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Zitat des Tages

20. März 2015 at 1:10

 

 

 

 „You’re the disease, and I’m the cure.”

 

 

 

 

No Turning Back (Locke)

17. März 2015 at 0:35

 

 

 

Locke (2013)
Locke poster Rating: 7.1/10 (54,202 votes)
Director: Steven Knight
Writer: Steven Knight
Stars: Tom Hardy, Olivia Colman, Ruth Wilson, Andrew Scott
Runtime: 85 min
Rated: R
Genre: Drama
Released: 2014-04-18
Plot: Ivan Locke, a dedicated family man and successful construction manager, receives a phone call on the eve of the biggest challenge of his career that sets in motion a series of events that threaten his carefully cultivated existence.

 

 

 

„You make one mistake, one little fucking mistake, and the whole world comes crashing down around you.”

 

 

 

Der Ingenieur und Bauleiter Ivan Locke hat einen Fehler gemacht. Einen Fehler, dessen Konsequenzen ihn plötzlich und über Nacht einholen und über ihn hereinbrechen. Er hat eine Entscheidung getroffen, die vermutlich sein ganzes Leben verändern wird, am Vorabend der vielleicht wichtigsten Herausforderung seiner beruflichen Karriere, aber er hält aufrecht an ihr fest. Es gibt tatsächlich kein Zurück mehr für ihn. Buchstäblich. Eine Autofahrt. 90 Minuten auf britischen Autobahnen. Und ein ganzes Leben scheint plötzlich in Trümmern zu liegen und will irgendwie gekittet werden.

 

Manch einer könnte No Turning Back langweilig finden, weil hier vermeintlich nichts passiert. Keine Action, keine Bedrohung von außen, keine klassische Spannungskurve. Nur ein Mann in seinem Auto, ein Kammerspiel in Echtzeit. Der gesamte Film spielt während dieser Autofahrt, der Innenraum des Autos ist der einzige Handlungsort, Tom Hardy der einzige Darsteller, den wir zu Gesicht bekommen und die Dialoge beschränken sich auf Telefongespräche mit seiner Familie, seinem Chef, seinem Vorarbeiter und der Frau, die gerade im Krankenhaus liegt und sein Kind erwartet, die aber nicht seine Ehefrau ist. Anders als in ähnlichen Vertretern, die ebenfalls streng mit den Grenzen eines stark komprimierten und limitierten Szenarios spielen, Filme wie All Is Lost, 127 Hours oder Buried, konfrontiert Steven Knight seine einzige Hauptfigur nicht mit entfesselten Naturgewalten und er lässt sie auch nicht lebendig begraben ums nackte Überleben kämpfen. Drehbuchautor und Regisseur Knight fokussiert sich vielmehr ausschließlich auf seinen Protagonisten und dessen inneren Konflikt, diese Zerrissenheit zwischen Pflichtgefühl und Verantwortung, und schafft es Empathie zu schüren, ohne auf manipulative Taschenspielertricks zu setzen. Und es ist keineswegs so, dass in No Turning Back nichts passiert. Es passiert sogar eine ganze Menge, denn wenn Locke am Ende des Films in London ankommt, wird in seinem Leben nichts mehr so sein wie noch zu Beginn der Autofahrt 90 Minuten zuvor. Es kollidieren die Dämonen der Vergangenheit und die Unberechenbarkeit des Lebens mit einem stark technisch geprägtem Weltbild, Gewiss- und Sicherheiten zerschellen an Schicksal und Schuld. Die Tragik Lockes ist fundamental, im moralisch integeren Moment der Entscheidung für die eine Verantwortung vernachlässigt er zwei andere, es wird alles, was ihn bisher ausmachte, alles, worüber er sich definieren konnte, auf der Strecke bleiben. Unweigerlich.

 

Ein solch ambitionierter Film kann natürlich nur mit einem entsprechend fähigen Schauspieler funktionieren und Tom Hardy erweist sich hier als die perfekte Wahl, ein regelrechter Glücksgriff. Mit nur einer Geste, einem Blick, einem Seufzer gelingt es ihm, dem Zuschauer die ganze Welt Ivan Lockes innerer Zerrissenheit zu offenbaren und ehe man sich versieht, da fiebert und leidet man mit ihm mit, auch, weil er so sehr an seiner Entscheidung festhält, und sei sie vielleicht noch so falsch, denn ihm erscheint sie richtig. Durch seine schauspielerische Leistung wird dieses exzellent gespielte und auf den Punkt genau inszenierte Drama zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Den Rest übernimmt dann das brillante Drehbuch, das uns mit seinen klugen und stellenweise wirklich grandiosen Dialogen diesen Mann so unglaublich nahe bringt, dass wir überhaupt erst so sehr Anteil nehmen können an seinem Schicksal. Am Ende bleibt ein Film, der sicher nicht jedermanns Geschmack ist, man sollte schon Charakterstudien und Kammerspielen etwas abgewinnen können und sich vor allem auf diese Reise durch die Nacht hin zu einer ungewissen Zukunft einlassen, ansonsten wird es No Turning Back schwer haben und der Zuschauer genauso.

 

8 von 10 nächtlichen Autofahrten ins Ungewisse

 

 

Mein Tarantino-Ranking

15. März 2015 at 16:29

 

 

Tarantino also. Man kann von ihm halten, was man will, der Mann hat ebenso sehr seine Fangemeinde, die ihn gnadenlos verehrt, wie Menschen, die ihn für extrem überbewertet, aufgeblasen und inhaltslos halten. Ich selbst sehe mich irgendwo dazwischen, ich mag seine Filme und seine Arbeitsweise. Tarantino ist zweifellos ein Meister in dem, was er tut, sich in der Filmgeschichte zu bedienen und viele kleine Versatzstücke, Zitate, Anspielungen und Querverweise zu etwas völlig neuem zu vermischen, das trotzdem eigenständig ist und einen enorm hohen Wiedererkennungswert hat, das kann niemand so gut wie er. Zudem hat er ein unglaublich gutes Gespür für Dialoge, da macht ihm auch kaum jemand was vor, von der Art, wie er Musik in seinen Filmen einsetzt ganz zu schweigen. Allerdings halte ich ihn für keinen besonders guten Geschichtenerzähler, ihm liegt mehr das collagenartige Inszenieren, aber einen konventionellen Film traue ich ihm nicht so recht zu. Insofern halte ich ihn in seinem Bereich für absolut unangefochten und stilbildend, oft kopiert und nie erreicht, und ich liebe es, all seine kleinen Anspielungen auf die Pop – und Filmkultur zu entdecken und zu entschlüsseln, aber für einen wirklich guten Regisseur im klassischen Sinne halte ich ihn nicht. Nun also mein Ranking seiner bisher acht Filme, wobei ich Nebenprojekte und Co-Produktionen bewusst außen vor lasse. Viel Spaß damit!

 

 

 

 

 

8.

Death Proof (2007)
Death Proof poster Rating: 7.1/10 (181,815 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino
Stars: Kurt Russell, Zoë Bell, Rosario Dawson, Vanessa Ferlito
Runtime: 113 min
Rated: R
Genre: Action, Thriller
Released: 2007-05-31
Plot: Two separate sets of voluptuous women are stalked at different times by a scarred stuntman who uses his "death proof" cars to execute his murderous plans.

 

 

 

7.

Kill Bill: Vol. 1 (2003)
Kill Bill: Vol. 1 poster Rating: 8.1/10 (597,047 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino, Quentin Tarantino (character The Bride), Uma Thurman (character The Bride)
Stars: Uma Thurman, Lucy Liu, Vivica A. Fox, Daryl Hannah
Runtime: 111 min
Rated: R
Genre: Action, Crime
Released: 2003-10-10
Plot: The Bride wakens from a four-year coma. The child she carried in her womb is gone. Now she must wreak vengeance on the team of assassins who betrayed her - a team she was once part of.

 

 

 

6.

Jackie Brown (1997)
Jackie Brown poster Rating: 7.5/10 (206,328 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino (written for the screen by), Elmore Leonard (novel)
Stars: Pam Grier, Samuel L. Jackson, Robert Forster, Bridget Fonda
Runtime: 154 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama, Thriller
Released: 1997-12-25
Plot: A flight attendant becomes a key figure in a plot between the police and an arms dealer.

 

 

 

5.

Django Unchained (2012)
Django Unchained poster Rating: 8.5/10 (735,273 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino
Stars: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Kerry Washington
Runtime: 165 min
Rated: R
Genre: Western
Released: 2012-12-25
Plot: With the help of a German bounty hunter, a freed slave sets out to rescue his wife from a brutal Mississippi plantation owner.

 

 

 

4.

Kill Bill: Vol. 2 (2004)
Kill Bill: Vol. 2 poster Rating: 8.0/10 (431,770 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino, Quentin Tarantino (character The Bride), Uma Thurman (character The Bride)
Stars: Vivica A. Fox, Ambrosia Kelley, Michael Parks, James Parks
Runtime: 137 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Thriller
Released: 2004-04-16
Plot: The Bride continues her quest of vengeance against her former boss and lover Bill, the reclusive bouncer Budd and the treacherous, one-eyed Elle.

 

 

 

3.

Reservoir Dogs (1992)
Reservoir Dogs poster Rating: 8.4/10 (540,165 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino, Roger Avary (background radio dialog), Quentin Tarantino (background radio dialog)
Stars: Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn
Runtime: 99 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama
Released: 1992-09-02
Plot: After a simple jewelery heist goes terribly wrong, the surviving criminals begin to suspect that one of them is a police informant.

 

 

 

2.

Pulp Fiction (1994)
Pulp Fiction poster Rating: 8.9/10 (1,086,222 votes)
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin Tarantino (story), Roger Avary (story), Quentin Tarantino
Stars: Tim Roth, Amanda Plummer, Laura Lovelace, John Travolta
Runtime: 154 min
Rated: R
Genre: Crime, Drama, Thriller
Released: 1994-10-14
Plot: The lives of two mob hit men, a boxer, a gangster's wife, and a pair of diner bandits intertwine in four tales of violence and redemption.

 

 

 

1.

Inglourious Basterds (2009)
Inglourious Basterds poster Rating: 8.3/10 (648,606 votes)
Director: Quentin Tarantino, Eli Roth
Writer: Quentin Tarantino
Stars: Brad Pitt, Mélanie Laurent, Christoph Waltz, Eli Roth
Runtime: 153 min
Rated: R
Genre: Adventure, Drama, War
Released: 21 Aug 2009
Plot: In Nazi-occupied France during World War II, a plan to assassinate Nazi leaders by a group of Jewish U.S. soldiers coincides with a theatre owner's vengeful plans for the same.

 

 

 

Und nun bleibt nur noch abzuwarten, wie sich im November dann sein neuester Streich, The Hateful Eight, in dieses Ranking einfügen wird. Ich bin gespannt…

 

 

 

Die Schlange im Regenbogen

13. März 2015 at 18:52

 

 

Heute möchte ich eine neue Rubrik hier einführen und den Blog um eine zusätzliche Facette erweitern, die mir buchstäblich sehr am Herzen liegt. Meine Lieblingsfilme. In regelmäßiger Unregelmäßigkeit möchte ich an dieser Stelle über Filme schreiben, die vielleicht nicht so wahnsinnig bekannt sind, obwohl sie es verdient hätten, und die für mich persönlich, aus welchen Gründen auch immer, einen ganz besonderen Stellenwert und Platz in meiner Sammlung haben. Vielleicht kann ich ja noch die eine oder andere Perle an die Oberfläche befördern und euch näher bringen, Genregrenzen gibt es selbstverständlich wie immer keine. Oder so gut wie keine.

 

Und den Auftakt macht….

 

 

 

 

TheSerpentandtheRainbow

 

 

 

 

„When you wake up scream, Doctor Alan. Scream all you want. There is no escape from the grave.”

 

 

 

Der Anthropologe Dr. Dennis Alan wird im Auftrag eines amerikanischen Pharmakonzerns nach Haiti geschickt, um dort einem Mythos auf den Grund zu gehen, einem obskuren Brauch oder vielleicht auch Zauber, der angeblich Tote wieder auferstehen lassen soll und von dem man sich verspricht, das Gebiet der Anästhesie regelrecht zu revolutionieren. Je länger er jedoch dort verweilt, desto tiefer dringt er in eine Welt vor, die er nicht versteht, die sich rational nicht erklären lässt, eine Welt voller uralter Riten und bizarrer Mythen, und ehe er sich versieht, findet er sich in seinem finstersten Albtraum wieder…

 

Haiti. Voodoo. Zombies. Schlangen. Große, haarige Spinnen. Lebendig Begrabene. Die Schlange im Regenbogen, Jahrgang 1988, fährt die ganze Palette an wundervollen Gruselszenarien auf und ist meines Erachtens nach eine der besten Regiearbeiten von Horrorspezialist Wes Craven. Der Film versprüht eine seltsam schwüle und drückende, aber zugleich auch eine sehr eigenwillig düstere und befremdliche, zuweilen morbide Atmosphäre und entführt uns in eine völlig andere Welt. Das Drehbuch basiert auf den zwei Jahre zuvor erschienenen Reiseerzählungen des Anthropologen und Ethnobotaniker Wade Davis, in denen dieser beschreibt, wie er auf Haiti einem scheinbar schwarzmagischen Voodoobrauch nachspürte. Wie weit man dem dort Beschriebenem jetzt glauben mag, das sein mal dahingestellt, aber eine unterschwellige Anziehungskraft und Faszination lässt sich kaum leugnen. Wes Craven formt daraus und aus dem Spiel mit unseren Urängsten eine finstere Geschichte, bei der man sich wider besseren Wissens doch leicht beunruhigt fragt, wie viel nun davon tatsächlich geschehen könnte.

 

Gedreht wurde an Originalschauplätzen auf Haiti, zumindest zunächst, wegen der damaligen politischen Unruhen wich man später in die Dominikanische Republik aus, was der Atmosphäre spürbar zu Gute kommt. Die absolut stimmigen und ungekünstelten Kulissen lassen den Film erstaunlich authentisch wirken und machen einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Charmes aus, der Look ist dreckig und schäbig, wirkt aber eben nicht aufgesetzt, sondern eher ganz natürlich. Zudem spielt Die Schlange im Regenbogen vor einem realen politischen Hintergrund, ist die Handlung doch eingebunden in die letzten Tage des Militärregimes von Diktator Jean-Claude „Baby Doc“ Duvalier und gewährt einen erschreckenden Einblick in deren Wahnsinn inklusive Geheimpolizei und Folter. Aus diesem Blickwinkel betrachtet sind die Zombies als Allegorie auf die hiesigen Zustände zu verstehen, auch etwas, das den Film von den meisten Vertretern seines Genre abhebt, ist der Subtext hier doch ausgesprochen politisch. Zum einen wird man von dieser grausig faszinierenden Welt geradezu angezogen, gleichzeitig von ihren Greuel abgestoßen, es gelingt Wes Craven, sehr ambivalente Gefühle auszulösen. Viele Szenen brennen sich nachhaltig ins Gedächtnis und der Wiedererkennungswert ist sehr hoch, zudem wird der Zuschauer immer wieder auf die falsche Fährte  geschickt, Realität und Fiktion sind an manchen Stellen unberechenbar, trügerisch und nicht immer auseinander zuhalten. Die für die damalige Zeit sehr überzeugenden, handgemachten Effekte sind sparsam eingesetzt aber intensiv und intelligent verteilt, die Bildersprache überzeugt in fast jeder Minute Film und irgendwo zwischen Mystik, Religion und Horror wird Kontrollverlust erschreckend glaubhaft inszeniert. Das Gefühl, lebendig begraben zu werden, in einer Kiste zu liegen, unfähig sich zu befreien, umgeben von nichts als kalter Erde, wird stellenweise geradezu erdrückend intensiv rübergebracht.

 

 

 

„You’ll see it all! You’ll feel it! The cold… in the coffin. It is worse. Much, much worse!”

 

 

 

 

Zudem gelingt Der Schlange im Regenbogen etwas, das man bei derartigen Filmen eher selten findet. Der Film vermittelt Voodoo als ernsthafte Religion und als Lebensstil, aber zu keiner Sekunde als Hokuspokus. Selbst die bizarrsten Rituale werden so gekonnt vermittelt, das sie nie ins Lächerliche abdriften und trotz ihrer Absurdität glaubhaft wirken. Auch die schauspielerischen Leistungen sind, allen voran Bill Pullman und Zakes Mokae, deutlich über dem Durchschnitt, und gerade Pullman versteht es gekonnt, selbst die tiefgreifendsten Ängste absolut überzeugend spürbar zu machen. Weitere große Teile des Cast rekrutieren sich aus Einheimischen, was dem bizarren Geschehen nur noch einen Hauch mehr Authentizität verleiht als im ohnehin schon innewohnt. Das alles zusammen mit dem subtil in die Handlung und die Ereignisse eingewebten Soundtrack ergibt ein wirklich außergewöhnliches Filmerlebnis, das bis zur letzten Sekunde fesselt und erschreckend spannend bleibt. Der Gedanke, das auch nur ein Teil davon vielleicht Realität sein könnte, und sei er noch so klein, nagt dann zusätzlich am Nervenkostüm des Zuschauers und verleiht dem Film den letzten Schliff, der ihm noch fehlte, um ihn zu einem Klassiker zu veredeln. Leider zu einem recht unbekannten Klassiker.

 

 

9 von 10 leeren Gräbern

 

 

 

 

Übrigens, wer sich etwas über das ungewohnte Layout heute wundert…. das liegt einzig und allein in dem Umstand begründet, das IMDb aus unerfindlichen Gründen nicht so funktionieren wollte, wie es das eigentlich soll, und ich improvisieren musste, wollte ich doch unbedingt meine Gedanken zu diesem Film loswerden….