The Terminator (1984)

23. April 2019 at 19:04

 

 

© Orion Pictures/Quelle: IMDb

 

 

Listen, and understand! That Terminator is out there! It can’t be bargained with. It can’t be reasoned with. It doesn’t feel pity, or remorse, or fear. And it absolutely will not stop… ever, until you are dead!“

 

 

 

In der Zukunft steht die Menschheit im erbarmungslosen Krieg gegen die Maschinen. Als der Feind einen Terminator zurück in die Vergangenheit schickt, um die Mutter des Anführers des menschlichen Widerstandes noch vor dessen Geburt auszulöschen, da wird auch ein Mensch hinterher geschickt, um das zu verhindern.

 

Schon das einschneidende, kalte, metallisch anmutende Main Theme aus der Feder von Brad Fiedel kündet von der drohenden Apokalypse. Was James Cameron als Regisseur hier mit seinem Quasi-Debütfilm erschafft (Piranha Part Two: The Spawning zählt da nicht so richtig), das sucht bis heute seines Gleichen. Als Idee angeblich geboren aus einem seiner Albträume entwickelt er hier eine Geschichte so schlicht und simpel wie packend und treibend. So sehr die Story von The Terminator auf den ersten Blick vielleicht B-Movie-Charakter haben mag, so viel synthetisches Fleisch hat sie letztlich doch auf ihren stählernen Knochen, wenn die grundlegende Idee dahinter im Verlauf mehr Implikationen offenbart als man eventuell erwarten würde und aus heutiger Sicht geradezu visionäre Züge annimmt.

 

Zudem erweist sich James Cameron mit gerade mal 30 Jahren als ein Meister der inszenatorischen Filmkunst, wenn besonders das gesamte erste Drittel von The Terminator, in welchem die drei Protagonisten präzise in Stellung gebracht werden, ein Musterbeispiel des ökonomischen Erzählens ist: das Timing ist herausragend, keine Szene, kein Satz, kein Schnitt, kein Bild ist hier überflüssig und jedes noch so kleine Detail fügt sich perfekt in den größeren Kontext ein. Wie es Cameron nahezu vollkommen ohne erklärenden Dialog vollbringt, den Auftrag des Terminators, dessen Herkunft und die drohende Gefahr für den Zuschauer greifbar zu machen, das ist schlicht genial. Bis zum ersten Aufeinandertreffen von Sarah, Kyle und dem Terminator im Club TechNoir zieht die Spannung immerzu und mit geradezu erdrückender Präzision immer weiter an, nur um sich zumindest vorläufig in diesem ersten, spektakulär inszenierten Höhepunkt zu entladen.

 

Allein die Idee, diese stoische, unbarmherzige und gefühllose Killermaschine aus der Zukunft mit Arnold Schwarzenegger zu besetzen und so ausgesprochen geschickt dessen schauspielerische Limitierung auszunutzen, das grenzt an einen Geniestreich. Michael Biehn als Kyle Reese bemüht dazu im starken Kontrast zu der wuchtigen Präsenz des Terminators eine ganz wunderbar gegensätzliche Körperlichkeit, wirkt eher drahtig und rastlos, ist von zahllosen Entbehrungen gezeichnet und vom langen Krieg gegen die Maschinen ausgezehrt. Ein beinahe zerbrechlich anmutender Getriebener, im Grunde chancenlos angesichts der übermächtigen Bedrohung, und doch unentwegt den Kampf suchend. Dazu dann Linda Hamilton als Sarah Connor, welche sich entgegen dem klassischen Verständnis eines Helden ihrem Schicksal gerade nicht widersetzen kann, sondern stattdessen auf schmerzhafte Art und Weise lernen muss, es anzunehmen und zu der Frau zu werden, die es braucht, um lange nach ihrem Ableben den Funken des menschlichen Widerstandes zu entzünden.

 

Und obwohl der nahende Untergang der Menschheit in der Ferne droht, so handelt The Terminator trotz globaler Gefahr von einem eher kleinen Konflikt und erzählt eine beinahe schon intime Geschichte rund um das Schicksal der Menschheit und der Liebe zwischen Sarah und Kyle, durch die in einer Szene die Zeitebenen zusammenlaufen, sich kurz verknoten und stillzustehen scheinen. Dann erhebt sich Camerons Film für einen kurzen Moment weit über die Grenzen des Actionfilmes hinaus. So ist die letzte Szene schließlich großartig wie unheilvoll zu gleich und doch voller Gefühl, wenn ein erbarmungsloser Sturm am Horizont aufzieht und ein Foto den Kreis schließt. Pure Kinomagie.

 

10 von 10 abgesägten Schrotflinten unter dem Mantel