Kubo and the Two Strings (2016)

25. August 2018 at 0:25

 

 

© Focus Features/Quelle: IMDb

 

 

 

If you must blink, do it now.“

 

 

 

Der kleine Kubo lebt mit seiner apathischen Mutter in einer Höhle unweit eines kleinen Dorfes und kümmert sich aufopferungsvoll um sie. Doch sie hat auch ihre lichten Momente, in denen sie ihm immerzu einbläut, bloß nicht nach Einbruch der Dunkelheit im Freien zu sein, denn sein rachsüchtiger Großvater und dessen Töchter haben es auf ihn abgesehen. Als Kubo tatsächlich eines Tages die Zeit vergisst und die Dunkelheit hereinbricht, da ist das der Auftakt zu einem großen Abenteuer.

 

Wer im Animationsbereich gern mal etwas ernstere und vielleicht auch düstere Geschichten erzählt bekommen möchte, der sollte es mal mit den Stopmotion-Filmen aus dem Hause Laika versuchen, denn im Gegensatz zu vielen anderen Produktionen dieser Art versuchen diese nicht ihre Inhalte auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren, sondern schlagen gern visuell wie erzählerisch andere Wege ein, als man es von Pixar und Konsorten vielleicht gewohnt ist. Besonders Coraline (2009) würde ich da hervorheben wollen, aber auch ihr neuestes Werk Kubo and the Two Strings ist mehr als nur eine Empfehlung wert. Das Regiedebüt vom bisherigen Laika-CEO Travis Knight ist nämlich ein wunderschön wie aufwendig animiertes und fantasievolles Abenteuer voller fernöstlich angehauchten Mythen und Mysterien und glänzt mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Drama, Action, Gefühl, Humor und Wortwitz. Erzählerisch ist das alles zwar nicht immer ganz rund und so manche Wendung lässt sich früh erahnen, dafür ist die Inszenierung selbst ungemein temporeich und dynamisch geraten und die Bilder, welche Kubo immer wieder auf die Leinwand zaubert, sind voller liebevoller Details und toller Ideen, sorgfältig komponiert und einfach wundervoll anzusehen. Manchmal sogar etwas zu wundervoll, wenn die Trennlinie zwischen Stopmotion und CGI kaum noch wahrzunehmen ist, aber selbst das greift der Film thematisch auf. Auch die Figuren selbst haben ausreichend Eigenheiten und Tiefe, um nicht allzu schablonenhaft auszufallen und können die eigentliche Story rund um Liebe, Familie, persönliche Verluste und Identitätsfindung mühelos tragen. Wer also ein erfrischendes wie mutig melancholisches Gegenstück zu sonstigen mal mehr, mal weniger gelungenen Animationsfilmen sucht, der sollte Kubo and the Two Strings unbedingt mal eine Chance geben.

 

7,5 von 10 magischen Rüstungen im Mondlicht