Arès (2016)

18. Juli 2018 at 23:54

 

 

© Gaumont Film Company/Quelle: IMDb

 

 

 

Frankreich in nicht allzu ferner Zukunft: Die Regierung ist zusammen gebrochen, ein Drittel der Bevölkerung ist arbeitslos und Konzerne haben nun das Sagen. In dieser Welt ist der Kriegsveteran Reda ein prominenter Cage Fighter namens Arès, doch als er einen Schlaganfall erleidet, ist seine Karriere vorbei. Zehn Jahre später hält er sich mit zahlreichen kleinen Kämpfen irgendwie über Wasser, als ein großer Pharmakonzern auf ihn zu kommt und eine neue Wunderdroge an ihm testen will. Geld und Ruhm winken, doch all das hat auch seinen Preis.

 

Ja, auf seiner grundlegendsten Ebene vermischt Arès durchaus eine düstere Zukunftsvision, Familiendrama und harte Käfigkämpfe. Letzteres jedoch spielt unterm Strich bei weitem keine solch große Rolle, wie man vielleicht vermuten würde, und wer hier eine wüste Klopperei nach der anderen erwartet, der ist vielleicht fehl am Platz. Vor allem das dystopische Element steht in dem mit etwa 80 Minuten Laufzeit angenehm kurzen Film von Regisseur Jean-Patrick Benes im Vordergrund und diese Endzeitstimmung verkaufen die Macher durchaus gut, wenn der Kosmos rund um Arès und seine Familie bewusst fokussiert gehalten und uns als Zuschauer nur ein eher kleiner, beinahe intimer Ausschnitt dieser Welt gezeigt wird. Der Rest wird geschickt im Hintergrund gehalten und so wird ein Szenario erschaffen, welches mir seine Welt glaubwürdiger verkauft als zuletzt beispielsweise Mute von Duncan Jones, ohne ein allzu großes Budget zu haben. Zu Beginn musste ich mich zwar etwas an diesen artifiziellen Look gewöhnen, doch recht schnell habe ich das nicht mehr als irritierend wahrgenommen, denn Atmosphäre lässt sich Arès nicht absprechen.

 

Das erzählerische Tempo ist deutlich zurückhaltender, als man aufgrund der Prämisse von Arès vielleicht erwarten würde und Benes legt seinen Fokus eher auf die leicht schrägen Figuren, wodurch der Film dann letzten Endes auch überhaupt erst so richtig funktioniert. Es sind nämlich gerade nicht pausenlos ausufernde Kämpfe, welche die Qualitäten von Arès ausmachen, sondern vielmehr seine düsteren und doch vertrauten Bilder und seine melancholisch-bittere Stimmung, welche sich durch das Setting zieht. Sicherlich sind die Figuren nicht frei von allzu gängigen Klischees, doch gerade beispielsweise jemandem wie Myosotis wird dann doch genug Rückgrat und Selbstbewusstsein mit auf den Weg gegeben, um etwaige Untiefen elegant zu umschiffen. Auch ist Reda selbst eben gerade kein stumpfer Schläger, sondern vielmehr jemand, der gelernt hat, sich dem bestehenden System anzupassen und so sein Überleben zu sichern. Und so läuft letztlich alles auf seinen Konflikt zwischen der Aussicht auf das ganz große Geld und seiner Familie und Gerechtigkeit hinaus, welcher zum Schluss auch erfreulich konsequent aufgelöst wird.

 

6 von 10 im Kampf gespritzten Dopingmitteln