10 (108,963 votes)
Director: Fernando Meirelles
Writer: Jeffrey Caine (screenplay), John le Carré (based on the novel by)
Stars: Ralph Fiennes, Rachel Weisz, Hubert Koundé, Danny Huston
Runtime: 129 min
Rated: R
Genre: Drama, Mystery, Romance
Released: 31 Aug 2005
Plot: A widower is determined to get to the bottom of a potentially explosive secret involving his wife's murder, big business, and corporate corruption.

 

 

 

9.

Spy Game (2001)
Spy Game poster Rating: 7.0/10 (118,440 votes)
Director: Tony Scott
Writer: Michael Frost Beckner (story), Michael Frost Beckner (screenplay), David Arata (screenplay)
Stars: Robert Redford, Brad Pitt, Catherine McCormack, Stephen Dillane
Runtime: 126 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Thriller
Released: 21 Nov 2001
Plot: Retiring CIA agent Nathan Muir recalls his training of Tom Bishop while working against agency politics to free him from his Chinese captors.

 

 

 

8.

The Spy Who Came in from the Cold (1965)
The Spy Who Came in from the Cold poster Rating: 7.7/10 (10,125 votes)
Director: Martin Ritt
Writer: John le Carré (novel), Paul Dehn (screenplay), Guy Trosper (screenplay)
Stars: Richard Burton, Claire Bloom, Oskar Werner, Sam Wanamaker
Runtime: 112 min
Rated: UNRATED
Genre: Drama, Thriller
Released: 16 Dec 1965
Plot: British agent Alec Leamas refuses to come in from the cold war during the 1960s, choosing to face another mission, which may prove to be his final one.

 

 

 

7.

The Ghost Writer (2010)
The Ghost Writer poster Rating: 7.2/10 (129,997 votes)
Director: Roman Polanski
Writer: Robert Harris (screenplay), Roman Polanski (screenplay), Robert Harris (novel)
Stars: Ewan McGregor, Jon Bernthal, Tim Preece, James Belushi
Runtime: 128 min
Rated: PG-13
Genre: Mystery, Thriller
Released: 19 Mar 2010
Plot: A ghostwriter hired to complete the memoirs of a former British prime minister uncovers secrets that put his own life in jeopardy.

 

 

 

6.

The International (2009)
The International poster Rating: 6.5/10 (79,142 votes)
Director: Tom Tykwer
Writer: Eric Warren Singer
Stars: Clive Owen, Naomi Watts, Armin Mueller-Stahl, Ulrich Thomsen
Runtime: 118 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Drama
Released: 13 Feb 2009
Plot: An Interpol agent attempts to expose a high-profile financial institution's role in an international arms dealing ring.

 

 

 

5.

A Most Wanted Man (2014)
A Most Wanted Man poster Rating: 6.9/10 (43163 votes)
Director: Anton Corbijn
Writer: Andrew Bovell (screenplay), John le Carré (novel), Stephen Cornwell (additional writing)
Stars: Grigoriy Dobrygin, Philip Seymour Hoffman, Homayoun Ershadi, Mehdi Dehbi
Runtime: 122 min
Rated: R
Genre: Thriller
Released: 1 Aug 2014
Plot: A Chechen Muslim illegally immigrates to Hamburg, where he gets caught in the international war on terror.

 

 

 

4.

Tinker Tailor Soldier Spy (2011)
Tinker Tailor Soldier Spy poster Rating: 7.1/10 (145,840 votes)
Director: Tomas Alfredson
Writer: Bridget O'Connor (screenplay), Peter Straughan (screenplay), John le Carré (novel)
Stars: Mark Strong, John Hurt, Zoltán Mucsi, Péter Kálloy Molnár
Runtime: 127 min
Rated: R
Genre: Drama, Mystery, Thriller
Released: 06 Jan 2012
Plot: In the bleak days of the Cold War, espionage veteran George Smiley is forced from semi-retirement to uncover a Soviet agent within MI6.

 

 

 

3.

Zero Dark Thirty (2012)
Zero Dark Thirty poster Rating: 7.4/10 (210,714 votes)
Director: Kathryn Bigelow
Writer: Mark Boal
Stars: Jason Clarke, Reda Kateb, Jessica Chastain, Kyle Chandler
Runtime: 157 min
Rated: R
Genre: Drama, History, Thriller
Released: 11 Jan 2013
Plot: A chronicle of the decade-long hunt for al-Qaeda terrorist leader Osama bin Laden after the September 2001 attacks, and his death at the hands of the Navy S.E.A.L.s Team 6 in May 2011.

 

 

 

2.

Body of Lies (2008)
Body of Lies poster Rating: 7.1/10 (169,376 votes)
Director: Ridley Scott
Writer: William Monahan (screenplay), David Ignatius (novel)
Stars: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Golshifteh Farahani
Runtime: 128 min
Rated: R
Genre: Action, Drama, Thriller
Released: 10 Oct 2008
Plot: A CIA agent on the ground in Jordan hunts down a powerful terrorist leader while being caught between the unclear intentions of his American supervisors and Jordan Intelligence.

 

 

 

1.

Three Days of the Condor (1975)
Three Days of the Condor poster Rating: 7.5/10 (34,260 votes)
Director: Sydney Pollack
Writer: James Grady (novel), Lorenzo Semple Jr. (screenplay), David Rayfiel (screenplay)
Stars: Robert Redford, Faye Dunaway, Cliff Robertson, Max von Sydow
Runtime: 117 min
Rated: R
Genre: Mystery, Thriller
Released: 24 Sep 1975
Plot: A bookish CIA researcher finds all his co-workers dead, and must outwit those responsible until he figures out who he can really trust.

 

 

 

Zitat des Tages

8. April 2016 at 19:42

 

 

 

„I just feel so alone, even when I’m surrounded by other people.“