Monstrum (Mulgoe, 2018)

10. Mai 2019 at 18:37

 

 

© Teawon Entertainment/Kidari Ent/Quelle: IMDb

 

 

 

Korea, Anfang des 16. Jahrhunderts: Die Pest geht um und fordert unzählige Opfer. Besonders die Gegend rund um den Berg Ingwansan leidet unter der Seuche. Doch damit nicht genug, denn neben der tödlichen Krankheit sorgt eine wilde Kreatur für grausam entstellte Leichen. Also beordert König Jung Jong seine beiden ehemals besten Offiziere zurück in den Dienst, um die Suche nach dem Monster aufzunehmen.

 

Das Creature Feature ist zwar ein eher seltener, dafür aber sehr gern gesehener Gast im koreanischen Genre-Kino, und mit seinem Film Monstrum schlägt Regisseur Heo Jong-ho nun in genau diese Kerbe. Nicht unähnlich zum Zombie-Streifen Rampant verlegt Jong-ho seine mit Action gespickte Monsterhatz in die Zeit eines feudalen Koreas zu Beginn des 16. Jahrhunderts und erschafft so einen wilden Mix aus Historienfilm, Horror, Action, Fantasy und Humor, der in seiner Gänze jedoch nicht immer vollends aufzugehen vermag. Gefallen kann jedoch die Idee, der Bedrohung durch das Monster zugleich noch eine politische Intrige am Hof des Königs entgegenzusetzen, wodurch eine interessante wie folgenreiche Konstellation dreier Parteien mit verschiedensten Beweggründen entsteht. Zwar ist Monstrum bildgewaltig in Szene gesetzt, hübsch anzusehen, hochwertig in puncto Ausstattung, Kulissen und Kostümen, und verzichtet dankenswerter Weise auf übermäßigen CGI-Einsatz, doch werden mal die Rechner bemüht, dann lässt das Ergebnis leider oft zu wünschen übrig.

 

Das titelgebende Monstrum wird zwar erst recht spät in voller Pracht ins Bild gerückt, bekommt im Ausgleich dazu dann aber reichlich Screentime. Allerdings fällt es in seinem Design eher konventionell und wenig überraschend aus und besonders in den Bewegungsabläufen der Kreatur offenbart sich mangelndes Budget. Auch die aus überwiegend ordentlich choreografierten Kampfszenen bestehende Action kann sich durchaus sehen lassen, ist aber nicht immer ganz sauber gefilmt. Ich für meinen Teil empfand es als durchaus angenehm, dass sich Monstrum selbst nicht übermäßig ernst nimmt und immer wieder mal mehr, mal weniger augenzwinkernden Humor einstreut ohne es damit zu übertreiben. Sicherlich geht nicht immer jeder Gag auch vollends auf und manches tendiert arg in Richtung Slapstick, dennoch wird dem Film dadurch eine gewisse Leichtigkeit als angenehmer Kontrast mitgegeben, welche allerdings vielleicht nicht jedem gefallen wird. So bleibt letztlich ein recht kurzweiliges und durchaus unterhaltsames Spektakel mit Luft nach oben, welchem man durchaus mal eine Chance geben kann, so fern man denn Setting und Genre sowie dem asiatischen Kino im Allgemeinen etwas abgewinnen kann.

 

6 von 10 verbrannten Pestleichen