American Assassin (2017)

10. Mai 2018 at 18:34

 

 

© Lionsgate Films

 

 

 

Bei einem Terroranschlag auf Ibiza kommt die Verlobte von Mitch Rapp ums Leben, woraufhin er beschließt, die Verantwortlichen dafür auf eigene Faust zur Strecke zu bringen. Das wiederum rückt Rapp in den Fokus des FBI, welches ihn rekrutieren und zum Mitglied einer streng geheimen Eliteeinheit im Kampf gegen den internationalen Terror machen will.

 

Ich gebe zu, dass ich im Vorfeld schon eine eher geringe Erwartungshaltung gegenüber American Assassin hatte, aber wie sehr der Film dann letztlich seine Zuschauer für dumm verkauft, dass erlebe ich in solcher Form besonders im wirklichkeitsfernen Genre der Actionfilme dann doch eher selten. Ich bin grundsätzlich offen für ziemlich viel Quatsch, aber nichts, wirklich absolut rein gar nichts kaufe ich auch nur irgendeiner Figur zu irgendeinem Moment dieser rund 110 Minuten ab. Vor allem die Entwicklung des Mitch Rapp vom trauernden Verlobten hin zum nur 18 Monate später auf eigene Faust Terror-Zellen infiltrierenden Bad Ass ist dermaßen arg haarsträubend konstruiert, da kann ich beim besten Willen und mit zwei zugedrückten Augen nicht mehr mitgehen. Vermutlich hat er bereits auf der Beerdigung seiner Verlobten das Messerwerfen angefangen zu trainieren.

 

Wie ein trotziges Kind, dem sein Lieblingsspielzeug weggenommen wurde, stapft Dylan O´Brien beleidigt mit den Füßen stampfend durch diverse eher unspektakuläre Settings in Europa wie ein drittklassiger Pseudo-Jack Ryan oder Jason Bourne, ignoriert beinahe jede Regel oder Anweisung von oben und agiert über alle Maßen egoistisch und zu keinem Punkt nachvollziehbar, nur um immer wieder in Anfälle maßloser Arroganz zu kippen und beinahe jeden Auftrag damit unweigerlich zu sabotieren. Auch die vom Film implizierte physische Präsenz und seine selbst antrainierten Fähigkeiten nehme ich Dylan O´Brien einfach nicht ab.

 

Grundsätzlich ist die Action in American Assassin zwar solide inszeniert, sticht aber kaum aus ähnlich angelegten Genre-Vertretern heraus, setzt sie zwar recht viel auf Faustkämpfe und weniger auf Shootouts, bleibt in ihrer Choreografie jedoch meist eher unspektakulär. Dazu trifft der Film von Michael Cuesta sogar für einen Actionfilm erstaunlich dumme Entscheidungen, dennoch war American Assassin bei mir bis zum Schlussakt auf einem 4,5 vielleicht 5/10-Kurs, doch dann hat sich der Film doch noch seine 3/10 bei mir verdient. Das Finale verkommt nur noch zu einem schlechten Witz, dessen Pointe nicht zündet, wenn ich mich plötzlich in Battleship wähne statt noch eben in American Assassin. Ich habe schon viele schlechte Filme gesehen und oft auch eine gewisse Freude an ihnen entwickelt, aber nochmals: wie sehr American Assassin den Zuschauer für dumm verkauft, das sucht selbst in solchen Genre-Kreisen seines Gleichen.

 

3 von 10 Ausrastern auf dem Schießplatz