The Night Comes for Us (2018)

27. Oktober 2018 at 20:35

 

 

© Netflix/Quelle: IMDb

 

 

 

Ito ist Teil eines Spezialeinheit der Triaden, doch als er ein kleines Mädchen nicht töten kann und statt dessen mit ihm die Flucht zu alten Freunden antritt, da hetzt ihm sein Boss ein Killerkommando nach dem anderen auf den Hals. Ein langer wie blutiger Kampf ums Überleben entbrennt.

 

Der Gott des Gemetzels. Brechende Knochen, berstende Gelenke, reißende Bänder, durchtrennte Arterien, abgehackte Körperteile, gespaltene Schädel: der neue Film des indonesischen Regisseurs Timo Tjahjanto (Headshot, Killers) bietet wirklich die ganze Palette grafischer Gewalt und garniert das ganze mit unzähligen Litern Blut. Einen solch unfassbar hohen Grad der Gewalt erlebt man wirklich nicht oft und nicht selten kippt das in derben Splatter, so dass The Raid und Headshot sich dagegen wie ein Kindergeburtstag mit Fingerfarben anfühlen. Story? Egal, braucht man nicht, ist zu vernachlässigen, mehr als nur dünn, passt auf einen Bierdeckel und dient ohnehin nur dazu, um eine große wie komplexe Actionsequenz an die nächste zu reihen. Wer jetzt denkt, das würde sich abnutzen und vielleicht schnell langweilen, der unterschätzt die bizarre Kreativität und den garstigen Einfallsreichtum der Macher von The Night Comes for Us, wenn sie einfach jeden gegen jeden aufeinander los lassen und wirklich die Grenzen des Machbaren ausloten. Und alle sind wieder mit an Bord: Iko Uwais natürlich, hier aber nicht in der tragenden Rolle, Joe Taslim, die fantastische Julie Estelle, Sunny Pang und mein heimlicher Liebling Zack Lee. Auf der ästhetischen Ebene erreicht das alles zwar nie die Größe der The Raid-Filme und sogar Headshot hatte virtuosere Kampfsequenzen, da setzt The Night Comes for Us lieber nur noch auf den effektiven wie brachialen Minimalismus purer körperlicher Zerstörung. Und das knallhart und ohne Unterlass.

 

7,5 von 10 Billardkugeln, die Gesichter zertrümmern