Starcrash

7. Oktober 2016 at 13:16

 

 

© New World Pictures

 

 

 

„Well, it’s done. It’s happened. The stars are clear. The planets shine. We’ve won. Oh. Some dark force, no doubt, will show it’s face once more. The wheel will always turn; but for now it’s calm. And for a little time, at least, we can rest.“

 

 

 

Die Weltraumschmugglerin Stella Star und ihr Navigator Akton werden von den interstellaren Polizeikräften des Emperors gefangen genommen und mit einem wichtigen wie heiklen Auftrag betreut. Sie sollen die mächtige Vernichtungswaffe des bösen Count Zarth Arn ausfindig machen und zerstören, anderenfalls erwartet sie lebenslange Strafarbeit. So ergeben sich die beiden vorerst ihrem Schicksal und begeben sich gemeinsam mit dem Roboter Elle auf die Suche nach Count Zarth Arn und seiner Waffe.

 

Was wurde über diesen Film des italienischen Regisseurs Luigi Cozzi nicht schon alles gesagt und geschrieben? Absolute Trash-Granate. Größter Quatsch aller Zeiten. Dumm-dreistes Star Wars-Plagiat. Wenn ich in den letzten Jahren auch im Zuge meiner Texte für den Mattscheibenvorfall und der grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Medium Film eines gelernt habe, dann, dass es immer einfacher ist, sich über einen vermeintlich schlechten oder billigen Film lustig zu machen und die offensichtlichen Mängel herauszuarbeiten, anstatt sich die Mühe zu machen, seine Werte zu erkennen, vielleicht seine eigenwillige Schönheit und dann letztlich auch die glatt polierte Willkürlichkeit etablierter, filmischer Standards zu hinterfragen. Insofern will ich doch Star Crash einfach mal nutzen, um eine Lanze für die vermeintlich miesen Filme dieser Welt zu brechen, die oft nämlich gar nicht so mies sind, wie sie gerne gemacht werden, durchaus auch ihre eigenen Reize haben und mehr bieten als schnöde Kalauer und unfreiwillige Belustigung. Sofern man denn auch dazu bereit ist, sich auf die Suche danach zu begeben. Natürlich ist Star Crash wohl eines der hirnrissigsten und beknacktesten jener Science Fiction-Märchen, die zu der Zeit im Fahrwasser von George Lucas´ Sternenoper die Filmwelt fluteten, aber es ist zugleich wohl auch eines der wildesten, grellsten und buntesten. Und den Film einfach nur stumpf als billig runtergekurbeltes, trashiges Star Wars-Rip Off abzutun, das ist mir dann doch zu kurz gegriffen, und wird dem Film nicht immer gerecht. Klar, schon der opening shot bedient sich schamlos bei seinem übergroßen Bruder im Geiste, aber Star Crash hat schon noch etwas mehr zu bieten als viele andere Star Wars-Epigonen jener Zeit wie beispielsweise der berühmt-berüchtigte Turkish Star Wars (Dünyayi Kurtaran Adam), welcher dann nämlich tatsächlich vollkommen schamlos ist in seinem Betreiben, sich gleich bei allem zu bedienen, das auch nur irgendwie bekannt war um 1980 herum. Überhaupt dieses Wörtchen Trash. Ich mag es ebenso wenig wie den massiv inflationär gebrauchten Ausdruck Kult. Beides leere und bedeutungslose Worthülsen, die zu allem Überfluss auch noch meist im falschen Kontext gebraucht werden. Sharknado und Co. aus dem Hause Asylum sind vieles, aber sicher kein Trash, allenfalls blanker Zynismus, denn es mangelt ihnen an einer gewissen Unschuld. Diese Art von Film ensteht nicht aus Unvermögen oder Geldmangel, sie macht ja ganz bewusst, was sie macht, legitimiert sich selbst, indem sie sich hinstellt und laut rufend ihre Waren an den Mann bringen will: So bad that it´s good! Aber genau das öffnet der ewigen Gleichmacherei und dem identitätslosen Professionalismus alle Türen. Im Umkehrschluss irritiert mich auch immer, wenn Plan 9 From Outer Space von Ed Wood auch von Menschen, die es eigentlich besser wissen sollten, als der oder zumindest einer der schlechtesten Filme aller Zeiten bezeichnet wird. Man sollte schon differenzieren zwischen einer Idee oder künstlerischen Vision, die zwar vielleicht aus offensichtlichen Gründen scheitert, aber wenigstens Herzblut und Seele zu bieten hat und Leidenschaft erkennen lässt, und einer absichtlichen Anbiederung an ein abgestumpftes Publikum, dessen Lieblingsworte die eben leeren wie bedeutungslosen „Kult“ und „Trash“ sind. Erstere scheitert dann immerhin in Würde, was mehr ist als so manch anderer Film für sich verzeichnen kann und darf und mir dann auch sehr viel lieber ist als all der seelenlose, glatt gebügelte, an nackten Zahlen ausgerichtete wie stumpfe Klamauk, der sich als Trash feiern lässt. Womit wir dann auch den Bogen zurück zu Star Crash schlagen.

 

Denn dieser wilde, bizarre, jegliche Logik ignorierende Ritt durch seine ganz eigene, krude Welt, die zudem quasi im Minutentakt ihr eigenes Regelwerk permanent über Bord wirft und neu erfindet, und atemlos von set piece zu set piece hetzt, dem spürt man eben die Liebe, die Begeisterung, den Enthusiamus und die große Lust am Fabulieren seines Machers immer an. Zwei Jahre später drehte Luigi Cozzi den schon deutlich uninspirierter wirkenden Alien-Klon Astaron – Brut des Schreckens, aber bei Star Crash hat er sich seine Vision erhalten und nicht durch finanzielle Limitierung und künstlerische Abwägung kaputt machen lassen und das ist doch toll und lobenswert. So ist seine Space Opera ein völlig überbordendes, wildes, herrlich kreatives Chaos und eben keine nüchtern berechnete, nach technischer Perfektion strebende und letztlich langweilige Hochglanzproduktion ohne Ecken und Kanten. Insofern ist mir Star Crash mit all seinen Fehlern, Problemen und Schwächen trotzdem lieber als der nächste lieblos runtergekurbelte, aalglatte, mit riesen Budgets aufgeblasene, das Sommerloch überbrückende Blockbuster, denn er hat Herz, Mut und keine Angst zu versagen oder verlacht zu werden. Nennt mich kulturpessimistisch, aber es ist doch schade, dass modernes Kino immer öfter durch sein Streben nach steriler Perfektion das kindliche Staunen in uns mehr und mehr abtötet. Phantasie scheint immer weniger gefragt zu sein und in den Hintergrund zu rücken, der Wille zur sogenannten suspension of disbelief, das Versinken in fremde Welten, die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, all das scheint zusehends an Bedeutung zu verlieren. Das finde ich schade und es ist nicht nur, aber auch ein Grund dafür, warum mich Star Crash so fasziniert, obwohl ich sehr wohl um seine mitunter doch auch gravierenden Probleme weiß und diese mir vollkommen bewusst sind. Eine nackte Zahl zur Bewertung gibt es heute nicht, ich mag Star Crash einfach und das muss vorerst reichen. Am besten, ihr schaut ihn euch selbst mal an und bildet euer eigenes Urteil.

 

 

Star Wars: The Force Awakens

18. Dezember 2015 at 2:42

 

 

 

Star Wars: The Force Awakens (2015)
Star Wars: The Force Awakens poster Rating: N/A/10 (N/A votes)
Director: J.J. Abrams
Writer: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt, George Lucas (characters)
Stars: Daisy Ridley, Carrie Fisher, Mark Hamill, Adam Driver
Runtime: 135 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Adventure, Fantasy
Released: 18 Dec 2015
Plot: A continuation of the saga created by George Lucas and set thirty years after Star Wars: Episode VI - Return of the Jedi (1983).

 

 

 

„This will begin to make things right.“

 

 

 

An dieser Stelle muss ich auf die übliche, kurze Inhaltsangabe verzichten, denn diese Review soll frei von Spoilern bleiben, um niemanden um das Vergnügen zu bringen, all diese Dinge im Film selbst zu entdecken und zu erleben. Auf die Handlung selbst werde ich also nicht eingehen. Die größte Frage von allen dürfte wohl sein: kann der Film dem zum Teil auch künstlich erschaffenem, gigantischen Hype um ihn herum mit all den bereits im Vorfeld gebrochenen Vorverkaufsrekorden gerecht werden? Wohl kaum, wie sollte er auch? Muss er das überhaupt? Nein, auf keinen Fall! Wäre er dann gescheitert? Auch hier kann ich nur sagen: Nein, auf keinen Fall! Vorweg muss ich zugeben: ich bin Fanboy. Nicht einfach nur Fan, nicht bloß jemand, der die Filme und das Universum, welches sie erschaffen, mag. Ich liebe sie, habe sie so oft gesehen, dass ich gar nicht mehr weiß, wie oft eigentlich genau, und ganz sicher keine anderen Filme öfter. Vermutlich kann ich sie auswendig mitsprechen. Zumindest Episode IV bis VI. Über Episode I bis III…. nun ja, darüber möchte ich lieber nicht sprechen. Das Erbe also ist groß, die Messlatte weit oben und die Fallhöhe tief, dennoch will ich mich bemühen, so objektiv wie möglich zu bleiben und mich nicht von Hype und Nostalgie blenden zu lassen…

 

Dieser Tage erscheint also mit The Force Awakens die siebte Episode dieser Sternenkriegssaga und somit nicht nur der von mir, sondern vielmehr der weltweit seit Jahren wohl am sehnsüchtigsten erwartete Film überhaupt. Denn Star Wars ist mehr als nur eine erfolgreiche Filmreihe, es ist größer und bedeutsamer, als kaum ein anderer Film, überdauert seit Jahrzehnten, hat kaum von seiner Anziehungskraft eingebüßt und verbindet Generationen. Ein Phänomen, welches sich still und leise in unser Leben geschlichen hat, nicht einfach nur ein weltweit kulturelles Ereignis, das zum festen Bestandteil der Popkultur wurde, Star Wars ist schon längst in unserem Alltag angekommen, in unser kollektives Gedächtnis gesickert und durchdringt mittlerweile alles Mögliche auch fernab seines eigentlichen Ursprungs. Selbst Nichtkenner der Filme und der Materie sind die Charaktere und deren Namen, die ikonischen Bilder, die Dialoge oder die Musik ein Begriff und sogar sie sind dazu in der Lage, Anspielungen auf Inhalte zu erkennen und zu dekodieren, ohne diese jemals bewusst erlebt zu haben. Schon längst haben diese Filme die Grenze vom reinen Unterhaltungsprodukt hin zu etwas viel größerem überschritten, zu einem Mythos, für manchen sogar zu einer Art von Religion, und haben sich völlig aus ihrem Kontext gelöst, ein Eigenleben entwickelt, das so unmöglich absehbar war, als Episode IV das Licht der Kinos dieser Welt erblickte. Auch ist Star Wars nicht nur der Impulsgeber der modernen Filmvermarktung mit all dem Merchandise und den Millionen von Fanartikeln, wie wir es heute doch so gewohnt sind, es ist vielmehr die Blaupause schlechthin für die kommerzielle Filmauswertung, wie wir sie permanent erleben, Vorreiter und Musterbeispiel zu gleich. Und letztlich ist die Saga natürlich auch Ausdruck der Lust am Erzählen und am visuellen Spektakel und damit nicht weniger als die logische und konsequente Weiterentwicklung der ursprünglichen Kraft des Kinos und der bewegten Bilder. Eskapismus in Reinkultur, die Lust am Schauen des Unmöglichen, die kurze und zeitlich begrenzte Flucht in eine gänzlich andere Welt als die eigene. Niemand sollte das moderne Kino so sehr prägen wie George Lucas mit Star Wars, indem er einen Mythos erschuf, etwas, das aus seiner Vorstellungskraft heraus auf die Leinwand und von dort in die Köpfe von Millionen von Menschen gelang und nun nicht mehr wegzudenken ist.

 

 

 

„I’ve got a bad feeling about this.“

 

 

 

Genug drumherum geredet, kommen wir doch endlich zum eigentlichen Beweggrund für diese Review, die, das kann ich nicht leugnen, etwas umfassender ausfällt als gewohnt. Alle Spekulationen und Befürchtungen rund um Episode VII, die seit deren Ankündigung Fans und Nerds weltweit in Atem hielten, haben nun ein Ende. Es ist vollbracht, der Film ist da und wir alle dürfen aufatmen, denn er ist gut. Wirklich richtig gut. George Lucas selbst ist bekanntermaßen nicht mehr an Bord, dessen Vision seiner Prequel-Trilogie bei den Fans keinen Anklang finden konnte, zu seelenlos und steril waren all diese seltsamen Szenerien, zu sehr an den erzählerischen Geist einer Seifenoper angelehnt, und statt Schmutz, Dreck und Staub auf entfernten, exotischen Planeten und dem klassischen Kampf Gut gegen Böse gab es auf Hochglanz polierte Senatssäle und scheinbar endlose, politische Diskussionen über Handelsabkommen. Das aber größte Verbrechen war der Versuch, das Mystische zu entmystifizieren, indem Lucas durch die plötzlich eingeführten Midi-Chlorianer die Macht rational erklärbar machte. Der Schleier des Geheimnisvollen wurde von den Filmen genommen, denn etwas, das gar keiner Erklärung bedurfte und auch genau deswegen so faszinierend war, diese gewisse Magie, der Geist der alten Trilogie, war plötzlich nicht mehr vorhanden. Nun sitzt also J.J.Abrams auf dem Regiestuhl, der Mission Impossible wiederbelebte, mit Super 8 auf wundervolle Art und Weise dem Kino eines Steven Spielbergs huldigte und mit seinem Star Trek-Reboot Kirk und Spock sogar für Nicht-Fans interessant und unterhaltsam machte. Kaum jemandem sonst hätte ich zugetraut, Episode VII nicht vor die Wand zu fahren, denn der Mann ist glaubwürdig selbst Fan und hat verstanden, worum es geht und was es braucht, nämlich eine ausgewogene Balance aus Nostalgie und Moderne. Und genau das bietet The Force Awakens von der ersten bis zur letzten Minute.

 

J.J. Abrams gelingt es tatsächlich, das Kunststück, dieser schwierige Spagat zwischen beiden Polen, und er schafft es, sowohl die Fans zu befriedigen, die mit der alten Trilogie aufgewachsen sind, als auch das jüngere Publikum, das wohlmöglich die Prequel-Trilogie im Kino erlebt hat oder vielleicht sogar noch nie Kontakt mit Star Wars hatte. Das Gefühl ist zurückgekehrt ins Star Wars-Universum und es ist nicht einfach nur bloße Nostalgie um ihrer selbst willen, vielmehr atmet The Force Awakens genau den Charme, welcher die Reihe einst ausgemacht hat, und Abrams rettet das meiste liebenswerte dieser Filme, ihren Geist und vor allem ihre Atmosphäre, sehr gelungen hinüber in den neuen. Ein Gefühl wohliger Vertrautheit macht sich schon nach wenigen Minuten breit und Fans werden sich schnell heimisch fühlen. Alles fühlt sich wieder echter an und nicht mehr so klinisch und künstlich wie zuletzt, denn obwohl natürlich viel CGI eingesetzt wird, sind doch zum einen die Effekte wirklich atemberaubend gut und zum anderen so oft es geht mit handgemachten Masken und Modellen geschickt kombiniert, wodurch diese ganze Welt so viel authentischer, greifbarer, schmutziger, einfach überzeugender wirkt. Und visuell ist The Force Awakens über jeden Zweifel erhaben und absolut brilliant. Das erzählerische Tempo ist sehr hoch, es gibt viele beeindruckende Actionsequenzen und kaum Atempausen zum Verschnaufen, aber der Film wirkt nie gehetzt oder überstürzt und man verliert auch nie den Überblick über das Geschehen. Dazu ist The Force Awakens überraschend humorvoll geraten und stellenweise richtig witzig, vor allem aus den Charakteren und deren Beziehungen zueinander entsteht viel Situationskomik. Zwar kann man hin und wieder eine Szene vielleicht etwas albern finden, aber es ist nie dieser kindische Jar Jar Binks-Humor, der mit dem Vorschlaghammer daherkommt, sondern eher subtil und herzlich. Übrigens funktioniert die geschickte Kombination aus neu und alt nicht nur auf der atmosphärischen Ebene ganz hervorragend, auch beim Cast greift dieses Prinzip wie ein Uhrwerk. Der Generationenwechsel ist absolut gelungen und sowohl Charaktere wie Han Solo, Chewbacca, Luke Skywalker oder Leia Organa harmonieren wunderbar mit den neuen und ausgesprochen charismatischen Figuren wie etwa Rey, Finn oder Poe Dameron. Daisy Ridley, John Boyega und Oscar Isaac leisten an der Seite von Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher wirklich gute und überzeugende Arbeit. Vor allem Daisy Ridley hat es mir irgendwie sehr angetan, die einfach nur sensationell wirkt mit ihrer entspannten und natürlichen Selbstverständlichkeit und genau dem richtigen Gefühl für ihre Figur.

 

 

 

„Hope is not lost today… it is found.“

 

 

 

Aber vielleicht ahnt ihr es bereits, wo Licht ist, da ist auch Schatten. Die dunkle Seite, wenn man so will. Leider ist die Geschichte an sich, die eigentliche Handlung von The Force Awakens, nämlich sehr formelhaft erzählt und wenig innovativ. Wirkliche Neuerungen sucht man hier vergeblich, denn dafür orientiert sich die Story dann doch zu sehr an den Mustern der alten Trilogie, meist an Episode IV, und nur ganz selten wagt man sich aus der erzählerischen Sicherheit des puren Fan-Service heraus und testet Grenzen aus. Das ist schade und wirkt ein wenig so, als wollte man nicht allzu große Risiken eingehen, um niemanden zu verprellen und lieber auf Nummer sicher gehen. Ein wenig mehr Mut hätte dem Film gelegentlich ganz gut getan. Und dann ist da noch Kylo Ren, den The Force Awakens als Bösewicht aufbaut und etabliert, der aber etwas zu blass bleibt und nicht wirklich bedrohlich wirkt, denn diese Aura des puren Bösen, die vermag Adam Driver nicht so recht auszustrahlen. Da hinterlässt Domhnall Gleeson als General Hux in seiner zwar übersteigerten, aber auch befremdlichen Performance schon einen etwas anderen Eindruck, und wenn er eine flammende Ansprache vor seinen Truppen hält, dann kommen einem unweigerlich ganz bestimmte Vergleiche und Bilder in den Sinn. Dennoch muss man feststellen, dass die dunkle Seite der Macht in The Force Awakens nicht immer so überzeugend wirkt wie die der Helden. Ebenfalls ein wenig seltsam, weil überraschend dünn, fällt die erneut von John Williams geleitete musikalische Untermalung aus. Zwar gelingt es immer wieder dezent, geschickt und erstaunlich homogen, bekannte Themen aus der alten Trilogie mit den neuen Kompositionen zu verschmelzen, doch gerade die neuen Stücke bleiben eher wenig einprägsam, keines von ihnen will sich so richtig im Kopf festsetzen. Aber all das ist natürlich Jammern auf sehr hohem Niveau.

 

Am Ende schenkt J.J. Abrams den Fans und damit auch mir genau den Film, den ich mir schon 1999 von George Lucas gewünscht hätte. Und selbstverständlich kann The Force Awakens dem gigantischen Hype um ihn nicht gerecht werden, aber dennoch ist es ein verdammt guter Film geworden. Temporeich und mit einem relativ hohen Anteil an Action, humorvoll und warmherzig und genau mit dem nötigen Geist der alten Filme und gleichzeitig auch modernen Elementen ausgestattet, um nicht einfach nur stumpf nostalgisch zu wirken, sondern angenehm ausbalanciert. Nicht alles funktioniert zwar immer einwandfrei und kleinere Abstriche muss man in Kauf nehmen, aber The Force Awakens lässt mich wieder ausgesprochen positiv in die Zukunft meiner liebsten Filmreihe blicken und macht mich glücklich. Geist, Seele und Magie sind wieder zurückgekehrt ins Star Wars-Universum. Ein wundervoller Abschluss für das Filmjahr 2015. Möge die Macht mit uns sein.

 

8,5 von 10 Gesprächen mit BB-8

 

EDIT 16.12.2016: Nach nunmehr annähernd einem Jahr mit Star Wars: The Force Awakens und inzwischen auch zahlreichen Sichtungen im beinahe zweistelligen Bereich muss ich zugeben, dass ich den Film heute etwas nüchterner sehe als noch damals. Das Abebben der anfänglichen, vielleicht etwas überschwänglichen Euphorie des glühenden Fanboys in mir und das Erkennen des einen oder anderen Strukturproblems führen letztlich zu einer etwas anders gelagerten Gewichtung meiner Eindrücke und korrigieren die abschließende Note letztlich auf 7,5 von 10.