Arachnophobia

25. August 2015 at 13:25

 

 

 

Arachnophobia (1990)
Arachnophobia poster Rating: 6.3/10 (46449 votes)
Director: Frank Marshall
Writer: Don Jakoby (story), Al Williams (story), Don Jakoby (screenplay), Wesley Strick (screenplay)
Stars: Jeff Daniels, Harley Jane Kozak, John Goodman, Julian Sands
Runtime: 103 min
Rated: PG-13
Genre: Comedy, Horror, Sci-Fi
Released: 18 Jul 1990
Plot: A species of South American killer spider hitches a lift to the U.S. in a coffin and starts to breed and kill.

 

 

 

„The itsy-bitsy spider crawled up the water spout; down came the rain and washed the spider out.”

 

 

 

Der Arzt Dr. Ross Jennings zieht mit seiner Familie in das beschauliche Kleinstadtnest Canaima in Kalifornien, um die hiesige Praxis zu übernehmen. Noch hat er nicht die geringste Ahnung, dass eine sehr seltene und tödliche Spinnenart aus dem venezolanischen Dschungel über Umwege einwandern und sich ausgerechnet in seiner Scheune einnisten konnte. Dort paart sie sich mit den heimischen Spinnen und bringt eine neue, noch gefährlichere Hybridspezies hervor, die sich zusehends ausbreitet. Schnell steigt in der Kleinstadt die Anzahl ungeklärter Todesfälle und bevor die Wurzel allen Übels tatsächlich ausgemacht werden kann, gerät sogar Dr. Jennings kurzzeitig unter Verdacht. Trotz seiner ausgeprägten Arachnophobie muss er den Kampf gegen die krabbelnden Eindringlinge aufnehmen….

 

Arachnophobia ist, der Name verrät es vielleicht schon, der ideale Film für Menschen, die Probleme mit den kleinen, achtbeinigen Krabblern haben. Aber auch diejenigen unter euch, bei denen das nicht der Fall ist, kommen hier voll auf ihre Kosten. Perfekt für Arachnophobiker und solche, die es werden wollen. Gänsehaut garantiert, wenn das große Krabbeln erst einmal losgeht. Regisseur Frank Marshall hat mit Arachnophobia sowas wie einen kleinen Klassiker des Tierhorrors geschaffen, der sich erfrischender Weise selbst nicht allzu ernst nimmt. Zusammen mit Steven Spielberg als ausführender Produzent, der im Hintergrund die Fäden zieht, und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl ausgestattet, kredenzt uns Marshall schrecklich schöne Unterhaltung in Bestform, genau die richtige Mischung aus schräger Kleinstadtkomödie und fiesem Tierhorror. Gänzlich ohne die heute so üblichen und meist plumpen Schockeffekte und mit viel Liebe zum Detail inszeniert, spielt diese ausgesprochen unterhaltsame und kurzweilige Schauermär geschickt und effektiv mit unseren tiefsten Urängsten und schlimmsten Befürchtungen. So sind es dann bei weitem nicht nur die Spinnen, denen hier der Kampf angesagt wird, sondern vielmehr auch der Angst selbst, an welcher der Protagonist Dr. Jennings im Film ja auch leidet. Konfrontationstherapie, wenn man so will.

 

 

 

„And when that happens, this town is dead… and the next town… and the next town… and the next one, and so on.”

 

 

 

Der Schlüssel zum Erfolg ist dann auch eben jene Liebe zum Detail, seien es nun die Spinnen selbst oder die herrlich schrulligen Charaktere, alles ist enorm liebevoll und präzise ausgearbeitet. Es fängt schon damit an, dass die Spinnen bis auf ganz wenige Ausnahmen im Finale und das Exemplar, das zertreten wird (irrtümlicherweise wird oft angenommen, diese Szene sei echt, ist sie aber keineswegs, bei den Dreharbeiten kamen keine Spinnen zu Schaden), allesamt echt sind. Die im Film verwendeten Tiere sind Avondale-Spinnen (Delena cancerides, falls es wen interessiert), eine harmlose Art, die hauptsächlich in Australien und zum Teil auch in Neuseeland vorkommt. Echte Spinnen für den Dreh zu verwenden ist ungemein zuträglich für die ganze Atmosphäre des Films. Heute kämen die Heerscharen dieser achtbeinigen Armee einfach aus dem Rechner, CGI-Spinnen an jeder Ecke, und ich bin mir sicher, dass das nicht einmal ansatzweise so gut funktionieren würde. So ist der Schrecken aber deutlich realer, geradezu greifbar, und ab der Mitte des Films sind sie dann ja auch überall… Spinnen unter Decken, Spinnen in Hosenbeinen, Spinnen in Hausschuhen, Spinnen im Lampenschirm, Spinnen unter der Dusche, Spinnen in der Toilette, Spinnen im Popcorn, Spinnen in Körperöffnungen… man ist einfach nirgendwo mehr sicher vor den kleinen Eindringlingen, egal, ob sie einzeln und in Großaufnahme auftreten oder als kleine Armee, Schrecken verbreiten sie überall.

 

Arachnophobia ist ein rundum gelungener und ausgesprochen unterhaltsamer Horrortrip, gepflegter handgemachter Grusel statt aus der Konserve, erfrischend altmodisch und ohne billige Schockeffekte. Atmosphärisch dicht, aber locker inszeniert, lädt der Film auch immer wieder zum Schmunzeln ein und bietet die nahezu perfekte Balance aus Humor, Spannung und toller Effektarbeit. Die herrlich skurrilen Charaktere mit ihren Kleinstadtmarotten und glänzend aufgelegte Schauspieler wie Jeff Daniels, John Goodman und Julian Sands, die sichtlich Spaß bei den Dreharbeiten hatten, machen dieses Kleinod des Gänsehautkinos letztlich nahezu perfekt. Wer diesem kurzweiligen Spaß bisher nicht ins Netz gegangen ist…. nur zu, wenn ihr euch traut….

 

8 von 10 Spinnen im Popcorn