Non Stop

3. November 2014 at 21:06
Non-Stop (2014)
Non-Stop poster Rating: 7.0/10 (125,803 votes)
Director: Jaume Collet-Serra
Writer: John W. Richardson (screenplay), Christopher Roach (screenplay), Ryan Engle (screenplay), John W. Richardson (story), Christopher Roach (story)
Stars: Liam Neeson, Julianne Moore, Scoot McNairy, Michelle Dockery
Runtime: 106 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Mystery, Thriller
Released: 28 Feb 2014
Plot: An air marshal springs into action during a transatlantic flight after receiving a series of text messages that put his fellow passengers at risk unless the airline transfers $150 million into an off-shore account.

 

 

Die Ausgangslage  der Story von Non Stop ist durchaus viel versprechend, stellt aber auch eine nicht unbeträchtliche Herausforderung an den Regisseur und die Drehbuchautoren, immerhin muss das klassische Rätselraten nach dem Täter auf engstem Raum über eine Laufzeit von 106 Minuten Spannung aufbauen und auch halten können. Dass das funktioniert, dafür soll ein Story-Twist nach dem anderen sorgen, denn kaum scheint der Täter enttarnt, müssen Liam Neeson als Held der Geschichte und auch das Publikum wieder bei Null anfangen und erneut gegen die Zeit an rennen. Einige Wendungen im Plot  kommen clever daher und sind geschickt platziert, andere eher weniger. Interessant ist, wie Neeson stets aufs Neue auf begrenztem Raum und mit begrenzten Mitteln improvisieren muss, um dem Erpresser auf die Schliche zu kommen.

 

Non-Stop ist ein nahezu klassisches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem der Zuschauer fröhlich mit raten kann, wer hier wohl denn nun der unbekannte Täter sein könnte. Regisseur Jaume Collet-Serra ( House of Wax, Orphan, Unknown Identity) serviert einem die Verdächtigen hübsch auf dem Silbertablett und streut gekonnt entweder Vertrauen oder Zweifel, so dass man nachher gar nicht mehr weiß, wem man überhaupt noch trauen kann oder soll. Actionszenen sind recht spärlich gesät, dafür aber auch vor allem wegen der sehr engen Umgebung gekonnt inszeniert. Die ersten zwei Drittel sind wirklich gut gelungen, spannend, atmosphärisch dicht und wendungsreich genug, um den Zuschauer bei Laune zu halten, trotz oder vielleicht gerade wegen des enorm begrenzten Settings. Das große Problem ist dann leider das letzte Drittel des Films, dem es tatsächlich gelingt, all das, was im Vorfeld etabliert und aufgebaut wurde, wieder zu Nichte zu machen. Da nimmt der Film eine sogar für seine Verhältnisse sehr unglaubwürdige und geradezu lächerliche Wendung, die dem bis dahin durchaus soliden Thriller wirklich keinen Gefallen tut.

 

Auch ist es fast schon enttäuschend, wie die Auflösung daherkommt, irgendwie sehr unspektakulär, auch, wenn man vorher nicht wirklich erahnen konnte, welcher der vielen undurchsichtigen Verdächtigen denn nun tatsächlich der Täter ist. Vielleicht liegt das an der Oberflächlichkeit, mit der die verschiedenen Charaktere als potenzielle Täter präsentiert werden, man kann hier kaum verdächtige Charaktereigenschaften ausmachen geschweige denn ein Motiv erkennen, insofern fischt man genauso lange im Trüben wie die Hauptfigur selbst. Die finale Auflösung wirkt somit notgedrungen konstruiert, auch wenn Collet-Serra ein bis dahin recht wendungsreicher Thriller gelungen ist.

 

Das ist wirklich schade, denn Non Stop macht zu Beginn sehr viel mehr richtig als falsch, zerstört aber mit seiner finalen Auflösung, was er sich bis dahin aufgebaut hat, und gibt sich letztlich der Lächerlichkeit preis. Hier war wirklich sehr viel mehr drin. Ein Film, den man zwar schauen kann, keineswegs aber muss, man hätte nichts versäumt.