Skin Trade

26. August 2015 at 14:38

 

 

 

Skin Trade (2014)
Skin Trade poster Rating: 5.8/10 (2853 votes)
Director: Ekachai Uekrongtham
Writer: Gabriel Dowrick (screenplay), Steven Elder (screenplay), Dolph Lundgren (screenplay)
Stars: Dolph Lundgren, Tony Jaa, Michael Jai White, Ron Perlman
Runtime: 96 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Thriller
Released: 23 Apr 2015
Plot: After his family is killed by a Serbian gangster with international interests, NYC detective Nick goes to S.E. Asia and teams up with a Thai detective to get revenge and destroy the syndicates human trafficking network.

 

 

 

„How do you sleep at night. How can you do this?”

 

 

 

Der Cop Nick Cassidy ist schon seit geraumer Zeit einem skrupellosen Ring von Menschenhändlern auf der Spur, doch er kommt dabei Viktor Dragovic, dem serbischen Kopf dieser Bande, gefährlich nahe. Als bei einem Einsatz gegen Dragovic einer seiner Söhne von Cassidy erschossen wird, lässt er kurzerhand zum Ausgleich die Familie des aufrechten Polizisten umbringen. Cassidy überlebt schwer verletzt und sinnt auf Rache. Die Spur von Dragovic führt über Kambodscha schließlich nach Thailand, wo sich Cassidy nicht nur mit dessen Schergen herum schlagen muss, sondern zunächst auch mit dem thailändischen Cop Tony Vitayakul, der seinerseits ebenfalls hinter Dragovic her ist….

 

Der Cast, den der thailändische Regisseur Ekachai Uekrongtham hier für Skin Trade versammelt, ist für ein solches B-Movie mehr als nur ansehnlich. Hier treffen Dolph Lundgren, Tony Jaa, Ron Pearlman, Peter Weller und Michael Jai White aufeinander, ja, sogar mit Cary-Hiroyuki Tagawa gibt es ein, wenn auch nur sehr kurzes, Wiedersehen. Zudem hat Lundgren das Drehbuch geschrieben und den Film dazu noch produziert, man könnte also sagen, dass ihm Skin Trade persönlich wichtig war. Der Film nimmt seine grundlegende Thematik durchaus ernst, das spürt man deutlich, und Lundgren will nach eigener Aussage sieben Jahre an dem Stoff gearbeitet haben. Letztlich aber kratzt Skin Trade allenfalls an der Oberfläche des Themas Menschenhandel und nutzt es lediglich, um eine Ausgangslage für die Rachestory zu schaffen, die sich dann entspinnt. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn am Ende ist Skin Trade schließlich nicht mehr als ein reinrassiger Actionfilm im Geiste der 80er Jahre. Dennoch beschleicht einen zwischendurch immer mal wieder leise das Gefühl, der Film wäre gerne mehr als das, aber dafür verfolgt er sein Thema einfach nicht konsequent genug, was, wie gesagt, absolut in Ordnung ist, denn als Actioner funktioniert er durchaus gut.

 

Und die Action kann sich absolut sehen lassen und ist straff und zielgerichtet inszeniert. Die Kampfszenen und Verfolgungsjagden sind knackig und durchaus effektiv umgesetzt und mit der nötigen Härte gewürzt. Sicherlich meilenweit entfernt vom Genreprimus The Raid (wahlweise auch Teil 2), aber diesen Vergleich darf man gar nicht erst ziehen, diese Messlatte ist eine ganz andere Welt. Schön zu sehen, dass jeder Protagonist, sei es nun Lundgren, Jaa oder White, seinen Fight spendiert bekommt, und die geraten auch nicht unbedingt zu kurz, sind gut choreografiert und wissen zu unterhalten. White hätte etwas mehr Screentime verdient gehabt, aber bei drei solchen Hochkarätern in der Besetzung ist es etwas schwierig, da eine geeignete Balance zu installieren. Insbesondere der Kampf zwischen Lundgren und Jaa sticht da hervor, der ist sicherlich eines der Highlights in Skin Trade. Als zweites Highlight unbedingt erwähnenswert ist eine mehr als nur ansehnliche Verfolgungsjagd zwischen Lundgren auf einem Motorrad auf den Straßen und Jaa zu Fuß parcourartig über die Dächer der Stadt. Leider fallen die Shootouts in ihrer Qualität durchgängig ab im Vergleich zu den Kampfszenen und wissen kaum zu begeistern. Auch der Showdown kommt etwas lasch daher, die actionreichen Höhepunkte des Films finden sich eindeutig im Mittelteil. Sehr erfreulich hingegen ist der für einen Film diese Größenordnung erstaunlich geringe CGI-Anteil und überhaupt wirkt Skin Trade eigentlich nie so richtig billig, alles ist ansehnlich in Szene gesetzt und das Budget von rund 9 Mio. Dollar wird äußerst effektiv ausgeschöpft. Da haben ähnliche Filme mit größerem Budget schon deutlich schlechter ausgesehen.

 

Am Ende ist Skin Trade ein handwerklich solider, routiniert umgesetzter und ein wenig formelhafter B-Actioner aus der zweiten Reihe, der für seine Nische überraschend hochwertig und ohne größere Schwächen daherkommt und mit knackiger Action und gelungener Besetzung glänzen kann. Die üblichen Logiklöcher und Filmfehler sind vorhanden, aber kaum erwähnenswert und in diesem Genre ohnehin meist nicht von Bedeutung. Durch seine straffe Inszenierung wird Skin Trade zu keiner Sekunde wirklich langweilig, das Tempo ist hoch, Längen gibt es hier keine und man wird durchgängig unterhalten. Alles in allem nicht herausragend, aber erfrischend solide bei all dem Schrott, der zuletzt gerne Mal in diesem Teil der Filmwelt veröffentlicht wurde und die Videotheken überschwemmt. Und das der Film seiner Thematik nicht gerecht werden kann…. naja, das hätte doch ohnehin niemand ernsthaft erwartet, oder? Am Ende bleibt die Erkenntnis: Onkel Dolph wird´s richten, so oder so…. auch in der Fortsetzung.

 

7 von 10 druckvollen Fights zwischen Genregrößen