Universal Soldier: Regeneration (2009)

9. April 2022 at 19:13

 

 

© Sony Pictures Home Entertainment

 

 

Es kommt ausgesprochen selten vor, dass der eher lieblos veröffentlichte und zumindest rechnerisch fünfte Teil einer immer schon allenfalls mittelmäßigen Actionfilm-Reihe mehr zu beeindrucken vermag als ihr Erstling. Der Grund dafür ist in diesem Fall ganz allein Regisseur John Hyams, seines Zeichens Sohn des Regieroutiniers Peter Hyams (Outland, Narrow Margin, Sudden Death, The Relic), welcher mit Universal Soldier: Regeneration die bereits totgeglaubte Reihe schwungvoll wiederbeleben konnte. Zwar versucht man mit Regeneration, dem filmischen Konzept des künstlichen Menschen einige interessante Aspekte in Form einer Art Kommentar auf den Status quo des modernen Actionhelden abzuringen, allerdings vermag der Plot auf der inhaltlichen Ebene nicht sonderlich zu überzeugen und ist doch sehr generisch und dünn geraten.

 

Dagegen kann die handwerkliche Ebene jedoch restlos und vollkommen überzeugen. John Hyams entpuppt sich als exzellenter Regisseur mit einem starken Auge und einem ausgeprägten Gespür für Tempo, Timing und Rhythmus, der sehr genau verstanden hat, worauf es ankommt und was genau seine Filme brauchen. Vater Peter Hyams ist hier als Kameramann verantwortlich und allein die ersten fünf Minuten wissen mächtig Druck zu generieren, wenn sich eine Entführung zu einem bleihaltigen Actiongewitter auftürmt und in einer wahnsinnig gut gefilmten Verfolgungsjagd aufgeht, welche den Zuschauer ebenso orientierungslos zurücklässt wie die beiden Opfer.

 

Und das zieht sich durch den gesamten Film. Jede Actionszene ist ungemein präzise umgesetzt, wuchtig und dynamisch inszeniert. John Hyams versteht es dazu hervorragend, sowohl die Stärken als auch Schwächen seiner Darsteller zu erkennen und gekonnt zu nutzen. Andrei Arlovski ist weiß Gott kein Schauspieler, aber das muss er auch gar nicht sein und kann so all sein Talent und seine Erfahrung als langjähriges MMA-Schwergewicht ausspielen. Eine beinahe zwei Meter große und knapp 120 Kilo schwere Kampfmaschine, die ihr Handwerk versteht und ganz genau weiß, wie sie ihren Körper einzusetzen hat und sich bewegen muss. Schnell, kurz, präzise und auf Zerstörung ausgerichtet.

 

Regeneration selbst wirkt düster, trostlos und ist zu jeder Sekunde vollkommen ernsthaft. Humorvolle Brüche gibt es nicht und das beinahe schon postapokalyptisch anmutende Setting ist in kalten, blau-grauen Bildern eingefangen und mit einem elektronisch flirrenden Score unterlegt, der in den richtigen Momenten sein Tempo anzuziehen weiß. Regeneration mag inhaltlich wahrlich kein Glanzstück und eher Ware von der B-Movie-Stange sein, in seiner Kernkompetenz überzeugt der Film jedoch vollkommen und bietet stärkere Action als viele Big Budget-Streifen der letzten Jahre. Und zu dem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, was John Hyams drei Jahre später abliefern sollte…

 

7/10