Humanoids from the Deep (1980)

27. Juni 2019 at 0:13

 

 

© New World Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

We think we know where these things come from, but we have no idea how many there are.“

 

 

 

Merkwürdige Dinge gehen vor sich in dem kleinen, beschaulichen Fischerdorf Noyo: erst sterben alle Hunde im Ort, dann ein Kind. Als schließlich furchterregende Unterwassermonster über die Bewohner herfallen, da nimmt der Fischer Jim Hill gemeinsam mit der Biologin Dr. Susan Drake den Kampf gegen die schrecklichen Kreaturen auf.

 

Seien wir ehrlich: letztlich ist Humanoids from the Deep nur wenig mehr als Blut und Brüste. Unter Wasser lebende Monster stapfen an Land und fallen über die Menschen her, töten Hunde, Männer und Kinder, schänden und verschleppen die Frauen – das alles klingt nicht nur herrlich sleazy, das ist es auch, und unter der wachsamen Aufsicht von Produzent Roger Corman bekommt der geneigte Zuschauer reichlich nackte Haut, ordentlich Gekröse, viel Glibber und einige saftige Splattereinlagen serviert. Humanoids from the Deep ist ganz klar ein Kind seiner Zeit und versprüht diesen herrlichen spät 70er/früh 80er-Charme, vermischt das aber mit dem Monsterhorror der 50er Jahre. Vor allem Creature from the Black Lagoon (1954) von Jack Arnold ist da ein überdeutlicher Bezugspunkt, doch auch Jaws (1975) und der Slasherfilm halten stilistisch Einzug und eine Prise Lovecraft rundet das Ganze ab. Im Grunde aber denkt Humanoids from the Deep mit seinen triebhaften Kreaturen, dem Schmodder und dem Blut einfach nur Creature from the Black Lagoon grotesk übersteigert weiter und übersexualisiert die Opfer dieser Amphibien-Monster.

 

Knackig kurzweilig ist der Film von Regisseurin Barbara Peeters ohne jede Frage, denn dank der überschaubaren Laufzeit von lediglich 80 Minuten kommt keine Langeweile auf und Leerlauf sucht man vergeblich. Humanoids from the Deep kommt ohne Umschweife zur Sache und gestaltet sich zügig erstaunlich explizit und zeigefreudig, ist aber auch atmosphärisch ungemein dicht dank dem hübschen Fischerdorf/Kleinstadt-Ambiente und dem Score aus der Feder eines noch jungen James Horner. Dass Barbara Peeters ein anderer Film vorschwebte ist ebenso bekannt wie der Umstand, dass dem B-Movie-Papst Roger Corman ihre Version nicht dreckig und schmuddelig genug war, er mit Jimmy T. Murakami (Battle Beyond the Stars, When the Wind Blows) einen zweiten Regisseur für Sex und Gewalt installierte und der fertige Film am Schneidetisch von Editor Mark Goldblatt entstand. Corman weiß nun mal sehr genau was er will und was funktioniert. Zum Glück, denn so ist Humanoids from the Deep letztlich krude, räudig und ruppig wie gleichermaßen wunderbar und für Freunde des Creature Features zweifellos eine Empfehlung wert. Und die Effektarbeit des hier noch sehr jungen Rob Bottin (The Thing, 1982) ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

 

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