The Mummy (2017)

23. Februar 2019 at 14:29

 

 

© Universal Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

Welcome to a new world of gods and monsters.“

 

 

 

Durch einen Luftangriff im kriegsgeschüttelten Irak wird eine uralte ägyptische Grabstätte freigelegt. Zusammen mit dem leicht zweifelhaften Abenteurer Nick Morton und dessen Partner Chris Vail untersucht die Archäologin Jenny Halsey den Fund, der nach England gebracht werden soll. Doch keiner von ihnen ahnt, dass sie dabei die Pharaotochter Ahmanet befreit haben, die einen Pakt mit dem ägyptischen Gott des Todes eingegangen ist, nun nach grenzenloser Macht strebt und das Böse selbst in die Welt holen will.

 

Das also ist der Auftakt für das von Universal geplante Dark Universe, welches zumindest auf dem Papier ja durchaus Potential gehabt hätte. Doch die nach People Like Us (2012) erst zweite Regiearbeit des eher für seine Drehbücher bekannten Alex Kurtzman macht überdeutlich, warum dieses ehrgeizige Projekt zumindest in dieser Form zum Scheitern verurteilt war. The Mummy ist weder bei Grusel oder Horror zu verorten, sondern zeigt sich vielmehr als glattgebügeltes Fantasy-Action-Spektakel ohne Ecken und Kanten. Spannung oder Dramatik sucht man hier vergeblich und bekommt stattdessen kaum mehr als knappe zwei Stunden auf Hochglanz polierte Langeweile geboten. Kurtzman inszeniert seinen Film zwar handwerklich kompetent, aber auch seelenlos, leblos und ohne Liebe zum Genre.

 

The Mummy will ein möglichst breites Spektrum abdecken, verliert dadurch jedoch seinen narrativen Fokus und findet zwischen Düsternis und Klamauk nie wirklich zu sich selbst. Will man dann noch unbedingt das Dark Universe mit der Brechstange voran treiben, indem alles andere als subtile Verweise – ein Vampirschädel hier, eine Hand mit Schwimmhäuten da – lieblos aufeinander stapelt werden und natürlich auch Dr. Jekyll in diese Richtung zielt, rückt die eigentliche Rahmenhandlung rund um das titelgebende Monster plötzlich in den Hintergrund. Die vom Drehbuch propagierte Gefahr seitens Ahmanet bleibt letztlich diffus und kommt nicht nur wegen der holprigen Erzählstruktur nie wirklich zum Tragen, sondern auch, weil der teils deplatzierte Humor immerzu sämtliche Anstrengung in Richtung Ernsthaftigkeit unterläuft und manchmal sogar in unfreiwilliger Komik mündet. Rückblickend ist es wirklich kein Wunder, dass das von Universal angestrebte Dark Universe gleich wieder in sich kollabieren musste, wenn bereits der Auftaktfilm derart viel Potential vollkommen ungenutzt und geradezu achtlos liegen lässt.

 

4 von 10 tauchenden Kreuzritter-Zombies