Sörensen hat Angst (2021)

12. Mai 2021 at 18:15

 

© ARD/NDR

 

 

Wo die Angst ist, da geht es lang. Und Sörensen hat Angst. Ziemlich viel sogar. Eine Angststörung, um genau zu sein. Die ländliche Dorfgegend im hohen Norden sollte ihm Erleichterung verschaffen und Ruhe und Frieden versprechen, entpuppt sich für ihn zu seinem Leidwesen jedoch schnell als friesische Hölle, wenn er bereits an seinem ersten Tag mit einem Mord konfrontiert wird. So hatte er sich das mit dem Landleben jedenfalls nicht vorgestellt.

 

Für sein Regiedebüt hat sich Bjarne Mädel für den gleichnamigen Roman entschieden, welchen Drehbuchautor Sven Stricker bereits 2015 geschrieben hatte. Beide zusammen erschaffen mit Sörensen hat Angst ein angenehmes Gegengewicht zum sonstigen Heimatkrimi, kommt ihr Film doch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit daher, welche das Genre viel zu oft vermissen lässt. Mädel und Stricker nehmen ihren Stoff ernst und erzählen den eher simpel gehaltenen Plot lakonisch wie gleichermaßen beklemmend, unaufgeregt, aber dennoch mit Spannung und dichter Atmosphäre.

 

Das alles, allen voran die meisten Dorfbewohner und ihre Beziehungen zueinander, wirkt zwar verschroben, in seiner Schrulligkeit allerdings auch irgendwie authentisch. Vielerorts lauern Geheimnisse unter der bürgerlichen Oberfläche und Sörensen hat zunächst so seine Mühe, diese Mauer des Schweigens im Dorf zu durchbrechen. Besonders Sörensens Angststörung ist punktuell immer wieder gelungen inszeniert und die mit ihr einhergehenden Panikattacken wirken glaubwürdig in ihrer Umsetzung, weil Mädel das stark auszuspielen vermag. Wenn sich dann noch wie hier feine, präzise Beobachtungen aus dem Alltag sowie pointiert und ungezwungen geschriebene Dialoge dazu gesellen, dann ist Sörensen hat Angst zweifellos lohnenswert anzuschauen.

 

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