Transcendence

7. Februar 2015 at 17:04

 

 

Transcendence (2014)
Transcendence poster Rating: 6.3/10 (123,029 votes)
Director: Wally Pfister
Writer: Jack Paglen
Stars: Johnny Depp, Rebecca Hall, Paul Bettany, Cillian Murphy
Runtime: 119 min
Rated: PG-13
Genre: Drama, Mystery, Sci-Fi
Released: 18 Apr 2014
Plot: A scientist's drive for artificial intelligence, takes on dangerous implications when his consciousness is uploaded into one such program.

 

 

 

„The Internet was meant to make the world a smaller place. But it actually feels smaller without it.”

 

 

 

Dr. Will Caster und sein Team sind die weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Es gelingt sogar kollektives Wissen und menschliche Emotionen zu digitalisieren, ein enormer Durchbruch für die Forschung. Jetzt soll die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis gesetzt und der nächste Schritt dieser digitalen Evolution in Angriff genommen werden. Doch es gibt auch Gegner dieses Fortschritts, eine ausgesprochen militante Anti-Technologie-Bewegung, deren Widerstand nicht gerade unerheblich ist. Als schließlich Dr. Caster bei einem Anschlag ums Leben kommt, wird sein Bewusstsein in eine Künstliche Intelligenz transferiert. Diese wächst und wächst fortan immer weiter, verleibt sich Stück für Stück immer mehr ein und gewinnt zusehends an Einfluss auf das Weltgeschehen…

 

Transcendence ist das Regiedebüt von Wally Pfister, dem Kameramann von Christopher Nolan. Und Johnny Depp spielt mit. Das war es dann aber auch schon, vielmehr gibt es da nicht zu sagen. Die Grundidee des Films ist eine die durchaus zu gefallen weiß, die Frage, was Bewusstsein ist, was Menschlichkeit, was uns als Menschen ausmacht. Im Grunde also eine ähnlich gelagerte Thematik wie im Film Her, nur wird sie hier völlig anders umgesetzt. Oder eben auch nicht, denn Transcendence schafft es zu keiner Sekunde, das Thema wirklich aufzugreifen, sich damit ernsthaft zu beschäftigen und kratzt permanent nur an der Oberfläche einer eigentlich sehr komplexen Idee. Hier scheitert der Film auf der ganzen Linie. Zudem scheint der Film nicht wirklich zu wissen, was er will, schwankt er doch über die gesamte Laufzeit zwischen Science Fiction-Drama mit philosophischem Tiefgang und Actionfilm mit intelligentem Unterbau, ist letztlich aber keines von beidem, geht für das eine nicht tief und weit genug und für das andere ist er einfach zu zahm inszeniert, es mangelt zu sehr an Dynamik in der Erzählstruktur. Auch gibt es keinen richtigen Höhepunkt, auf den zugestrebt wird und in dem sich Angestautes entladen könnte, kein richtiges Finale, der Film ist plötzlich einfach irgendwie zu Ende. Transcendence wirkt seltsam orientierungslos und dümpelt in seiner eigenen Mittelmäßigkeit so vor sich hin, ganz so als wollte man keine Stellung beziehen, lieber gar nichts sagen als anzuecken. Zu allem Überfluß wird dann am Ende auch noch die ganze große Moralkeule ausgepackt und hinterlässt einen fiesen Beigeschmack im Abgang, sogar eine Art digitaler Jesus wird inszeniert.

 

 

 

„I spent my life trying to reduce the brain to a series of electrical impulses. I failed. Human emotion, it can contain illogical conflict. Can love someone, and yet hate the things that they’ve done. Machine can’t reconcile that.“

 

 

 

So überraschungsarm und dünn die Story ist, so eindimensional und oberflächlich sind die Charaktere, die sie bevölkern. Kaum ein Klischee wird ausgelassen bei der Figurenzeichnung, alle wirken wie Abziehbilder, wie aus einem Baukasten zusammengesetzt. Erschreckend schwach ist auch die schauspielerische Leistung, gerade und vor allem auch von Johnny Depp. Da spielt der Mann endlich mal eine Figur, die nicht wieder die x-te, leicht abgewandelte Variation eines seiner durchgeknallten und abgedrehten (und oftmals überdrehten) Charaktere ala Jack Sparrow ist, und präsentiert sich absolut blutleer, seelenlos und völlig austauschbar. Die Figur des Dr. Caster mit irgendwem anderes zu besetzen, es hätte keinen Unterschied gemacht, von seiner Performance bleibt wirklich nichts hängen. Der Rest des Cast um Rebecca Hall, Paul Bettany, Cillian Murphy und Kate Mara, ja sogar Morgan Freeman ist aber auch nicht viel besser. Johnny Depp allerdings ist mehr als nur auf dem absteigendem Ast, Flop reiht sich an Flop, und er ist auf dem besten Wege in der Versenkung zu verschwinden. Gewagte These meinerseits: Johnny Depp müsste mal einen Film mit Tarantino machen, das würde seine Karriere vielleicht wieder Aufwind verleihen. Wäre ja nicht das erste Mal, das Tarantino scheinbar tot geglaubte Schauspieler wiederbelebt.

 

Transcendence ist schlicht und ergreifend langweilig und vorhersehbar in allen Belangen. Ein allzu offensichtliches Spiel mit Moral, mit Gut und Böse, die ständige Schwarz/Weiß-Malerei, flache und eindimensionale Charaktere und deren oft unglaubwürdigen Entscheidungen und Motivationen, die Unfähigkeit konsequent eine erzählerische Richtung einzuschlagen und der enorm schwache Cast machen aus Transcendence einen größtenteils tatsächlich überflüssigen Film. So ambitioniert die zu Grunde liegende Idee doch ist, so schwach ist deren filmische Umsetzung. Es mangelt an Herz und Leidenschaft, auch an Figuren, die Identifikationspotential bieten, und an einer klaren Vision, was der Film nun eigentlich sagen will. Vor allem aber mangelt es an Menschlichkeit, ironischerweise ist Transcendence in diesem Punkt erstaunlich konsequent, wenn man so will. Es braucht eben doch mehr für einen guten Film als eine Idee und Optik.

 

3 von 10 digitalen Märtyrern