Nine Deaths of the Ninja (1985)

14. Mai 2020 at 23:38

 

 

© Crown International Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

Als eine Terror-Gruppe unter der Führung von Alby dem Grausamen einige Touristen entführt um die Freilassung eines seiner Verbündeten zu erzwingen, da rufen die USA eine hoch spezialisierte Anti-Terror-Einheit auf den Plan, die mit Spike Shinoda einen erfahrenen Ninjakämpfer als Anführer hat.

 

Lollipop und Machoman. Filmischer Wahnsinn. Ein Zelluloid gewordener Unfall. Mehr als einmal in diesen rund 90 Minuten Laufzeit war ich fassungslos angesichts des Treibens auf dem Bildschirm. Was, zum Teufel, haben sich alle Beteiligten dabei gedacht? Shō Kosugi war gerade erst von Cannon Films zu Crown International Pictures gewechselt, die sich Cannon nicht unähnlich dem Exploitation-Kino widmeten ohne jedoch deren Budgets zu haben. Das spürt man deutlich, denn obwohl 9 Deaths of the Ninja eine amerikanische Produktion ist, wirkt das alles viel mehr wie ein billig runter gekurbelter Asia-Film.

 

Dazu scheint Regisseur und Drehbuchautor Emmett Alston ein ziemlich großer James Bond-Fan zu sein, denn anders lässt sich kaum erklären, dass sein Film über weite Strecken wie eine kraftlose Parodie wirkt. Bereits die auf eine ebenfalls Bond-typische Auftaktszene folgende Titelsequenz lässt mich an allem zweifeln, wenn Shō Kosugi und eine handvoll Aerobic-Damen zu einem maximal drittklassigen Bond-Song-Klon eine befremdliche Performance darbieten. Und in dem Stil geht das weiter: Kosugi im Kampf gegen vier Kleinwüchsige, Namen wie Spike Shinobi oder Honey Hump, eine merkwürdige Sequenz mit einem Münchener Oktoberfest-Verschnitt samt Volksmusik im Terroristenlager, ein Affe mit Windeln.

 

Doch mein persönliches Highlight ist zweifellos eine Verfolgungsjagd unter Wasser, in der unser Held seinen weiblichen Verfolgern nicht die Tauchmasken vom Gesicht reißt, sondern lieber die Bikini-Oberteile. Und dann noch der komplett durchgeknallte Oberbösewicht: Alby der Grausame. Ernsthaft. Als Karikatur selbst für Austin Powers viel, viel, viel zu drüber gezeichnet, im Rollstuhl sitzend und mit einem wirklich weirden Kleidungsstil und merkwürdig schrägem Akzent/Sprachfehler ausgestattet. Kleiner Fun Fact: Alby den Grausamen spielt ein gewisser Blackie Dammett, der im bürgerlichen Leben John Michael Kiedis heißt und der Vater von Anthony Kiedis ist, dem Sänger der Red Hot Chili Peppers ist.

 

All das wirkt wie eine handfest in die Hose gegangene Parodie auf Bond, doch da schwingt auch immer wieder eine irritierende Ernsthaftigkeit mit, die ich mir einfach nicht erklären kann. So wie ich mir den ganzen Film nicht erklären kann. Objektiv ein Totalausfall, eine filmische Bankrotterklärung. Subjektiv mit der passenden Einstellung durchaus unterhaltsam.

 

Irgendwas zwischen 2 und 6. Also 4… glaube ich… irgendwie…