Coldblooded (1995)

7. Juli 2019 at 14:09

 

 

© IRS Media/Quelle: IMDb

 

 

 

Remember, guns don’t kill people, WE kill people.“

 

 

 

Der zurückhaltende, etwas einfältige Cosmo Reif arbeitet als treuer Buchmacher für ein Gangstersyndikat. Als der Boss Max verstirbt und nun mit Gordon ein neuer Mann das Sagen hat, wird Cosmo eher unfreiwillig und gegen seinen Willen zum Killer befördert. Fortan geht er bei dem erfahrenen Steve in die Ausbildung und erweist sich als Naturtalent. Schon bald winkt der erste Auftrag.

 

Kalt erwischt, kann ich da nur sagen. Wie konnte dieser tolle Film nur jahrelang an mir vorüber gehen? Was der vornehmlich als Produzent tätige Wallace Wolodarsky hier mit seinem Regiedebüt Coldblooded erschaffen hat, das braucht sich nicht zu verstecken. Weder 1995, noch heute. Eine bitter-böse, sarkastische und zuweilen sehr zynische Thriller-Farce ist das, deren Humor die stärkste Waffe ist. Trocken und ungemein lakonisch geht es hier zur Sache und obwohl ein zarter Nachklang von Tarantino durch den Film hallt, ist Coldblooded mehr on point und nicht so geschwätzig wie manche seiner Filme. Die Dialoge sind unglaublich pointiert, treffsicher und präzise geschrieben, sind teils wirklich böse und doch voller Leichtigkeit. Überhaupt ist der ganze Film angenehm unaufgeregt in Szene gesetzt und mit einem locker entspannten Tempo versehen.

 

Und dann ist da noch Jason Priestley in der Hauptrolle des Cosmo Reif. Ich habe es kaum glauben wollen, aber Priestley ist hier gnadenlos gut als angehender Profikiller mit Inselbegabung, ein bisschen wie Forest Gump mit Waffen und ohne moralischen Kompass. Es ist ungemein faszinierend, dem Teenie-Star der 90er dabei zu zuschauen, wie sein scheuer Cosmo erst das Töten lernt, dann sein Talent dafür entdeckt und schließlich beginnt, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Auch ist es nicht das Töten selbst, das ihm Freude bereitet, sondern viel mehr die Erkenntnis, endlich mal in etwas gut zu sein. Fast schon tragisch. Auch der Rest vom Cast rund um Peter Riegert, Kimberly Williams-Paisley, Robert Loggia und Janeane Garofalo machen ihre Sache mehr als nur gut und der hier auch als Produzent tätige Michael J. Fox bekommt eine der besten Szenen im Film spendiert. Coldblooded ist ein gnadenlos unterschätztes Juwel und vollkommen zu Unrecht derart unbekannt.

 

8 von 10 Mal ins Schwarze treffen