Terminator 2: Judgment Day (1991)

28. April 2019 at 16:34

 

© TriStar Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

The unknown future rolls toward us. I face it, for the first time, with a sense of hope. Because if a machine, a Terminator, can learn the value of human life, maybe we can too.“

 

 

 

Nachdem der erste Mordversuch an Sarah Connor fehlgeschlagen ist, da schickt SkyNet erneut einen Terminator in der Zeit zurück, dieses Mal jedoch, um den jungen John Connor zu töten, bevor er in der Zukunft zum Anführer des menschlichen Widerstandes im Kampf gegen die Maschinen werden kann. Doch auch die Menschen schicken einen umprogrammierten Terminator zurück, der John Connor beschützen soll, und so entbrennt ein erbitterter Kampf um das Schicksal der Menschheit.

 

Nach dem düsteren, grimmigen, urbanen Horror eines The Terminator (1984) führt James Cameron seine Vision sieben Jahre später unter geänderten Vorzeichen fort. 1991 muss die Umdeutung des T-800 vom Killer hin zu Beschützer und Vaterfigur in einer noch nicht so sehr vernetzten Welt und trotz großer Werbekampagne ein ziemlicher Knaller gewesen sein. Ein kluger Schachzug war es zweifellos. Der Humor hält nun dort Einzug, wo zuvor nur erdrückende Hoffnungslosigkeit herrschte. Cameron zieht es vor, sich nicht einfach nur zu wiederholen und wählt für seine Fortsetzung lieber andere Ansätze. Terminator 2: Judgment Day zeigt sich sichtlich verspielter in seiner Inszenierung und ist in seiner Erzählstruktur breiter angelegt, offener, und weniger kompromisslos, weniger düster und weniger pessimistisch.

 

Die gesamte erste Hälfte ist abermals nahezu perfekt mit großartigem Timing und starkem Gespür für Tempo und Action auf den Punkt genau inszeniert und Cameron spielt hier all sein Talent voll aus. Die ungemein effiziente Narrative lässt nie auch nur einen Hauch Langeweile aufkommen. Wie schon im Vorgänger werden alle vier Figuren hervorragend in Stellung gebracht, doch etwa zur Hälfte und spätestens nach der Flucht aus der Psychiatrie flacht der Spannungsbogen spürbar ab. Hier schleicht sich ein wenig Leerlauf ein – nicht lange, aber lang genug, um die Anspannung zu lockern. Zudem erreicht Terminator 2 in puncto Exposition nie die Qualität des Vorgängers: wo es Cameron in The Terminator geradezu meisterhaft versteht, seine Geschichte ohne erklärenden Dialog und beinahe nur über die Bildsprache zu erzählen, da verfällt die Fortsetzung immer wieder in das genaue Gegenteil.

 

Wie sich zuvor schon die Besetzung des T-8oo mit Arnold Schwarzenegger als absoluter Geniestreich erwiesen hatte, so ähnlich verhält es sich nun mit Robert Patrick als T-1000, der eine ungemein kalte, ausdruckslose, stoische, geradezu unheimliche Präsenz ausstrahlt, welche deutlich weniger über die rohe Körperlichkeit kommt, sondern viel mehr über dessen unmenschlich anmutende Präzision. War der T-800 im ersten Teil noch das Nonplusultra, nicht aufzuhalten und gnadenlos in seiner Mission, so wirkt er nun im direkten Vergleich zum Nachfolgemodell beinahe schon antiquiert, ausrangiert und vor allem: unterlegen.

 

Terminator 2: Judgment Day ist zweifellos ein Action-Feuerwerk der Spitzenklasse, das die Grenze des Machbaren seiner Zeit quasi neu definiert hat, und mit diversen hübschen Wendungen und Überraschungen glänzen kann. Zwar lässt der Film den Pioniergeist des Erstlings ein wenig vermissen, ist aber in seiner grundlegenden Struktur faszinierend anders angelegt. Und doch ist Camerons Fortsetzung nicht immer so perfekt on point wie The Terminator, nicht mehr so eiskalt in seiner Präzision, und längst nicht mehr so grimmig und niederschmetternd, sondern spürbar heller und hoffnungsvoller. Beide Filme zusammen genommen bilden allerdings eine kongeniale Einheit mit einem würdigen Schlusspunkt, der alle weiteren Fortsetzungen im Grunde obsolet macht. Cameron hat seine Geschichte schlicht zu Ende erzählt.

 

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The Terminator (1984)

23. April 2019 at 19:04

 

 

© Orion Pictures/Quelle: IMDb

 

 

Listen, and understand! That Terminator is out there! It can’t be bargained with. It can’t be reasoned with. It doesn’t feel pity, or remorse, or fear. And it absolutely will not stop… ever, until you are dead!“

 

 

 

In der Zukunft steht die Menschheit im erbarmungslosen Krieg gegen die Maschinen. Als der Feind einen Terminator zurück in die Vergangenheit schickt, um die Mutter des Anführers des menschlichen Widerstandes noch vor dessen Geburt auszulöschen, da wird auch ein Mensch hinterher geschickt, um das zu verhindern.

 

Schon das einschneidende, kalte, metallisch anmutende Main Theme aus der Feder von Brad Fiedel kündet von der drohenden Apokalypse. Was James Cameron als Regisseur hier mit seinem Quasi-Debütfilm erschafft (Piranha Part Two: The Spawning zählt da nicht so richtig), das sucht bis heute seines Gleichen. Als Idee angeblich geboren aus einem seiner Albträume entwickelt er hier eine Geschichte so schlicht und simpel wie packend und treibend. So sehr die Story von The Terminator auf den ersten Blick vielleicht B-Movie-Charakter haben mag, so viel synthetisches Fleisch hat sie letztlich doch auf ihren stählernen Knochen, wenn die grundlegende Idee dahinter im Verlauf mehr Implikationen offenbart als man eventuell erwarten würde und aus heutiger Sicht geradezu visionäre Züge annimmt.

 

Zudem erweist sich James Cameron mit gerade mal 30 Jahren als ein Meister der inszenatorischen Filmkunst, wenn besonders das gesamte erste Drittel von The Terminator, in welchem die drei Protagonisten präzise in Stellung gebracht werden, ein Musterbeispiel des ökonomischen Erzählens ist: das Timing ist herausragend, keine Szene, kein Satz, kein Schnitt, kein Bild ist hier überflüssig und jedes noch so kleine Detail fügt sich perfekt in den größeren Kontext ein. Wie es Cameron nahezu vollkommen ohne erklärenden Dialog vollbringt, den Auftrag des Terminators, dessen Herkunft und die drohende Gefahr für den Zuschauer greifbar zu machen, das ist schlicht genial. Bis zum ersten Aufeinandertreffen von Sarah, Kyle und dem Terminator im Club TechNoir zieht die Spannung immerzu und mit geradezu erdrückender Präzision immer weiter an, nur um sich zumindest vorläufig in diesem ersten, spektakulär inszenierten Höhepunkt zu entladen.

 

Allein die Idee, diese stoische, unbarmherzige und gefühllose Killermaschine aus der Zukunft mit Arnold Schwarzenegger zu besetzen und so ausgesprochen geschickt dessen schauspielerische Limitierung auszunutzen, das grenzt an einen Geniestreich. Michael Biehn als Kyle Reese bemüht dazu im starken Kontrast zu der wuchtigen Präsenz des Terminators eine ganz wunderbar gegensätzliche Körperlichkeit, wirkt eher drahtig und rastlos, ist von zahllosen Entbehrungen gezeichnet und vom langen Krieg gegen die Maschinen ausgezehrt. Ein beinahe zerbrechlich anmutender Getriebener, im Grunde chancenlos angesichts der übermächtigen Bedrohung, und doch unentwegt den Kampf suchend. Dazu dann Linda Hamilton als Sarah Connor, welche sich entgegen dem klassischen Verständnis eines Helden ihrem Schicksal gerade nicht widersetzen kann, sondern stattdessen auf schmerzhafte Art und Weise lernen muss, es anzunehmen und zu der Frau zu werden, die es braucht, um lange nach ihrem Ableben den Funken des menschlichen Widerstandes zu entzünden.

 

Und obwohl der nahende Untergang der Menschheit in der Ferne droht, so handelt The Terminator trotz globaler Gefahr von einem eher kleinen Konflikt und erzählt eine beinahe schon intime Geschichte rund um das Schicksal der Menschheit und der Liebe zwischen Sarah und Kyle, durch die in einer Szene die Zeitebenen zusammenlaufen, sich kurz verknoten und stillzustehen scheinen. Dann erhebt sich Camerons Film für einen kurzen Moment weit über die Grenzen des Actionfilmes hinaus. So ist die letzte Szene schließlich großartig wie unheilvoll zu gleich und doch voller Gefühl, wenn ein erbarmungsloser Sturm am Horizont aufzieht und ein Foto den Kreis schließt. Pure Kinomagie.

 

10 von 10 abgesägten Schrotflinten unter dem Mantel