Shut Up and Play the Hits (2012)

13. Februar 2021 at 21:24

©Oscilloscope/Pulse Films

 

 

 

If it´s a funeral… let´s have the best funeral ever.“

 

 

 

2011 kommt James Murphy auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu der Entscheidung, aufzuhören. Schluss zu machen. Keine neuen Songs mehr, keine Konzerte, kein LCD Soundsystem. Bloß noch eine einzige rauschhafte Nacht im Madison Square Garden vor 20.000 Menschen, dreieinhalb Stunden lang, eine letzte große Verbeugung vor Fans wie Wegbegleitern und langjährigen Freunden gleichermaßen. Die Dokumentation von Will Lovelace und Dylan Southern (No Distance Left to Run, 2010) ist nicht nur während des Konzertes immer sehr nah an Murphy dran, sondern folgt ihm auch in den Tagen davor und danach und gewährt zum Teil erstaunlich intime Einblicke. Doch trotz solcher Momente sollte man sich nicht täuschen lassen, denn Murphy ist bekannt als Kontrollfreak und hat das ganze Unterfangen von der ersten Ankündigung an bis hin zur letzten gespielten Note minutiös verbereitet und geplant.

 

So konstruiert er seine ganz eigene stilisierte Fiktion eines wahren Ereignisses, bei der es vermutlich nie darum ging, objektiv von außen einen Blick auf das Konzert zu werfen. Und obwohl nicht wenige Szenen inszeniert wirken, so spürt man dennoch die immense Bedeutung dieses Abends für alle Beteiligten. Das Ende einer emotional prägenden Reise. Der Schlusspunkt einer bemerkenswerten Karriere. Dass das LCD Soundsystem inzwischen längst wiederbelebt wurde, das kratzt zwar rückblickend am vielfach bemühten Mythos dieses Abschiedes, lässt aber auch neue Perspektiven auf die Frage nach Murphys biggest failures zu. Und darüber hinaus versteht sich Shut Up and Play the Hits auch noch als eine Liebeserklärung an New York selbst. Oder um es mit den Worten von James Murphy selbst auszudrücken: New York, I love you, but you´re bringing me down.

 

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