The House of the Devil

18. Dezember 2014 at 21:32

 

 

 

The House of the Devil (2009)
The House of the Devil poster Rating: 6.5/10 (23,564 votes)
Director: Ti West
Writer: Ti West
Stars: Jocelin Donahue, Tom Noonan, Mary Woronov, Greta Gerwig
Runtime: 95 min
Rated: R
Genre: Horror, Mystery
Released: 04 May 2012
Plot: In the 1980s, college student Samantha Hughes takes a strange babysitting job that coincides with a full lunar eclipse. She slowly realizes her clients harbor a terrifying secret; they plan to use her in a satanic ritual.

 

 

 

Heute möchte ich mal ein paar Worte über einen Film verlieren, den mir ein guter Freund empfohlen hat, der sich im Horrorgenre sehr viel besser auskennt als ich und mir schon so manche Perle empfohlen hat, die ich sonst vielleicht nie wahrgenommen hätte.

 

The House of the Devil versteht sich in erster Linie als Hommage, als Liebeserklärung und als Verbeugung vor den klassischen Horror B-Movies der späten 70er und 80er Jahre. Mit diesem Wissen im Hinterkopf funktioniert der Film dann auch wunderbar innerhalb seiner Nische. Die Atmosphäre ist dicht und spannend, auch wenn oder gerade weil  die Story nur sehr langsam in Schwung kommt. Der Film ist zwar durch und durch nostalgisch, aber keineswegs altbacken, er orientiert sich klar an seinen Vorbildern, die Story spielt auch in den 80ern und sogar die Bildqualität ist dem VHS-Niveau dieser Zeit nachempfunden, kopiert all das aber nicht einfach nur, sondern fügt eigene Elemente mit ein. So gibt es zum Beispiel einige sehr innovative Kameraeinstellungen und Bildkompositionen zu bewundern. Gerade in den ersten zwei Dritteln sind die Einflüsse ziemlich offensichtlich, bedient sich der Regisseur Ti West doch ganz eindeutig bei Größen des Genre wie Hitchcock, Polanski, Carpenter und Argento. Suspense bestimmt große Teile des Films, die Spannungsschraube wird immer weiter angezogen und entlädt sich schlussendlich in einem dann doch überraschend blutigen Finale.

 

Ti West hat hier wirklich einen guten, wenn auch etwas abseitigen Vertreter des Genre geschaffen. Der Regisseur ist Teil einer neuen, jungen Garde des Horrorfilms, so hat er zum Beispiel mit Cabin Fever 2 zwar nicht das Niveau des ersten Teils erreichen können, trotzdem aber einen witzigen, bösen und zynischen Nachfolger abgeliefert, und wusste mit seinen Beiträgen zu den Filmanthologien V/H/S und The ABCs of Death auch mehr als nur zu überzeugen. Vielleicht ein Name, den man sich in Zukunft merken sollte.

 

In The House of the Devil gibt es zum einen ein Wiedersehen mit Dee Wallace, die bekannt ist für ihre Rolle in Filmen wie The Howling, Cujo und Critters, allesamt Klassiker des 80er Jahre Horrorfilms, sowie mit Tom Noonan, bekannt durch Heat, Last Action Hero, dem von mir sehr verehrten Monster Busters vom Horrortrash-Papst Fred Dekker und hauptsächlich für seine verstörende und beängstigende Darbietung als Francis Dollarhyde, auch bekannt als Tooth Fairy, in Michael Manns grandiosem Manhunter ( auch bekannt als Blutmond, das Remake hieß dann Roter Drache). Es entpuppt sich als ziemlich guter Schachzug von Ti West, diese beiden Ikonen des Genre mit ins Boot zu holen, aber auch die junge Generation, allen voran Jocelin Donahue, leistet hier gute Arbeit.

 

Unterm Strich ist The House of the Devil eine rundum gelungene Hommage an ein beinahe ausgestorbenes Genre. Sicherlich ein Film, der sehr nischenhaft ist und mit dem das Mainstream-Publikum, auch Teile der Horrorfilmfans, nicht unbedingt was werden anfangen können, werden hier doch nicht im Minutentakt harte Splattereinlagen und rasant geschnittene Szenen aneinander gereiht. Wer sich aber auf einen langsam erzählten, spannenden Film mit gelungener und dichter Atmosphäre einlassen kann und will, der ist hier durchaus richtig.