King Arthur: Legend of the Sword (2017)

3. März 2018 at 15:09

 

 

© Warner Bros. Pictures

 

 

 

„You’re no longer a myth. You’re starting to mean something.“

 

 

 

Als Kleinkind wird Arthur Zeuge der hinterhältigen Ermordung seiner Mutter und seines Vaters Uther Pendragon  durch dessen Bruder Vortigern. Arthur wächst fortan unerkannt in einem Bordell auf und reift im Laufe der Jahre zu einem gerissenen wie fähigen Kämpfer heran, geprägt durch den harten Überlebenskampf in den rauhen Straßen und Gassen von Londinium. Doch seine wahre Herkunft lässt sich nicht abschütteln und holt ihn ein, als er das magische Schwert Excalibur aus seinem Stein befreien kann und Teil einer Gruppe von Rebellen wird, die Vortigern sein finsteres Handwerk legen wollen.

 

Im Grunde macht Guy Ritchie mit King Arthur nichts anderes, was er nicht mit Sherlock Holmes oder zuletzt Codename: U.N.C.L.E. auch schon getan hätte: er nimmt eine bereits oftmals erzählte Geschichte, peppt sie durch Tempo und Action auf, inszeniert das alles sehr modern und stülpt ihr seinen ganz speziellen und immer zu erkennenden Stil über. Für seine recht freie Interpretation der ohnehin schon sehr freien Artus-Sage wählt Ritchie eine Kombination aus modernem Action-Look und Mittelalter-Historienkino, welche er dann mit reichlich Fantasy-Elementen anreichert und temporeich wie schwungvoll voran treibt. Natürlich vermischt Ritchie hier unzählige bereits bekannte Motive und Bilder aus Filmen und Serien wie Herr der Ringe, 300, Game of Thrones und zahlreichen anderen Genre-Vertretern, doch durch seine für ihn so typische Art der Inszenierung und seinen eigenwilligen Stil erhält sein King Arthur eine gewisse moderne, manchmal etwas rotzige Eigenständigkeit. Seine Trademarks sind unverkennbar, wenn er wilde Kamerafahrten, schnelle, aber nicht zu schnelle Schnitte, Zeitlupen, Montage-Sequenzen, einen treibenden Soundtrack und visuelle Effekte (mal mehr, mal weniger gelungen) zu seiner ganz eigenen Vorstellung der Artus-Sage verquirlt. Es ist spannend zu sehen, wie sich Guy Ritchie nun auch das Fantasy-Genre einverleibt und daraus etwas eigenes erschafft, das deutlich erkennbar seine Handschrift trägt. Das Setdesign und die Ausstattung sind überwiegend gelungen und meist schön anzusehen, die Dialoge wie von Ritchie gewohnt schnell, trocken, lakonisch und oft witzig und die darstellerischen Leistungen durchweg nicht sonderlich herausragend, aber passabel und angemessen. Nur Jude Law als König Vortigern kratzt immer mal wieder schwer an der Grenze zur Karikatur eines besessenen Bösewichtes.

 

Unterm Strich ist King Arthur: Legend of the Sword ein solider Beitrag im Fantasy-Genre, der durch die besondere Form der Inszenierung von Guy Ritchie etwas aufgewertet wird und mich wider Erwarten durchaus zu unterhalten vermochte. Kaum mehr als jedes andere gewöhnliche Popcorn-Filmchen, aber zumindest mit einer gewissen Querköpfigkeit versehen, um nicht ganz im matschigen Mittelmaß zahlreicher ähnlicher Fantasy-Spektakel unterzugehen.

 

7 von 10 halbfertigen Tafelrunden