Geostorm (2017)

21. August 2018 at 12:08

 

 

© Warner Bros. Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

In naher Zukunft hat die Menschheit mit Hilfe eines Netzwerkes von Satelliten namens Dutch Boy die Kontrolle über das Wetter erlangt und so extrem verheerende Klimaereignisse hinter sich gelassen. Doch als plötzlich einige dieser Satelliten anfangen verrückt zu spielen und lokal Katastrophen auslösen, da kann nur noch einer das Problem lösen: Jake Lawson, der einstige Erfinder und Konstrukteur von Dutch Boy.

 

Wie sehr kann ein Film aus dem Jahre 2017 in den 90er Jahren verhaftet geblieben sein? Geostorm von Dean Devlin – seines Zeichens langjähriger partner in crime von Roland Emmerich und verantwortlich für die Drehbücher von Filmen wie Stargate, Independence Day, Godzilla oder Independence Day 2 – liefert uns den Beweis: hier scheint die Zeit einfach stehen geblieben zu sein, es ist Ende der 90er und Armageddon eben erst durchs Sommerkino gerauscht. Der Katastrophen/Weltuntergangs-Blockbuster ist nun gewiss kein Genre, welches durch Innovationen zu glänzen vermag und einen solchen Anspruch darf man hier auch selbstverständlich gar nicht erst stellen, aber Geostorm ist selbst in diesem Kontext schon ein sehr uninspiriertes wie ideenloses Amalgam aus allen Weltuntergangsszenarien seit mindestens Armageddon und verquirlt all das mit dem Plot von Mit Schirm, Charme und Melone (The Avengers, 1998).

 

Einerseits hakt Devlin hübsch brav einen Plotpoint nach dem anderen ab, setzt nahezu vollkommen auf das Baukasten-Prinzip und serviert einen völlig generischen Blockbuster nach Schema F, schielt aber gleichzeitig auch auf zeitgenössische Polit-Debatten und verwickelt sich hoffnungslos in einem kruden Mix aus Subplots rund um eine bis in allerhöchste Regierungskreise reichende Verschwörung. Diese wird dann auch deutlich breiter ausgewalzt als es dem Film gut tut und führt dazu, dass Geostorm trotz seines plakativen Titels erstaunlich wenig Geostorm zu bieten hat. Selbst ein halbwegs gut aufgelegter Gerard Butler kann da nicht mehr allzu viel retten, agiert der übrige Cast doch arg im Sparmodus. Schade, denn ein hübsch größenwahnsinniger Katastrophen-Blockbuster voller Zerstörungswut hätte mir sehr gefallen, dieser eher unrunde Mix aus Weltuntergangsszenario und Polit-Verschwörung wie bei 24 hingegen nicht.

 

4 von 10 orangen selbstfahrenden Taxis