The Gate (1987)

9. Mai 2021 at 13:24

 

© Alliance Entertainment/New Century Entertainment/Vista Organization

 

Alles beginnt mit einem Albtraum, geboren aus den unterbewussten Ängsten eines Kindes. Ängste, welche wir alle in irgendeiner Form und Gestalt kennen und erlebt haben. Das macht The Gate von Regisseur Tibor Takács so faszinierend für mich: sein erstaunliches Gespür für die mitunter diffusen Gefühlswelten eines Kindes, sein aufrichtiges Interesse an all den kleinen, potentiell traumatischen Erlebnissen einer Kindheit. Vieles davon geht auf den Drehbuchautor Michael Nankin zurück. Der eigentliche Horror ist hier eher der des Erwachsenwerdens mit all seinen Hürden und Tücken, quasi ein Coming of Age-Drama verpackt in einen seichten Gruselfilm mit Abenteuer-Flair.

 

Gleichzeitig aber ist The Gate auch eine Liebeserklärung an die kindliche Fähigkeit zur puren Imagination und an die Macht der Phantasie. Zweifellos stellt das Drehbuch seine ganz eigene Kinderlogik auf: wie hier Probleme angegangen und gelöst werden, das lässt keinen rationalen Zugang zu, ergibt keinen Sinn und wirkt zuweilen eher albern. Doch kann man das aus der heutigen Perspektive heraus überwinden und hinter sich lassen, dann kann The Gate ziemlich viel Spaß machen. Takács und Nankin lassen sich zwar verhältnismäßig viel Zeit mit dem Aufbau und die Handlung wirkt recht lange für ihre knapp 90 Minuten Laufzeit eher wenig zielführend, dafür jedoch dreht das letzte Drittel dann umso mehr auf und wirft alles in die Waagschale.

 

Das Drehbuch sorgt allerdings auch zuvor bereits für so manchen hübschen Einfall und in der Kombination mit den Effekten von Randall William Cook entsteht eine spannende Mischung. Cook verpasst gerade auch dem Creature Design durch seine kreative Herangehensweise eine erfrischend eigenwillige Qualität jenseits schnöder Authentizität. Dazu vermag der junge Stephen Dorff als Glen vor allem auch im Zusammenspiel mit dem ebenfalls ziemlich tollen Louis Tripp mehr als nur überzeugen. Überhaupt wirken die Beziehungen der Kinder untereinander aufrichtig glaubwürdig und auch die von Christa Denton gespielte Schwester von Glen fügt sich da harmonisch ein.

 

The Gate gehört vielleicht nicht zur Speerspitze des 80er-Teenie-Horrors (wobei ich den gar nicht so sehr in dem Genre sehe), macht in der zweiten Reihe aber eine überaus gute Figur und irgendwo zwischen Filmen wie Phantasm, House, IT oder einer etwas naiveren Version von Poltergeist vor allem Spaß.

 

7 von 10 Mal unfreiwillig dämonische Kräfte entfesseln