Blackhat

25. Juli 2015 at 16:31

 

 

 

Blackhat (2015)
Blackhat poster Rating: 5.4/10 (22993 votes)
Director: Michael Mann
Writer: Morgan Davis Foehl
Stars: Chris Hemsworth, Leehom Wang, Wei Tang, Viola Davis
Runtime: 133 min
Rated: R
Genre: Action, Crime, Drama
Released: 16 Jan 2015
Plot: A furloughed convict and his American and Chinese partners hunt a high-level cybercrime network from Chicago to Los Angeles to Hong Kong to Jakarta.

 

 

 

„This isn’t about money. This isn’t about politics. I can target anyone, anything, anywhere.”

 

 

 

Als das Computersystem eines chinesischen Atomkraftwerks von Hackern angegriffen und die Kühlung der Brennstäbe manipuliert wird, ruft das verschiedene Abteilungen der chinesischen Regierung auf den Plan. Der IT-Sicherheitsexperte Chen Dawai soll zusammen mit seiner Schwester den Hackern auf die Spur kommen und findet den fragmentarischen Teil eines Codes, den er einst am MIT zusammen mit seinem alten Studienfreund Nick Hathaway geschrieben hat. Der jedoch sitzt zur Zeit wegen Computerkriminalität im Gefängnis, weswegen die Kooperation mit den amerikanischen Behörden unumgänglich wird, soll Hathaway doch tatkräftige Unterstützung leisten. Nachdem schließlich auch noch die New Yorker Börse gehackt wird, bietet man Hathaway einen Deal an: Straffreiheit für die Jagd nach den Hackern. Eine regelrechte Schnitzeljagd rund um die Welt entbrennt…

 

Blackhat ist der neueste Film von Regisseur Michael Mann, der Licht wie Schatten in seiner Karriere zu verbuchen hat. So ist beispielsweise sein Film Manhunter (hierzulande auch bekannt als Blutmond und später nochmal neu verfilmt als Roter Drache) von 1986 in allen Belangen sehr gut gelungen und Heat, diesen herausragenden Meilenstein der Filmgeschichte, hat er 1995 auch inszeniert, ein unsterblicher Klassiker und einer der besten Filme aller Zeiten. Auch Collateral ist ein durchgängig stimmungsvoller Thriller, der deutlich über dem Durchschnitt liegt und erneut Mann´s eigenwilligen Stil der Inszenierung unterstreicht und etabliert. Er hat aber auch Totalausfälle wie Miami Vice und Public Enemies zu verbuchen, Filme, die buchstäblich die Zeit nicht wert sind, die man mit ihnen vergeudet. Jetzt also Blackhat, ein Actionthriller rund um Cyberkriminalität, diese gesichtslose Bedrohung aus dem World Wide Web. Ein durchaus aktuelles wie brisantes Thema, das reichlich Potential zu bieten hat. Nur müsste man dieses auch wirklich nutzen, was Mann leider nicht mal ansatzweise gelingt. Vor allem ist Blackhat zu lang und zu zäh geraten, zwischendurch zieht sich der Film wie ein alter Kaugummi, er findet seinen Rhythmus nicht und kann sich nicht entscheiden, ob er jetzt doch lieber Actionfilm oder eher HiTech-Thriller sein möchte. Spannung kommt so gut wie nie auf, denn die Handlung ist allzu offensichtlich und vorhersehbar geraten, stets weiß man, was als nächstes passieren wird, wirkliche Überraschungen hat Blackhat nicht zu bieten. Die Handschrift von Michael Mann ist zwar allgegenwärtig, sein ausgeprägtes Faible für nächtliche Neonszenerien ebenso wie seine unterkühlte Distanz, aber er zitiert sich inzwischen einfach viel zu oft selbst. Egal, ob Heat, Collateral oder Miami Vice, von allen lassen sich Elemente in Blackhat wiederfinden, der Film wirkt nicht wie eine Weiterentwicklung seines Schaffens, sondern eher wie eine blasse Kopie. Mann verlässt sich zu sehr auf die Kraft seiner Bilder, und die sind ja auch wirklich gelungen, das kann man dem Film absolut nicht vorwerfen, visuell ist er hervorragend, aber das allein reicht nicht aus, wenn dann sonst nichts mehr geboten wird. Sein Stil war Mann schon immer wichtig, aber so sehr style over substance wie in Blackhat war es noch nie, höchstens noch bei Miami Vice, und er dreht sich permanent im Kreis, immer und immer wieder schön um die eigene Achse und sich selbst zelebrierend. Die Story bleibt dabei auf der Strecke und der Zuschauer auch. Zudem ist Chris Hemsworth als Elektronikgenie und Tastenjongleur Nick Hathaway eine totale Fehlbesetzung, den genialen Hacker kann man ihm zu keiner Sekunde abnehmen und zu allem Überfluss darf er hin und wieder völlig deplatziert seinen Körper zur Schau stellen. Der Rest des Cast ist kaum erwähnenswert, ist aber eigentlich auch egal, da ohnehin alle Figuren immerzu laut „Klischee!“ schreien, die überflüssige und seltsam hinein gestopft wirkende Lovestory fällt da schon gar nicht mehr ins Gewicht.

 

Blackhat ist visuell hervorragend, erzählerisch aber sehr zerfasert und uninspiriert. Die Handlung entwickelt sich viel zu langsam, das unglaubwürdige Finale dagegen ist viel zu schnell und plötzlich vorbei, und der Film ist oft haarsträubend unlogisch. Ein schwaches Drehbuch und die schlechten schauspielerischen Leistungen nahezu aller Beteiligten runden das Ganze ab. Letztlich dreht sich Michael Mann selbstverliebt um sich selbst und zitiert permanent seine eigenen Werke, das wirkt schnell ermüdend und langweilt. Wahrlich keine seiner Sternstunden und ganz sicher nicht mal ansatzweise in der Nähe eines Heat, nicht einmal eines Collateral, sondern viel mehr ganz nah bei Miami Vice. Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold.

 

4 von 10 Superhackern mit Nahkampfausbildung und Schusswaffentraining