On the Job (2013)

23. November 2018 at 18:45

 

 

© Star Cinema/Well Go USA Entertainment/Quelle: IMDb

 

 

 

Daniel und Tatang sind Auftragskiller im Dienste einer namenlosen Organisation, deren Kunden bis in aller höchste Regierungskreise reichen. Der findige Clou dabei: die beiden sind eigentlich Häftlinge und werden für ihre Aufträge durch ein tiefgreifendes Geflecht aus Korruption und Bestechung aus dem Gefängnis geschleust und wieder zurück. Ein nahezu perfektes System, doch die beiden Polizisten Acosta und Coronel kommen dem Ganzen nach und nach auf die Spur.

 

Kalt erwischt. BuyBust brachte mich hierher, weil er mein Interesse sowohl an seinem Regisseur Erik Matti als auch am jüngeren philippinischen Actionkino generell geweckt hat. Und On the Job kann sich mehr als nur sehen lassen und mühelos mit westlichen Genre-Vertretern mithalten. Ähnlich wie bereits in BuyBust zeichnet Matti auch hier ein sehr düsteres, dreckiges Bild von Manila als regelrechten Sündenpfuhl, als verkommenen urbanen Dschungel im glänzenden Neonlicht nächtlicher Straßen mit Abschaum an jeder Ecke. Ein durch und durch korrupter Moloch voller Niedertracht, Intrigen, Verrat und undurchdringlichem Filz ohne Moral, wo ein Menschenleben kaum mehr Wert ist als die Kugel, die es beendet. Passend dazu ist die erzählerische Prämisse von On the Job perfide wie genial und simpel, aber auch ungemein effektiv. Tatang und Daniel versuchen auch nur zu überleben und nutzen dafür jede Gelegenheit. Verhalte dich unauffällig, passe dich an, spiel das Spiel mit: das gilt sowohl für den harten Knastalltag als auch für das Leben außerhalb.

 

Erstaunlich selbstbewusst treibt Matti zwei Handlungsstränge zielstrebig, aber sanft voran, welche dann im weiteren Verlauf geschickt zusammen geführt werden. Das braucht anfangs vielleicht etwas an Geduld, doch das zahlt sich aus. Dazu versteht Matti es immer wieder ausgesprochen spannende Momente zu kreieren, lässt On the Job manchmal sogar seltsam berührend wirken und findet seinen Schlusspunkt auf einer bitterbösen Note, wenn klar wird, dass das System letztlich immer schmutzig spielt und immer gewinnt. Das alles ist auf der handwerklichen Ebene tadellos inszeniert und die wenigen Actionszenen sind sehr dynamisch geraten, von roher Energie und ihre Seltenheit lässt sie nur noch pointierter wirken. Etwa zur Hälfte der Laufzeit gibt es eine tolle Parallelmontage, welche von einem pumpenden, treibenden Score unterlegt in eine kurze, aber packende Actionsequenz mündet, nur um kurz darauf nach kleiner Verschnaufpause ausgedehnt nochmals einen Gang höher zu schalten. On the Job ist auch noch deutlicher als BuyBust in einen Actionthriller gehüllte Sozialkritik am bestehenden System und dessen korrupter Politik, verkommt aber nie zum reinen Vehikel für seine anklagende Message. So hat mir der Film auch deutlich besser gefallen als zuletzt BuyBust und ist zweifellos ein weiterer gelungener Beweis dafür, dass auch abseits etablierter Filmmärkte sehenswerte Streifen von starker Qualität entstehen können und ein Actionthriller auch mal ein wenig anspruchsvoller sein kann ohne gleich sein Genre aus dem Fokus zu verlieren.

 

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