Edge of Tomorrow

14. Oktober 2014 at 23:24
Edge of Tomorrow (2014)
Edge of Tomorrow poster Rating: 8.1/10 (120,423 votes)
Director: Doug Liman
Writer: Christopher McQuarrie (screenplay), Jez Butterworth (screenplay), John-Henry Butterworth (screenplay), Hiroshi Sakurazaka (novel)
Stars: Tom Cruise, Emily Blunt, Brendan Gleeson, Bill Paxton
Runtime: 113 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Sci-Fi
Released: 06 Jun 2014
Plot: An officer finds himself caught in a time loop in a war with an alien race. His skills increase as he faces the same brutal combat scenarios, and his union with a Special Forces warrior gets him closer and closer to defeating the enemy.

 

 

 

„What I am about to tell you sounds crazy. But you have to listen to me. Your very lives depend on it. You see, this isn’t the first time.”

 

 

Was soll ich sagen? Innerlich hatte ich mich schon irgendwie ein bisschen auf einen Verriss eingestellt, zugegeben, nicht die ideale Herangehensweise an einen Film. Ursprünglich hatte ich den auch nur leihen wollen, aber als diverse Menschen, deren Meinung mir wichtig ist, nach der Sichtung des Films geradezu mit Bestnoten nur so um sich warfen, dachte ich mir, was solls, muss ja was dran sein, und bin losgezogen um ihn zu kaufen.

 

Live. Die. Repeat. Das trifft es ziemlich genau auf den Punkt. Edge of Tomorrow ist im Grunde …und täglich grüßt das Murmeltier im Science-Fiction/Action Gewand. Der Held der Geschichte erlebt den gleichen Tag immer und immer wieder. Filme mit einer Zeitreise-Thematik, in diesem Fall einer Zeitschleifen-Thematik, haben immer ihre ganz eigenen Probleme zu beherbergen, können sie doch ausgesprochen selten ihre innere Logik aufrecht erhalten. Das sollte man beim Betrachten solcher Filme zwangsläufig in Kauf nehmen und im Hinterkopf behalten.

 

Edge of Tomorrow ist auf den Punkt genau inszeniert, die stellenweise brachialen Actionelemente wechseln sich gekonnt mit Storyelementen ab, welche die Geschichte tatsächlich auch voran bringen. Allerdings ist die erste Hälfte des Films mit den Ereignissen rund um die Invasion an einem Strand in der Normandie sehr actionlastig, das Tempo ist zu Beginn gleich sehr hoch und der Zuschauer wird mehr oder weniger mitten ins Geschehen geworfen. In der zweiten Hälfte wird zu Gunsten der Story die Action etwas zurückgefahren. Die Erklärungen für die Ereignisse, die der Hauptfigur widerfahren, sind simpel, funktionieren aber ausgesprochen gut und lassen auch kaum Logiklöcher zu. Ob die starke Symbolik, welche der Geschichte zu Grunde liegt, also die Prämisse, die Alieninvasion sich von Deutschland aus in ganz Europa ausbreiten zu lassen, die Bezüge zur Normandie und Verdun sowie einige Andeutungen in Richtung Kriegspropaganda, deplatziert wirken oder nicht, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Mir persönlich gefiel das gut. Gerade die Verschiebung der Militärstruktur in Richtung Faschismus hätte sogar ruhig etwas stärker ausfallen dürfen, man denke da an Starship Troopers, der das ganz hervorragend hin bekommt. Überhaupt wurde ich stellenweise an den Film von Paul Verhoeven erinnert, ebenso an die Videospielreihe Gears of War (der ganze Film fußt im Grunde auf einer Videospielstruktur, Stichwort: trial and error) und auch Aliens von James Cameron. Beim Design der außerirdischen Invasoren kam mir unwillkürlich Matrix in den Sinn.

 

 

„Two minutes to drop, it’s alright to be scared. Remember, there is no courage without fear.”

 

 

 

 

 

Der Plot könnte auch Leuten gefallen, die Tom Cruise nicht so sehr mögen, weil der Film seinen Hauptdarsteller zunächst auch nicht mag und ihn einen Tod nach dem anderen erleiden lässt, teilweise im Sekundentakt. Interessant wird es, wenn die Zeitschleifen dazu verwendet werden, Szenen, die sich mehrfach wiederholen, aus anderen Perspektiven zu zeigen. Durch diesen inszenatorischen Kniff gelingt es, Langeweile und Eintönigkeit zu vermeiden. Im späteren Verlauf wird das auch genutzt, um Humor einzubauen. Überhaupt ist der Film humorvoller, als die eigentlich düstere und ernst angelegte Story zunächst vermuten lassen würde. Der Lernprozess der Hauptfigur vom Reserveoffizier ohne Kampfausbildung hin zum Elitesoldaten mag übertrieben schnell erscheinen, aber der Film lässt offen, in welchem Zeitraum das von statten geht. Tom Cruise gibt auch wirklich eine gute Figur ab und weiß durchaus, beide Seiten seiner Figur zur Geltung zu bringen. Allerdings läuft ihm Emily Blunt als Full Metall Bitch eindeutig den Rang ab, es macht wahnsinnig viel Spaß, ihr bei ihren Vernichtungsorgien zu zuschauen.

 

Der Film hat mich wirklich sehr überrascht. Atemlose Nonstop-Action, exzellent inszeniert und mit einem entsprechend dreckigen Look versehen. Größtenteils wird hier Vollgas gegeben und es werden keine Gefangenen gemacht. Die Story ist nicht überragend, aber doch mehr als nur das oft so typische Rahmengerüst für sinnlos aneinander gereihte Actionszenen, und schafft es die genretypischen Logiklöcher zu umschiffen. 113 Minuten lang habe ich mich nicht eine Sekunde lang gelangweilt. Ein Blindkauf, den ich in keinster Weise bereue. Wer actionlastigen Science-Fiction Filmen nicht grundsätzlich abgeneigt ist, der sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.