Tonari no Totoro (1988)

16. Februar 2020 at 21:26

 

 

© Studio Ghibli/Quelle: IMDb

 

 

 

Um mehr bei ihrer kranken Mutter sein zu können, ziehen die Schwestern Satsuki und Mei zusammen mit ihren Vater Tatsuo in ein neues Haus nahe des Krankenhauses. Die ländliche Umgebung wird schnell zu einem Abenteuerspielplatz, welchen vor allem die kleine Mei zu erkunden beginnt, und welcher sie zumindest vorübergehend ihre Sorgen und Ängste vergessen lässt.

 

Tonari no Totoro ist ein Film, den ich leider erst viel zu spät für mich entdecken durfte und nur zu gern einmal in meiner Kindheit hätte sehen wollen. Dieses noch recht frühe Werk aus dem Hause Studio Ghibli zeugt bereits von der stark ausgeprägten stilistischen wie inszenatorischen Sicherheit seines Regisseurs Hayao Miyazaki. Der langsam voran getriebene und vergleichsweise ereignisarme Plot entfaltet sich mit Bedacht, erzählt Totoro doch ohnehin spürbar mehr in Bildern als durch ausformulierter Handlung. Und doch gelingt es Miyazaki, seinen unbändigen Gestaltungswillen seinen beiden Protagonistinnen Satsuki und Mei geschickt unterzuordnen, sind es doch gerade diese beiden, aus deren kindlich-naivem Blickwinkel die Welt hier wahrgenommen wird.

 

Sie sind es, die das Tempo vorgeben, sie sind es, die den Rhythmus bestimmen, und sie sind es, die die Regeln etablieren, denn es ist auch oder vielmehr gerade ihr unverstellter Blick voller Unschuld auf eine Welt, die sie erst noch zu verstehen lernen und entdecken wollen. Beschwingt und leichtfüßig zeugt Totoro von der Magie des Alltäglichen und verneigt sich gleichermaßen ebenso vor der Kraft der Fantasie wie vor der Schönheit der Natur. Voller Demut, Charme, Herz, Seele und jeder Menge liebevoller Details sowie authentischen Beobachtungen schildert Miyazaki gefühlvoll und mit unglaublich viel Fingerspitzengefühl die kindliche Erlebniswelt seiner Figuren. Eine zauberhafte Ode an die Natur, an die Fantasie und vor allem an den unschuldigen Blick von Kindern auf die Welt um sie herum.

 

8,5 von 10 gesammelten Eicheln