Shortcut Vol. II: Everly

26. Februar 2017 at 13:15

 

 

  © Dimension Films

 

 

 

„That’s a lot of dead whores.“

 

 

 

Was für ein eigenartiger Film. Eigenartig, nicht zwangsläufig schlecht. Was jedoch zutrifft, ist der Vorwurf, dass Regisseur Joe Lynch und das Drehbuch recht viel Potential ungenutzt lassen. Irgendwie will der Film zu viel auf einmal in einem stark limitierten Setting, welches all diese Ideen gar nicht verkraften kann. Dazu wechselt ständig der Ton der Narrative: den Einstieg fand ich noch temporeich, spannend und gelungen, dann geht dem Spannungsbogen merklich die Luft aus, dann wird es reichlich bizarr und im letzten Akt wandelt sich Everly hin zu einem eher intimen Racheszenario. Letztlich quetscht Lynch sehr viel in seinen kleinen, von der Grundidee her eher minimalistischen Film und das will nicht so recht funktionieren. Das ist ein wenig schade, denn einige dieser kruden Ideen sind wirklich gut und machen Spaß. Zudem geizt Everly herzlich wenig mit dem roten Lebenssaft, aber wundert das einen, wenn Lynch zuvor Filme wie Wrong Turn 2 gemacht hat? Eher nicht. Comichaft übertriebene Gewalt inszenieren kann er und die richtigen Ideen hat er auch, aber das Setting von Everly ist zu eng konstruiert, um all das sinnvoll unterbringen zu können. Allein die Performance von Selma Hayek allerdings wertet den Film noch ein wenig weiter auf.

 

6 von 10 toten Huren auf dem Fussboden