Malignant (2021)

21. Januar 2022 at 22:18

 

 

© New Line Cinema/Warner Bros. Pictures

 

 

It´s time to cut out the cancer.

 

Ich muss zugeben, dass ich nicht sonderlich vertraut bin mit dem Schaffen von James Wan, denn weder die Saw-Reihe noch The Conjuring oder Insidious und deren zahlreiche Epigonen haben mich je ernsthaft gereizt. Aber mir gefällt auf jeden Fall der Gedanke, den Erfolg für Aquaman zu nehmen und in seinen neuen Film zu investieren. Warner muss viel von Wan halten, wenn sie ihn mit einem solchen Budget ausstatten und ihm Malignant so einfach durchgehen lassen. Eine solche Narrenfreiheit muss man sich auch erst einmal erarbeiten.

 

Denn was Wan uns da so auftischt, das alles ist wahrlich haarsträubender Quatsch, so richtig bescheuert und abgedroschen, aber ich muss bewundern, mit welcher geradezu heiligen Ernsthaftigkeit Wan hier zur Sache geht und gnadenlos sein Ding durchzieht. Ohne Rücksicht auf Verluste, eisern konsequent und jedem wie auch immer gearteten Kompromiss höhnisch ins Gesicht lachend.

 

Nach seinem Abstecher in Superhelden-Gefilde nun also eine Rückkehr zu seinen Horror-Wurzeln und dem Genrekino. Und eines muss man Wan in jedem Fall lassen: er weiß ganz genau, was er da tut, und vor allem aber auch, was er will. Und er will viel. Die Mechanismen des Genres beherrscht er gekonnt. Malignant entpuppt sich schnell als absurd wilder Ritt durch die Jahrzehnte des Horrorfilmes.

 

Wan referenziert beispielsweise schon in seiner Grundidee Basket Case von Frank Henenlotter, streift Haunted House ebenso wie Giallo-Gefilde, verbeugt sich vor Robert Wise gleichermaßen wie vor Mario Bava, bloß um im wüsten letzten Drittel komplett zu eskalieren und freizudrehen. So funktioniert sein Film zwar eher als bloße Geisterbahn voller einzelner, bekannter Versatzstücke, macht dafür aber auch ganz schön viel Spaß.

 

7/10