The Equalizer

12. November 2015 at 1:46

 

 

 

The Equalizer (2014)
The Equalizer poster Rating: 7.2/10 (202,042 votes)
Director: Antoine Fuqua
Writer: Richard Wenk, Michael Sloan (television series), Richard Lindheim (television series)
Stars: Denzel Washington, Marton Csokas, Chloë Grace Moretz, David Harbour
Runtime: 132 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Thriller
Released: 26 Sep 2014
Plot: A man believes he has put his mysterious past behind him and has dedicated himself to beginning a new, quiet life. But when he meets a young girl under the control of ultra-violent Russian gangsters, he can't stand idly by - he has to help her.

 

 

 

„When you pray for rain, you gotta deal with the mud too.“

 

 

 

Das Leben von Robert McCall ist die reinste Routine, pedantisch und beinahe schon neurotisch wiederholt der Baumarktmitarbeiter immer und immer wieder seine alltäglichen Abläufe, Tag für Tag. Was niemand ahnt: McCall ist ein bestens ausgebildeter CIA-Agent im Ruhestand, ausgestattet mit einer neuen Identität und einem völlig neuen Leben. Als eine mit ihm bekannte, junge Prostituierte schwer misshandelt wird, beschließt er, doch noch einmal sein handwerkliches Können zu nutzen, und tötet kurzerhand ihren Zuhälter und einige seiner Männer. Noch ahnt er nicht, dass er sich nun jedoch mit einem sehr mächtigen Arm der russischen Mafia angelegt hat, der fortan Jagd auf ihn machen wird…

 

Antoine Fuqua hinter und Denzel Washington vor der Kamera, das hat 2001 schon einmal sehr gut in Training Day funktioniert. Nun adaptieren beide sehr lose die TV-Serie The Equalizer aus den 80er Jahren und bei Fuqua kann man sicher sein, dass er eines noch im Schlaf beherrscht, nämlich großartige Actionszenen auszuarbeiten. Seine Filme Shooter mit Mark Wahlberg oder Olympus Has Fallen mit Gerard Butler sind da ganz hervorragende Beispiele. Und auch Denzel Washington hat in der Vergangenheit mit Filmen wie Man on Fire, 2 Guns oder The Taking of Pelham 123 mehr als einmal bewiesen, dass er nicht nur in Actionfilmen glänzen kann, sondern auch, dass ihm Rache als Antrieb und Motivation ganz hervorragend steht. Und tatsächlich fällt The Equalizer ähnlich rau, grimmig und kompromisslos aus wie 2004 noch der beinharte Racheactioner Man on Fire von Tony Scott. Die Actionszenen sind kraftvoll und teils überraschend kreativ, die Zweikämpfe dreckig, hart und toll choreografiert, meist relativ kurz, dafür aber effektiv und brachial. In einigen Momenten darf man ruhig mal kurz die Altersfreigabe ab 16 in Frage stellen. Leider krankt The Equalizer an einem holprigen Erzählrhythmus, Fuqua nimmt einfach viel zu oft das Tempo wieder raus, was zu unnötigen Längen und Szenen voller Füllmaterial führt, die dem Film nicht gut stehen. Da ist zuviel erzählerischer Leerlauf zwischen der Action, der nichts voran treibt und nur dazu beiträgt, Figuren weiterhin zu zementieren, deren Struktur schon längst umrissen ist. McCall ist einer der guten, das ist ebenso offensichtlich, wie das sein Gegenpart, Teddy, eine Art Problemlöser für die Russenmafia, ihm ebenbürtig ist und ein Soziopath aus dem Lehrbuch, aber Fuqua scheint es für nötig zu halten, es uns so lange immer wieder und wieder vor Augen zu führen, bis auch der letzte unter den Zuschauern begriffen hat, wie die Dinge liegen. Weder Handlung noch Figuren werden dadurch weiterentwickelt und The Equalizer wirkt durch die inszenatorischen Ausreißer nicht straff und kompakt genug, 20 Minuten weniger hätten dem Film sehr gut getan in meinen Augen. So ensteht ein seltsamer Hybrid, der phasenweise wirklich zu begeistern weiß, phasenweise aber ebenso tatsächlich langweilt. Das ist schade, denn für einen knackigen und straighten Actioner im Stile vom ersten 96 Hours beispielsweise wäre der Stoff geradezu prädestiniert. Der Look des Films hingegen weiß durchgängig zu überzeugen, die Handlung spielt überwiegend nachts und Fuqua weiß, das klug zu nutzen und einige sehr schöne Bilder und Szenerien zu generieren, die Atmosphäre ist dicht und stimmungsvoll. Seine Figuren sind zwar etwas eindimensional, aber effektiv und toll gespielt, Washington schwankt ganz hervorragend zwischen einfühlsam und stoisch-effektiv, zwischen dem sanften Witwer mit einem offenen Ohr für seine Mitmenschen und der eiskalten Killermaschine, zu der ausgebildet wurde. Morten Csokas hingegen ist nicht weniger gut aufgelegt als fieser Soziopath durch und durch und auch das Katz-und-Maus-Spiel, welches sich die beiden im Mittelteil liefern, weiß zu unterhalten. Das große Finale im Baumarkt ist dann auch noch mal ein Höhepunkt, vielleicht ein wenig zu dunkel geraten, aber dafür umso kreativer, wenn sich McCall munter in den Baumarktregalen bedient und Alltagsgegenstände zu Waffen und Fallen zweckentfremdet.

 

Unterm Strich könnte The Equalizer ein wirklich sehr gelungener und unterhaltsamer Actionreißer sein, wenn er nicht mit einigem Leerlauf in der Handlung zu kämpfen hätte, welcher den Film nicht wirklich voran bringen kann und unnötig zu Längen führt. Genügend Pluspunkte gerade auch in Bezug auf die ungewöhnlich kompromisslose und brachiale Action kann The Equalizer durchaus sammeln, da gibt es so manchen kreativen und denkwürdigen Moment, aber am Ende reicht es nicht für mehr als….

 

6,5 von 10 zweckentfremdeten Korkenziehern