Planet der Affen – Revolution

14. Dezember 2014 at 20:23

 

 

Dawn of the Planet of the Apes (2014)
Dawn of the Planet of the Apes poster Rating: 7.9/10 (166,096 votes)
Director: Matt Reeves
Writer: Mark Bomback, Rick Jaffa, Amanda Silver, Rick Jaffa (characters), Amanda Silver (characters), Pierre Boulle (novel)
Stars: Andy Serkis, Jason Clarke, Gary Oldman, Keri Russell
Runtime: 130 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Drama, Sci-Fi
Released: 11 Jul 2014
Plot: Ten years after a pandemic disease, apes who have survived it are drawn into battle with a group of human survivors.

 

 

 

 

„I always think… ape better than human. I see now… how much like them we are.”

 

 

 

Es hat ein kleines Weilchen gedauert, aber jetzt sind wir wieder hier 🙂  Heute also mal ein bisschen was zu Planet der Affen – Revolution. Das ist irgendwie auch ein kleines Anliegen von mir, bin ich doch Fan der ganzen Reihe im Allgemeinen und der beiden neuen Filmen im Besonderen. Schon der Vorgänger Planet der Affen – Prevolution, hat mich nahezu restlos begeistert und gefesselt, womit nicht unbedingt zu rechnen war, auch, weil Reboots immer auch einen schlechten Beigeschmack haben und selten wirklich funktionieren. Heutzutage wird ja alles „gerebootet“, was nicht bei drei auf dem Baum ist, aber Planet der Affen – Prevolution war wirklich sehr gut , glänzte er doch durch glaubwürdige Charaktere, nachvollziehbare Motivationen und Handlungen, eine Geschichte, die emotional genug ist, um zu berühren, aber nicht eine Sekunde lang zu kitschig daher kommt, und natürlich durch die spektakulären visuellen Effekte, die immer sinnvoll im Rahmen der Story genutzt werden und nie zum reinen Selbstzweck verkommen.

 

Nun also mit Planet der Affen – Revolution die Fortsetzung. Ich muss gestehen, schon die Eröffnungssequenz ist beeindruckend und teilweise auch richtungsweisend für den Film. Im direkten Vergleich beider Teile fällt auf, dass dieses Mal mehr Wert auf Action und Dynamik gelegt wurde, was den Tiefgang allerdings ein klein wenig schwächer ausfallen lässt. Dabei macht der Film eigentlich alles richtig. Menschen und Affen existieren in dieser Geschichte mehr oder weniger gleichberechtigt nebeneinander und es wird kaum Schwarz-Weiß-Malerei betrieben, Gut und Böse gibt es nicht oder vielmehr auf beiden Seiten, und auch das ist relativ. Auch ist es sehr erfrischend, dass der Film keine klare Stellung bezieht und in keinster Weise moralisiert, es wird vielmehr nur abgebildet, nicht geurteilt. Im Vordergrund stehen eher universelle Motivationen wie die Angst vor dem Unbekannten. Was man nicht kennt, macht Angst und ist potentiell gefährlich, das gilt für Teile der Menschen und Affen gleichermaßen. Genau diese Zwiespältigkeit, das Verwischen der Grenzen zwischen Gut und Böse, Mensch und Tier, ist es, die den Film ausmacht. Es gelingt, beim Zuschauer das Gefühl zu erzeugen die Affen genauso abzulehnen und umgekehrt genauso zu lieben wie die Menschen.

 

 

 

„I thought we had a chance.”

 

 

 

Wenn wir über Planet der Affen – Revolution reden, dann kommen wir nicht darum herum, auch über die technischen Aspekte zu sprechen. Was der Film hier zu leisten vermag ist wirklich beeindruckend. Schnell vergisst man, dass die Affen nur aus dem Computer stammen, so überzeugend wirken sie in jeglicher Hinsicht. Es ist längst nicht mehr die Frage, ob die Affen lebensecht wirken oder nicht, die digitalen Geschöpfe sind als handlungs- und emotionstreibende Träger der Erzählung angekommen und etabliert und als gleichwertig anzusehen mit den menschlichen Protagonisten. Die zu verblüffender Perfektion gebrachte Technik rückt in den Hintergrund und die Darsteller, egal, ob nun realer oder digitaler Natur, können ungehemmt ihre Arbeit verrichten und interagieren. Dann ist auch schnell klar: Planet der Affen – Revolution wie auch sein Vorgänger sind eben keine sinnfreien und seelenlosen CGI – Veranstaltungen wie die Transformers-Filme von Michael Bay beispielsweise, in denen höchstens noch halbherzig versucht wird, den Übergang von einer Zerstörungsorgie zur nächsten nachvollziehbar zu begründen. Eine schwache Storyline, um Effektegewitter an Effektegewitter zu reihen, ohne Sinn und Verstand. Stattdessen dienen die Effekte hier dazu, die für einen Blockbuster unüblich ernsthafte, düstere und nuancierte Story zu unterstützen, die ihren Festplatten-Protagonisten eben bedeutend mehr abverlangt, als lediglich einen Oneliner nach dem anderen rauszuhauen. So macht der Film auch nicht den Fehler, zum Schluss einfach nur ein weiteres actionlastiges CGI-Finale aufzufahren. Im letzten Drittel zieht das Tempo zwar deutlich und spürbar an, aber zum Ende hin wird überraschenderweise dann doch nochmal ein Gang zurück geschaltet, was dem Film wirklich ausgesprochen gut steht und ihn von anderen Blockbustern nochmals abhebt.

 

Ein Manko hat Planet der Affen – Revolution dann aber doch. So differenziert die Affen und deren Gesellschaft hier zum Teil dargestellt werden, so eindimensional und stereotyp wirken die menschlichen Charaktere. Übertriebene Abziehbilder menschlichen Handelns, zu blass und zu wenig vielschichtig, um glaubwürdig zu sein. Auch schauspielerisch gibt es auf der menschlichen Seite relativ wenig hervorzuheben. Da ist leider einiges an Potential verloren gegangen, was den Film dann auch nicht zum ganz großen Wurf werden lässt, das hat der Vorgänger deutlich besser gemacht, da war auch das Identifikationspotential mit den menschlichen Figuren stärker ausgeprägt.

 

Planet der Affen – Revolution ist eine mehr als nur gelungene Fortsetzung, die zwar nicht ganz die Größe des Vorgängers erreicht, aber auf jeden Fall schon mal große Lust auf den dritten Teil macht. Kein Meisterwerk, aber ein Film, dem es gelingt, sich elegant von dem Blockbuster-Einerlei abzuheben und mehr zu bieten, als nur Krach Bumm Peng, durchaus auch tiefsinnig ist und essentielle Fragen über die menschliche Existenz und Kultur aufwirft.