Sin City: A Dame to Kill For

15. Mai 2015 at 22:05

 

 

 

Sin City: A Dame to Kill For (2014)
Sin City: A Dame to Kill For poster Rating: 6.6/10 (80798 votes)
Director: Frank Miller, Robert Rodriguez
Writer: Frank Miller, Frank Miller (graphic novels)
Stars: Mickey Rourke, Jessica Alba, Josh Brolin, Joseph Gordon-Levitt
Runtime: 102 min
Rated: R
Genre: Crime, Thriller
Released: 22 Aug 2014
Plot: Some of Sin City's most hard-boiled citizens cross paths with a few of its more reviled inhabitants.

 

 

 

„Sin City’s where you go in with your eyes open, or you don’t come out at all.”

 

 

 

Neun Jahre ist es jetzt her seit Robert Rodriguez letztem Abstecher in die düstere Welt der Comics von Frank Miller, seit wir zum ersten Mal einen Blick auf den verkommenen Moloch Basin City werfen konnten. Sin City war neuartig, aufregend und faszinierend, wie die Quintessenz aller Noir und Hard Boiled – Filme – und Stories gebündelt in zwei Stunden Laufzeit, voller völlig kaputter Figuren, ohne Moral oder Skrupel. Visualisierung und Erzählstruktur waren beinahe schon revolutionär, der extrem stilisierte und ästhetische Schwarz/Weiß-Look passte perfekt zu den verkommenen Charakteren und deren Geschichten. Marv, Dwight, Hartigan, sie alle waren düstere Gestalten, die einen mehr, die anderen weniger, aber alle waren sie gebrochene Männer, die etwas verloren hatten.

 

Um mein Urteil vorweg zunehmen und mich kurz zu halten: Sin City: A Dame to Kill For kann da nicht annähernd mithalten, ist über weite Strecken sogar schlicht und ergreifend überflüssig. Es mangelt an allen Ecken und Enden an guten Ideen und Geschichten, sie sind vielmehr absolut belanglos und wissen zu keiner Sekunde den Zuschauer zu packen oder in sich hineinzuziehen. Spannung kommt kaum auf, dafür bleibt alles viel zu oberflächlich, es fehlt mir das Schmutzige des ersten Teils, hier wirkt vieles einfach nur lieblos und vor allem viel zu glatt. So gut wie nichts, was den ersten Teil noch ausgemacht hatte lässt sich im zweiten wiederfinden. Auch kommt es Sin City: A Dame to Kill For nicht zu Gute, dass er als Prequel und Sequel zugleich ausgelegt ist, die ständigen Sprünge im Vergleich zu den Geschichten des ersten Films, gerade in Bezug auf Marv, stiften nur zusätzlich Verwirrung und führen letztlich dazu, dass der Film seine innere Logik nicht aufrecht erhalten kann. Die Inszenierung wirkt längst nicht mehr so räudig wie vor neun Jahren, viele Szenen kommen erstaunlich billig daher und doch sehr künstlich, das war in Sin City noch deutlich anders. Zudem wird der Einsatz der Farbkontraste derart inflationär betrieben, dass er völlig seine Wirkung einbüßt, was schade ist, waren das doch sonst punktuell sehr effektive Momente. Eva Green gibt die unterkühlte und manipulative Femme Fatale routiniert und darf ein paar Mal nackt durchs Bild laufen, langweilt aber auch sehr schnell. Der Rest des Cast gibt sich erstaunlich wenig Mühe und die rar gesäten interessanten Charaktere verkommen bis auf Marv und mit Abstrichen noch Dwight zu nutzlosem Beiwerk, ihr Potential wird kaum genutzt. Überhaupt bleiben die Figuren diesmal, obwohl teils die gleichen wir im Vorgängerfilm, sehr flach und blass, es gibt einfach keinen Grund mehr, mit ihnen noch mitzufiebern, sie erreichen den Zuschauer zu keinem Zeitpunkt, sie lassen einen kalt.

 

Vielleicht hat das Konzept Sin City wirklich nur für einen Film funktioniert und ist verbraucht. 300: Rise of an Empire hatte ja mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Vielleicht ist der Reiz des Neuartigen verpufft. Vielleicht war auch der Abstand von neun Jahren einfach zu groß, wer weiß. Auf jeden Fall ist Sin City: A Dame to Kill For vor allem eines, er ist langweilig. Langweilig und absolut entbehrlich, eine durch und durch überflüssige und unnötige Fortsetzung, die höchstens noch am Status des Vorgängers rüttelt.

 

2 von 10 gebrochenen Fingern