Texas Chainsaw Massacre (2022)

 

 

© Legendary Pictures/Netflix

 

 

Da stellt sich mir doch die Frage, wie viel Mitspracherecht und Einfluss Fede Alvarez als Produzent auf die Dreharbeiten wohl gehabt haben mag. Der erst zweite Film von Regisseur David Blue Garcia erinnert in Inszenierung, Bildsprache und Härtegrad nämlich nicht selten an das Evil Dead-Remake von 2013. Inhaltlich knüpft das Drehbuch von Alvarez und Rodo Sayagues an den aller ersten Teil von Tobe Hooper an und ignoriert alle bisherigen Fortsetzungen und Neuinterpretationen. Zwar opfert man hier die schmierig räudige Atmosphäre zugunsten saftig harter Splatterszenen und vom Terrorkino vergangener Tage ist nichts mehr übrig, dafür ist Texas Chainsaw Massacre radikal kompromisslos und gnadenlos effektiv geraten. Hier wird auch eingelöst, was der Titel verspricht.

 

Was sich im Film von Tobe Hooper noch überwiegend im Kopf des Zuschauers abspielte, das breiten Garcia und Alvarez nun schonungslos und bis ins letzte blutige Detail aus. Und die Kettensäge ist hier bloß eines von diversen Mordwerkzeugen. Sicherlich ist das alles erzählerisch limitiert und weder Drehbuch, Dialoge, die profillose Figurenzeichnung oder das halbherzige Spiel mit Klischees können kaum überzeugen, aber in seiner Kernkompetenz vermag der Film bretthart zu liefern. Die Laufzeit ist so kurz wie der Gewaltgrad hoch und die Effekte sind sowohl handwerklich wie auch inszenatorisch überzeugend und kompetent in Szene gesetzt. Das Ergebnis ist eine Schlachtplatte sondergleichen, zerstörerisches Körperkino in seiner reinsten Form.

 

7/10

 

 

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