The Burning (1981)

25. Juli 2019 at 12:14

 

 

© Filmway Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

There used to be a camp not far from here, just across the lake. It was called Camp Blackfoot. No one goes there anymore. Everything burnt down.“

 

 

 

Ein dummer Streich führt zu einem schrecklichen Unfall und der Aufseher des Camp Blackfoot verbrennt qualvoll. Fünf Jahre später kann er zwar das Krankenhaus wieder verlassen, ist jedoch furchtbar entstellt. Einzig der Wunsch nach Rache treibt ihn noch an.

 

The Burning von Regisseur Tony Maylam ( Split Second, 1992) kommt im Fahrwasser der ersten Welle an Slashern daher, nachdem erst John Carpenter mit Halloween (1978) und dann Sean S. Cunningham mit Friday the 13th (1980) Grundsteine im Genre gelegt hatten. Es gerät The Burning ungemein zum Vorteil, dass seiner Zeit das erzählerische Korsett des eigentlich eher formelhaften Slasher-Filmes noch nicht so sehr ausformuliert ist wie einige Jahre später. Maylam macht nämlich im Detail Dinge durchaus etwas anders als man es erwarten könnte und spielt manchmal sogar recht geschickt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, wenn er vermeintliche Genre-Konventionen bricht. Auch lässt sich The Burning recht viel Zeit, um sein Setting sorgfältig auszubreiten, und nimmt seine Figuren ernst: tiefsinnig gerät das zwar nie so richtig, ist aber immerhin zumindest bemüht darin, eine halbwegs ehrliche Lebenswelt der Teenager mit den Mechanismen des Slashers zu kombinieren. Atmosphärisch ist das zwar manchmal etwas eigenwillig, doch aber durchaus dicht und Maylams Inszenierung ist präzise und effektiv. Die Effekte aus der Feder des legendären Tom Savini sind auch heute noch wirklich gut anzusehen und überhaupt gibt sich The Burning spätestens nach der Hälfte der Laufzeit nicht sonderlich zimperlich, wenn alles in einem packenden Finale mündet. Keine innovative, aber zumindest mehr als nur solide Slasher-Kost, die viel zu selten Erwähnung findet in den Gründungs-Annalen eines heute eigentlich toten Genre.

 

6,5 von 10 rostigen Heckenscheren

 

 

Split Second (1992)

18. Juli 2019 at 17:33

 

 

© InterStar/Quelle: IMDb

 

 

 

Now he lives on anxiety, coffee and chocolate.“

 

 

 

In dem Film von Regisseur Tony Maylam (The Burning, 1982) begibt sich Rutger Hauer als Cop auf eine von Wut und Hass getriebene Jagd nach einem Serienkiller in einem überschwemmten und von Ratten geplagten London der nahen Zukunft. Das Setting ist angenehm unverbraucht, fällt jedoch insgesamt eher karg aus und ist limitiert in seinen Schauplätzen. Atmosphärisch solide besticht Split Second durch eine düstere, seltsam spröde Eigenwilligkeit in der Inszenierung, welche wohl auch dem Umstand geschuldet ist, dass das Drehbuch von Gary Scott Thompson teils am Set noch mehrfach umgeschrieben wurde. Auch wurde die finale Konfrontation in alten U-Bahnschächten letztlich nicht mehr von Maylam gedreht, sondern von Ian Sharp, tonal jedoch fällt das eher weniger ins Gewicht. Allerdings wird im knackigen Finale schnell deutlich, dass das der temporeichste Part von Split Second ist, der sonst mit seiner Action eher geizt.

 

Das Creature-Design und die Make Up-Effekte stammen von Stephen Norrington, der später Filme wie Death Machine (1994), Blade (1998) und The League of Extraordinary Gentlemen (2003) drehen sollte, und setzen vornehmlich auf Schatten, Umrisse und reichlich Kunstblut, wenn man das Monster selbst nur selten in voller Pracht bewundern darf. Das alles kann sich durchaus sehen lassen und erfüllt seinen Zweck, gerät zuweilen sogar recht garstig in seiner zeigefreudigen Darstellung. Herkunft und Motivation der Kreatur bleiben seltsam vage: zwar rückt irgendwann ein okkulter Hintergrund in den Fokus, doch wirklich Licht wird keines ins Dunkel gebracht. Rutger Hauer als abgewrackter und sprücheklopfender Hard Boiled-Cop mit Waffenfetisch im Ledermantel und mit Harley Davidson im Wohnzimmer macht Spaß und mit seinem Partner wider Willen gibt er ein gutes ungleiches Duo ab. Trotz seiner offensichtlichen Schwächen mag ich Split Second irgendwie. Eigentlich perfekt für ein Double Feature zusammen mit Dark Angel von Action Jackson-Regisseur Craig R. Baxley.

 

6,5 von 10 Tassen Kaffee mit Unmengen Zucker