Triangle (2009)

1. August 2018 at 20:18

 

 

© Icon Film Distribution/Quelle: IMDb

 

 

 

You’re just having a bad dream, that’s all baby. That’s all it was. Bad dreams make you think you’re seeing things that you haven’t.“

 

 

 

Eine handvoll Freunde unternimmt am Wochenende einen kleinen Segeltörn, doch als das Boot plötzlich in ein heftiges Unwetter gerät und kentert, können sie sich gerade noch mit Mühe und Not auf einen mysteriösen Ozeandampfer retten. Das Schiff scheint verlassen, die Gänge leer und augenscheinlich niemand an Bord zu sein, doch es dauert nicht lange, bis den Schiffbrüchigen klar wird, dass sie nicht allein an Bord sind.

 

Der Geruch des Meeres liegt in der Luft, ein schwaches Rauschen ist im Hintergrund zu hören, die Laute einer einsamen Möwe erklingen über uns und ein kleines Spielzeugboot treibt in einem winzigen Swimmingpool. Da ist eine leise Vorahnung, ein Kribbeln auf der Haut, das vage Gefühl, etwas Einschneidendes stünde bevor, und der merkwürdige Geschmack von Salz und Blut im Mund.

 

Horrorfilme glänzen ja eher selten mit raffiniert ausgefeilten Erzählstrukturen, sondern bedienen sich meist lieber altbekannten wie etablierten Mechanismen, welche dem geneigten Zuschauer wohl bekannt sind. Zwar erweckt Triangle von Regisseur und Drehbuchautor Christopher Smith auf den ersten Blick eben genau diesen Anschein und scheint auf stark ausgetrampelten Genrepfaden zu wandeln, doch sein dritter Film nach Creep (2004) und Severance (2006) hat es faustdick hinter den Ohren und interessiert sich herzlich wenig für vermeintliche Konventionen. Was nämlich zunächst nach wenig mehr als nur ideenloser Standardkost aus der Ecke Slasher-Streifen XY aussieht, das entpuppt sich relativ schnell als geschickt wie elegant arrangiertes Spiel mit variierenden Handlungsebenen, wiederkehrenden Motiven und verwinkelten Perspektiven, wenn Smith nach etwa einer halben Stunde Laufzeit plötzlich beginnt, eingefahrene Genrestrukturen aufzubrechen.

 

Dazu besticht der Film immer wieder durch kluge Bildkompositionen, welche geschickt die erzählerischen Motive aufgreifen und ins Visuelle übertragen. Einigen digitalen Effekten sieht man das schmale Budget von etwa 12 Millionen Dollar zwar an, doch Triangle braucht nicht viele davon und glänzt viel lieber mit ganz anderen Stärken. Über Triangle zu schreiben ist letztlich ein ähnlicher Balanceakt wie die Erzählstruktur des Filmes selbst: ein kleiner Fehltritt und das Konstrukt bricht in sich zusammen, ein Wort zu viel, und das Sehvergnügen könnte geschmälert werden. Ein Film, der mit möglichst wenig Vorkenntnis auch am besten funktionieren und seine volle Pracht entfalten kann und mit seinem Schluss zu zahlreichen Überlegungen und Interpretationen einlädt, so dass er auch über das reine Filmvergnügen hinaus einen Mehrwert bieten kann, wenn man sich denn darauf einlassen will. Oder, etwas simpler ausgedrückt: Triangle fetzt.

 

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