A Futile and Stupid Gesture (2018)

10. Februar 2018 at 19:53

 

 

© Netflix

 

 

 

„These last few days are among the happiest I´ve ever ignored.“

 

 

 

Anfang der 70er Jahre kommen die beiden Harvard-Studenten Doug Kenney und Henry Beard auf die Idee, ein Satire-Magazin zu gründen. Benannt nach dem erfolgreichen Harvard Lampoon nennen sie ihr neues Projekt National Lampoon. Doch der Weg ist lang und steinig: zunächst findet sich kein Verlag für ihre Idee, dann läuft der Lampoon nur schwerlich an und mit dem Erfolg kommen schon bald die Klagen ins Haus, wenn sich beinahe jeder von dem satirischen und Tabus brechenden Inhalten beleidigt fühlt.

 

Es gibt sie also doch noch: moderne Komödien jenseits von plattem Fäkalhumor. A Futile and Stupid Gesture ist ein unglaublich geistreicher Rückblick in die Entstehungsgeschichte von National Lampoon, der vor genialem Wortwitz nur so sprüht und irre pointierte Dialoge bietet. Doug Kenney dürfte den meisten kein Begriff sein, seine Filme jedoch schon, war er doch maßgeblich an den Drehbüchern zu Animal House und Caddyshack beteiligt und zusammen mit Henry Beard einer der Gründer von National Lampoon. Ich wusste nur ganz grob, was mich erwarten würde, aber schon nach wenigen Minuten hatte mich der Film und ließ mich nicht mehr los. Ein wenig fühlte ich mich an Man on the Moon mit Jim Carrey erinnert, wenn die Stimmung im weiteren Verlauf immer mehr ins Dramatische abgleitet. Regisseur David Wain (Wet Hot American Summer, 2001) bringt uns einen beinahe verloren geglaubten Humor vergangener Tage zurück, den ich schon für ausgestorben hielt: albern, klamaukig, teils wirr und manchmal buchstäblich sinnfrei, der sich aber auch aus oftmals klugen Alltagsbeobachtungen speist und Dinge überspitzt, die jeder von uns kennt. Egal, ob nun das College-Setting in Animal House, der Ferienjob in Caddyshack oder das Weihnachtsfest mit der ganzen Familie in Christmas Vacation.

 

Und so sieht sich das Drehbuch von John Aboud und Michael Colton auch in genau dieser Tradition und nimmt sich zum Glück selbst nicht allzu ernst, wenn es ein herrlich skurriles Bild der Comedy-Welt im New York der 70er und 80er voller allerhand schräger Typen zeichnet, die sich unter dem Dach von National Lampoon zusammen finden. Der Weg zum ersten Film ist noch weit, zunächst gilt es, das Magazin zu etablieren und später eine eigene Radioshow zu starten. Kenney übernimmt sich, entdeckt die Drogen, bricht zusammen, steigt aus, kehrt zurück, geht nach Hollywood. Beard geht nach fünf Jahren gleich ganz und beschreitet fortan seinen eigenen Weg. Alle kommen sie vor Bill Murray, Chevy Chase, Harold Ramis, Christopher Guest, John Belushi, Gilda Radner, Ivan Reitman, John Landis, Rodney Dangerfield, die ganze Clique. Nicht immer sind die Schauspieler ihren Vorbildern unbedingt ähnlich, dennoch spielen sie sie durch die Bank weg hervorragend getroffen: besonders Joel McHale als Chevy Chase ist da hervorzuheben. Und die Chemie zwischen Will Forte und Domhnall Gleeson, diese Wortgefechte zwischen ihnen, dieser schnelle Schlagabtausch, das macht alles unglaublich viel Spaß. Ein schöner und vor allem auch wirklich witziger Film voller geistreichem Wortwitz und einer Prise Wahnwitz. Und zum Schluss macht auch der merkwürdige Titel des Filmes plötzlich einen traurig-lustigen Sinn.

 

8 von 10 Hunden mit Pistole am Kopf

 

 

Free Fire (2016)

30. Januar 2018 at 13:00

 

 

© StudioCanal UK

 

 

 

„I’m not talking about your fucking Hollywood. I’m talking about the real Holywood. Holywood, County Down, Northern Ireland.“ – „You guys got a Holywood too?! That’s great. That’s what I like about this business. It could be financially rewarding and you can still learn something new everyday.“

 

 

 

Als ein Deal zwischen einigen IRA-Männern und amerikanischen Waffenhändlern schrecklich schief geht, stehen sich plötzlich ein Dutzend Gangster in einer Lagerhalle randvoll mit Waffen und Munition gegenüber und es dauert nicht mehr lange, bis die ersten Schüsse fallen.

 

In Ben Wheatley setze ich große Hoffnungen für das Genre-Kino: sein Film Kill List hat mir damals komplett den Schalter rausgehauen und mich verstört zurückgelassen. Sightseers war inszenatorisch zugänglicher und lockerer, glänzte dafür durch herrlich schwarzen Humor. Und High-Rise ist eine kongeniale J.G. Ballard-Verfilmung voller zivilisatorischem Wahnsinn und Anleihen bei Cronenberg, eine Art vertikales Gegenstück zu Snowpiercer. Und nun also Free Fire, ein actionlastiges Kammerspiel, ein bleihaltiger Ensemblefilm in fettem wie unironischem 70er Jahre-Anstrich. Ein Waffendeal, der furchtbar schief geht. Ein räumlich begrenzter Schauplatz, zwei Handvoll Personen mit undurchsichtigen Absichten und das Vielfache an geladenen Waffen – nein, es braucht wirklich keine Voraussicht, um dieses Pulverfass als solches zu erkennen. Dass es in der Konstellation zügig knallt, ist somit keineswegs überraschend. Andere Filme machen den großen Shootout zu ihrem Höhepunkt im Finale, Free Fire zelebriert eine geradezu absurde Eskalation der Gewalt über zwei Drittel seiner Laufzeit und erhebt den nicht mehr enden wollenden Schusswechsel zu seinem alleinigen Erzählprinzip.

Und genau da fangen die Probleme von Free Fire an, wenn Ben Wheatley zu Gunsten seiner Inszenierung nahezu gänzlich auf einen Plot verzichtet: erzählerisch ist sein Film buchstäblich nicht mehr als eine einzige große Schießerei. Motivationen einzelner Figuren sind da genauso Nebensache wie die Figuren selbst: ihr einziges Merkmal ist, dass sie Teil dieses Shootouts sind. Dazu gibt es keine nennenswerten Sympathieträger in diesem Haufen von Gangstern und Handlangern. Eines von beiden kann ich in der Regel verschmerzen, aber wenn ich weder eine handfeste Story noch zumindest halbwegs sympathische Figuren habe, dann muss mich ein Film schon irgendwie anders durch Besonderheiten überzeugen. Leider gelingt das Free Fire nicht so richtig, denn die rund einstündige quasi Dauer-Schießerei ermüdet auch irgendwann. Zumindest sind die Dialoge on point und der verbale Schlagabtausch temporeich und mit einer ordentlichen Dosis Zynismus versehen. Letztlich destilliert Wheatley mit Free Fire das Genre des Gangsterfilmes auf seine rudimentärsten Bestandteile und kocht einen zwar interessanten, jedoch nur bedingt schmackhaften Sud aus 70er Jahre-Look, Blei, Blut und Beleidigungen, der phasenweise zwar unterhält, aber auch mangels Abwechslung irgendwann Abnutzungserscheinungen aufweist. Es ist schon etwas schade, aber für mich ist Free Fire der bisher schwächste Film von Wheatley. Meine Hoffnung in ihn als Regisseur schmälert das jedoch kaum und zusammen mit Namen wie Edgar Wright, Jeremy Saulnier und S. Craig Zahler gehört er für mich nach wie vor zur Speerspitze eines neuen Genrekinos.

 

6,5 von 10 abgeprallte Querschläger

 

 

The Player (1992)

26. Januar 2018 at 22:29

 

 

© Fine Line Features

 

 

 

„It lacked certain elements that we need to market a film successfully. Suspense, laughter, violence. Hope, heart, nudity, sex. Happy endings. Mainly happy endings.“

 

 

 

Griffin Mill ist einer der Top-Produzenten in einem großen Hollywood-Studio, doch die internen Machtkämpfe machen ihm zunehmend zu schaffen. Als er dann auch noch mysteriöse Drohbriefe erhält, vermutet er dahinter einen enttäuschten Autoren, dessen Drehbuch er abgelehnt hat. Schnell glaubt Mill in David Kahane den Schuldigen gefunden zu haben, sucht die Konfrontation mit ihm und bringt ihn letztlich in einer spontanen Handgreiflichkeit ungewollt um. Er kann seine Tat vertuschen, doch kurz darauf erhält er erneut Drohungen: hat er vielleicht den falschen umgebracht?

 

Zwölf Jahre lang hatte sich Robert Altman nach seinen desaströsen Erfahrungen rund um seinen Film Popeye von Hollywood mehr oder weniger abgewandt und fand im Mainstream kaum bis gar nicht mehr statt, als er 1992 mit The Player doch noch ins Haifischbecken zurückkehrte. Eine bissige wie ätzende Abrechnung mit dem System Hollywood und zynisch-befreiende Bewältigung seiner eigenen Erfahrungen sollte es werden und eine herrlichere Lehrstunde über Arbeitsprozesse beim Filmemachen habe ich seit The Stuntman von Richard Rush nicht mehr gesehen. Dem Vernehmen nach nahm er diesmal so einiges selbst in die Hand: jeden Schauspieler, den er kannte, rief er persönlich an und die allermeisten sagten bereitwillig zu. Einige spielen Rollen, die meisten allerdings sich selbst – und diese Besetzung sucht buchstäblich ihres gleichen mit solch illustren Namen wie Bruce Willis, Julia Roberts, John Cusack, Harry Belafonte, Cher, James Coburn, Burt Reynolds, Jeff Goldblum, Peter Falk, Susan Sarandon, Anjelica Huston, Andie MacDowell, Malcolm McDowell, Nick Nolte, Jack Lemmon, Mimi Rogers, Rod Steiger, Fred Ward, Vincent D´Onofrio, Peter Gallagher, Tim Robbins, Whoopi Goldberg, Greta Scacchi, Dean Stockwell, Richard E. Grant, Gary Busey, Scott Glenn und noch vielen anderen. So realisierte er seinen Film an vielen Strukturen Hollywoods vorbei und das ist dann letztlich auch das wahrlich Meisterhafte an Altmans Film: einige der größten Stars jener Zeit für die Entlarvung des eigenen Geschäftes einzuspannen, das ist zweifellos die bemerkenswerteste Pointe in dieser ironisch-selbstreflexiven Abrechnung. Bei der bitterbösen Konsequenz, mit der uns Altman diese Marionetten vorführt, liegt die Versuchung nahe, seinen Film als verbitterten Beißreflex zu betrachten, aber das wird dem leichtfüßig wie elegant in Szene gesetzten The Player nicht gerecht.

 

Altman betont ganz bewusst die oberflächlichen Reize, schlägt einen lockeren Rhythmus an und ignoriert zugleich die gängige Hollywood-Dramaturgie. Weder gibt es am Ende eine reinigende Erkenntnis oder eine Wende zum Guten – ganz im Gegenteil: statt von sympathischen Figuren ist The Player beinahe durchgängig von lauter rückgratlosen Speichelleckern, eiskalten Opportunisten und selbstverliebten, karrieregeilen Egomanen bevölkert. Wenn der moralisch korrupte Griffin Mill am Ende der Geschichte überhaupt etwas lernt, dann, dass Gewissensbisse mit der Zeit nachlassen und man in der richtigen Position und den richtigen Verbindungen auch mit einem Mord davon kommen kann. Aber The Player überzeugt auf der formalen Ebene ebenso wie auf der inhaltlichen: allein die etwa acht minütige, den Film eröffnende Planseuqenz ist meisterhaft, beginnt sie doch mit dem Schlagen einer Klappe (genaues hinsehen lohnt an dieser Stelle) und folgt fortan dem Gewusel diverser Angestellter auf dem Gelände eines Filmstudios und deren Gespräche, welche sich immer irgendwie um Filme drehen – und eben auch um meisterhafte Plansequenzen der Filmgeschichte wie etwa in Touch of Evil von Orson Welles. Überhaupt ist The Player voller Meta-Ebenen und das zu einer Zeit, als derartiges noch nicht zum inflationär missbrauchten Stilmittel degradiert wurde.

 

The Player ist natürlich auch nur einer von so vielen Filmen über das Kino selbst, über das Filmemachen und über Hollywood, aber nur sehr wenige beleuchten dieses Business so sehr voller Bitterkeit und Zynismus. Altman entblößt die funktionalen Strukturen der vermeintlichen Traumfabrik, er deckt sie auf, die Lügen und Abgründe dieser Scheinwelt, hält ihr den Spiegel vor, wohl wissend, ein Teil von ihr zu sein. Letztlich ist auch er nur ein Rädchen in diesem gigantischen Getriebe, aber wenigstens eines, das hin und wieder versucht, das System aus dem Takt zu bringen.

 

8 von 10 Luxus-Verstecken irgendwo in der Wüste

 

 

Baby Driver

8. Dezember 2017 at 13:14

 

 

© TriStar Pictures/Sony Pictures Releasing

 

 

 

„Sometimes all I want is to head West on 20 in a car I can’t afford, with a plan I don’t have, just me, my music, and the road.“

 

 

 

Baby ist Fluchtwagenfahrer und er ist verdammt gut darin. Gequält von einem Tinnitus, den er seit einem Unfall in seiner Kindheit mit sich herum schleppt, nutzt er diverse iPods voller unzähliger Songs für jede Gelegenheit, um die Nebengeräusche zu übertönen. Als er sich in die Kellnerin Debora verliebt, will er aus dem Geschäft aussteigen, doch sein beinahe schon väterlicher Auftraggeber und Förderer Doc plant noch ein letztes großes Ding mit Baby am Steuer.

 

Baby got beat. Baby got rhythm. Baby? Jep, B-A-B-Y. Edgar Wright ist ein Arsch: da schüttelt der Mann nach Scott Pilgrim vs. the World nun mit Baby Driver schon den zweiten Film aus dem Handgelenk, der mein kleines Herz nicht nur zum glühen bringt, sondern lieber gleich zum bersten. Ich weiß nicht, wie er es macht, aber er macht es mit Leichtigkeit. Einen Film, der seine ersten fünf Minuten komplett mit einem Song der grandiosen Jon Spencer Blues Explosion unterlegt, den kann ich nur in mein Herz schließen. Wenn das ganze dann auch noch so perfekt und auf den Punkt genau bis in den winzigsten Schnitt hinein inszeniert ist, dann ist der Einstieg in Baby Driver zweifellos einer der besten und spannendsten des Jahres. Pure Bewegung ist das, bildgewordener Rhythmus irgendwo zwischen Streets of Fire und Drive. Überhaupt ist der Einsatz von Musik über die gesamte Laufzeit hinweg ausgesprochen außergewöhnlich und permanent aktiver Bestandteil der Handlung statt nur im Hintergrund. Sie untermalt nicht einzelne Szenen, sie choreografiert sie, ist die treibende Kraft des Filmes, sie gibt den Rhythmus vor und bestimmt den Takt. Alles ist der Musik untergeordnet: Schauspiel, Schnitt, Tempo, Dramaturgie, sogar die Handlung. Und die Musikauswahl ist fantastisch, wenn Edgar Wright rund 70 Songs in den nicht ganz zwei Stunden unterbringt und so sein ganz eigenes Mixtape voller Lieblingsstücke erstellt. Die musikalische Bandbreite reichte dabei von Funk und Soul über Jazz und Blues so wie HipHop bis hin zu Indiepop, Garagenrock, Punk, Queen und schließlich dem titelgebenden Song Baby Driver von Simon & Garfunkel. Selbst der Turntable-Magier Kid Koala darf einen Song beisteuern. So ist letztlich der gesamte Film mehr oder weniger immer einzig dem Rhythmus des jeweiligen Songs auf Babys iPod unterworfen und auf ihn zugeschnitten. Dadurch wird die Musik nicht nur zum mal langsameren, mal schnelleren Herzschlag von Edgar Wrights Heist Movie, sondern auch zu einem weiteren erzählerischen Stilmittel, dem Beachtung geschenkt werden sollte und muss.

 

© TriStar Pictures/Sony Pictures Releasing

 

Auf der inhaltlichen Ebene allerdings ist Baby Driver denkbar einfach gehalten. Baby trifft sein Baby. Er ist Fluchtwagenfahrer, sie ist Kellnerin und beide träumen von einem neuen Leben, aber ein letzter Job will noch erledigt werden. That´s it. Wer an dieser Stelle mehr erwartet, der dürfte enttäuscht sein. Da ist Baby Driver tatsächlich kaum mehr als ein ganz gewöhnliches Heist Movie, wie man es schon unzählige Male zuvor hat sehen können, aber WIE dieser Plot letztlich inszeniert ist, DAS ist das aufregende und spannende wie brillante Novum. Wrights gesamte Inszenierung dieses doch eher schmalen Handlungsgerüstes sprüht geradezu vor Esprit und Verve und ist bis ins kleinste Detail derart ausgesprochen stilvoll, dass der geneigte Zuschauer in diesen rasanten wie vergnüglichen 112 Minuten kaum auch nur einen Gedanken daran verschwendet, wie generisch die Story doch eigentlich ist. Und visuell gibt es an jeder Ecke viel zu entdecken, auch wenn sich Wright mit den kleinen Spielereien und Referenzen im Vergleich zu Scott Pilgrim Vs. the World deutlich zurückhält. Was wäre ein Film über einen Fluchtwagenfahrer ohne Verfolgungsjagden? Richtig. Folglich gibt es auch in Baby Driver reichlich Blech-Bambule und cool umgesetzte wie spektakuläre Auto-Szenen zu bestaunen, die dann durch den gezielten Einsatz der Musik auf Babys iPod eine weitere faszinierende Dimension hinzu gewinnen. Auf CGI wird hier überwiegend verzichtet und vielmehr auf ganz klassische Stuntarbeit gesetzt, was der Dynamik und Wucht der Verfolgungsjagden und der Unfälle deutlich mehr an Gewicht verleiht. Mit den meisten Figuren verhält es sich recht ähnlich wie mit dem Plot: überwiegend bekommen wir es hier mit eher eindimensionalen Schablonen zu tun. Tiefgang sucht man hier vergeblich und auch auf der darstellerischen Ebene agiert der Cast oft solide durchschnittlich. Jamie Foxx übertreibt es mit seinem Psychopathen Bats gnadenlos und grenzt schon an eine Karikatur, Kevin Spacey liefert gesundes Mittelmaß und spielt seinen Doc locker runter. Jon Hamm als Buddy blieb bei mir noch gut hängen, hat er doch ein paar starke Szenen. Ansel Elgort als Baby allerdings ist verdammt cool und kann diese Figur ganz hervorragend zum Leben erwecken. Und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass er einen deutlich besseren jungen Han Solo abgeben würde als Alden Ehrenreich. Diese bestimmte charmante Spitzbübigkeit jedenfalls strahlt er zweifellos aus.

 

Ich muss es sagen: Edgar Wright hat mich mit Baby Driver buchstäblich überfahren und nach Scott Pilgrim Vs. the World erneut mein Herz im Sturm erobert. Auch sein jüngstes Werk ist regelrecht durchströmt vom ansteckenden Enthusiasmus seines Regisseurs und den für sich genommenen eher schmalen Genre-Plot hievt er allein durch seine grandiose Fokussierung auf den fantastischen Einsatz der Musik innerhalb seiner Inszenierung auf ein völlig neues Level. Eine Liebeserklärung an Rhythmus, Tempo und Bewegung, die mich einfach nur umgeblasen hat in ihrer Wirkung auf mich. Und erneut kann ich am Ende nur wieder festhalten: Edgar Wrights Vision von Ant Man hätte ich nun wirklich unglaublich gern gesehen.

 

Sehr subjektive 10 von 10 iPods für jede Gelegenheit, aber objektiv immer noch starke 8 von 10 Mixtapes voller wunderbarer Songs