Sprengkommando Atlantik/North Sea Hijack/ffolkes (1980)

10. Dezember 2017 at 15:37

 

 

© Universal Pictures

 

 

 

„I like cats, and I don’t like people who don’t.“

 

 

 

Captain Rufus Excalibur ffolkes (das kleine f ist keineswegs ein Tippfehler) ist schon ein wahrlich exzentrisches Exemplar Mann voller Marotten und inklusive markiger Sprüche zu Hauf: er liebt seine Katzen, er hasst Frauen und Raucher und er trinkt gern schon zum Frühstück seinen Scotch – pur selbstverständlich, alles andere wäre ein Frevel. Aus seinem Londoner Club ist er umgehend ausgetreten, als der Vorstand beschloss, auch Frauen aufzunehmen. Und auf seiner schottischen Burg bildet er eine private Armee von Kampftauchern aus. Als Terroristen eine Ölbohrinsel besetzen, die Crew als Geiseln nehmen und 25 Millionen Pfund von der britischen Regierung erpressen wollen, werden ffolkes und seine Männer beauftragt, die gefährliche Situation zu entschärfen. Wie auch schon bei dem Söldner-Actioner The Wild Geese ( Die Wildgänse kommen) zwei Jahre zuvor merkt man schon, dass Regisseur Andrew V. McLaglen noch aus einer vollkommen anderen Zeit stammt und von den jungen Wilden des New Hollywood ins Abseits gedrängt und überholt wurde. Und so steht auch ffolkes mit einem Bein noch in einer Zeit, als das britische Empire das Maß an Zivilisation war und große Teile der Welt beherrschte. Man spürt deutlich, wieviel Spaß es Roger Moore gemacht haben muss ffolkes zu spielen, denn da ist immer irgendwie so ein spitzbübisches Funkeln in seinen Augen. Er geht regelrecht auf in der Rolle des knurrigen Dickschädels im Eremitentum, welche eine willkommene Abwechslung gewesen sein muss nach vier Einsätzen als James Bond. Zwar ist gerade heute der Vorwurf der Misogynie dann nicht mehr weit, aber doch eindeutig zu kurz gegriffen, denn bei genauerer Betrachtung ist der Feminismus eben sehr wohl auch Thema. Die Inszenierung von McLaglen ist ausgesprochen präzise und handwerklich tadellos, schildert die Vorbereitungen sowohl der Terroristen wie auch ihrer Gegner beinahe schon mit protokollarischer Genauigkeit und mündet in einem finalen Showdown, bei dem alle Schachzüge der Rettungsaktion perfekt aufgehen und auf den der ganze Film ausgelegt ist. Darüber hinaus bedient er sich auch bei Elementen des Katastrophen-Kinos und des Action-Thrillers, verknüpft diese mit der damals aufkeimenden Angst vor Terrorismus und erschafft so einen auch heute noch spannenden Film, welcher mich in meiner Kindheit/Jugend kaum mehr faszinierte als er es heute noch tut. Leider ist der Film bis heute vollkommen zu Unrecht immer noch unterschätzt und fristet eher ein Nischendasein. Das ist schade, denn Captain Rufus Excalibur ffolkes hätte ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient.

 

7,5 von 10 Flaschen Scotch im Reisegepäck