Basket Case (1982)

8. Mai 2021 at 0:19

 

© Analysis Film Releasing Corporation/Rugged Films/Creswin Distribution

© Analysis Film Releasing Corporation/Rugged Films/Creswin Distribution

 

 

Es wäre allzu leicht, das Regiedebüt von Frank Henenlotter im Vorbeigehen einfach nur als stumpfen, billigen Trash abzutun. Denn beschäftigt man sich auch nur ein wenig intensiver mit Basket Case, dann offenbart der Film unter seiner schludrig wirkenden, vordergründig geschmacklosen Oberfläche ein großes Herz. Für all die Ausgestoßenen, die Abseitigen, die Freaks. Gestalten der Nacht. Säufer, Junkies, Obdachlose, Prostituierte und Verrückte inmitten von Sexshops, Pornokinos und schäbigen Absteigen. Ein Sammelsorium gescheiterter Existenzen, über die sich Henenlotter jedoch zu keinem Zeitpunkt erhebt, verzichtet er doch dankenswerter Weise auf ausgestellten Zynismus. Vielleicht am Boden angelangt, verlottert, abgeranzt, heruntergekommen, vielleicht vom Leben hart gebeutelt, aber zu keinem Moment Zielscheibe für Hohn und Spott.

 

Basket Case entwirft ein New York der frühen 80er Jahre. 42nd Street. Maniac von William Lustig, The Exterminator von James Glickenhaus, Ms. 45 von Abel Ferrara und eben auch Basket Case, sie alle beschreiben die abgründigen Teile des Big Apple jener Zeit. Inhaltlich zwar durchaus verschieden, bedienen sich all diese Filme dennoch einer ganz bestimmten Ästhetik. Sie sind schmutzig, versifft, roh, grob in ihrer Darstellung eines hässlichen Molochs lange bevor dieser zu dem Tourismus-Magneten werden sollte, welcher er heute ist. Doch Henenlotter fügt diesen Motiven und Bildern mit seiner Zwillings-Thematik noch eine fantastische Komponente hinzu und geizt darüber hinaus nicht mit eigenwillig schwarzem Humor.

 

Handwerklich wie stilistisch ist Basket Case überschaubar und sehr konventionell inszeniert, budgetär winzig und darstellerisch oftmals herausfordernd für den Zuschauer, erzählerisch hingegen charmant schrullig und einigermaßen authentisch in der Figurenzeichnung. Das alles ist ausgesprochen krude und sperrig, taugt als reiner Horrorfilm eher wenig, sammelt seine Pluspunkte dafür aber an anderen Stellen und ist am Ende erstaunlich sympathisch.

 

Letztlich will Belial doch nur, was wir alle vom Leben wollen. Geborgenheit, Liebe, Verständnis. Als ihm das am Ende auch von seiner engsten, im Grunde einzigen Bezugsperson verwehrt bleibt, da ist seine Reaktion zumindest nachvollziehbar. Zumal ihm vollkommen bewusst ist, dass er ohne die Fürsorge seines Bruders Duane ohnehin nicht überleben könnte. Im Grunde ein zutiefst tragisches Dilemma.

 

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