Mute (2018)

24. Februar 2018 at 14:48

 

 

© Netflix

 

 

 

Im Berlin des Jahres 2052 macht sich der seit seiner Kindheit stumme Barkeeper Leo auf die Suche nach seiner großen Liebe Naadirah, die plötzlich verschwunden ist. Auf seiner Reise durch das nächtliche Treiben trifft er auf allerhand skurriler Figuren, darunter auch die beiden amerikanischen Militär-Chirurgen Cactus Bill und Duck, die vielleicht etwas mit dem verschwinden von Naadirah zu tun haben könnten.

 

Ich war wirklich gespannt auf diesen Film: Duncan Jones als Regisseur eines Cyber Punk-Thrillers im Berlin der Zukunft, der sich mit diesem Stoff eine lang gehegte Herzensangelegenheit erfüllen durfte. Herzblut allerdings kann ich hier keines entdecken. Zu unausgegoren ist die Dramaturgie, zu orientierungslos holpert der Plot durch ein Berlin der Zukunft, dem Duncan Jones leider nichts Eigenständiges mitzugeben vermag. Dafür verlässt er sich nämlich blindlings viel zu sehr auf eine seit Blade Runner bewährte retro-futuristische Bildsprache, die er allenfalls eher schlecht einfach nur kopiert und auch technisch nur sehr mäßig umzusetzen weiß. Wo Blade Runner jedoch in manchen Szenen vor Leben gerade so vibriert, da wirkt dieses vermeintlich zukünftige Berlin in Mute seltsam leblos und dumpf. Wenn dann zu Leo noch ein zweiter Handlungsstrang rund um die beiden amerikanischen Militär-Chirurgen Cactus Bill und Duck Teddington hinzukommt, dann fasert die ohnehin schon brüchige Narrative vollends aus, verliert den Fokus und damit auch Leo aus den Augen. Plötzlich wird der vermeintliche rote Faden – Leo auf der Suche nach seiner großen Liebe – beinahe schon zu einer Nebenfigur in einem Dickicht aus im Grunde völlig egalen Nebensträngen degradiert. Das ist schade, weil in der Figur des stummen Barkeepers in seinem anachronistischen Ansatz durchaus Potential liegt, welches Mute jedoch nie wirklich zu gebrauchen weiß. Und wie der Film auf ausgesprochen seltsame Art und Weise ein Thema wie Pädophilie abhandelt, das ist schon ein wenig beschämend und ärgerlich.

 

Vielmehr ist dann letztlich auch nicht mehr zu sagen zu Mute: bezeichnend, dass selbst Duncan Jones Ausflug ins Blockbusterkino mit Warcraft eine größere Strahlkraft aufweisen kann. Was mit Moon und Source Code noch vielversprechend begann, das droht nun zum Erliegen zu kommen. Eine herbe Enttäuschung.

 

3 von 10 Gläsern Wasser auf ex