Pacific Rim: Uprising (2018)

27. Oktober 2018 at 15:07

 

 

© Universal Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

Zehn Jahre nach dem die Invasion der Kaiju abgewendet werden konnte sind die Auswirkungen immer noch zu spüren, doch das Jaeger-Programm steht kurz vor dem aus und soll durch Drohnen ersetzt werden. Als die Menschheit erneut plötzlich angegriffen wird, sind es wieder die Jaeger-Piloten rund um Jake Pentecost, Sohn des legendären Stacker Pentecost, welche die Bedrohung abwehren müssen.

 

Ich bin ein großer Fan von Pacific Rim (2013), denn das Herzensprojekt von Regisseur Guillermo Del Toro hat deutlich mehr zu bieten als einfach nur Spektakel getreu dem Motto „riesige Roboter schlagen noch größere Monster zu Klump“. Die Film gewordene Kindheitsfantasie des Mexikaners hat nämlich etwas zu bieten, dass vielen ähnlichen Blockbustern abgeht: Herz und Seele. Dazu entwirft Del Toro eine ganze Welt voller teils winziger, aber deswegen nicht weniger wichtiger Details rund um die Kaiju, die Jaeger und die Drifts. All das lässt die Fortsetzung Pacific Rim: Uprising schmerzlich vermissen, wenn Del Toro nur noch als Produzent mit an Bord ist und stattdessen Steven S. DeKnight Regie führt, der bisher mit kaum mehr als einer handvoll Folgen für Serien wie Angel, Smallville oder Daredevil aufzufallen vermochte. Gemeinsam mit Drehbuchautor T.S. Nowlin (Maze Runner) verabschiedet sich DeKnight von vielen Elementen des Vorgängers und interessiert sich kaum noch für dessen etablierte Mythologie.

 

Uprising ist eine in beinahe allen Belangen gescheiterte Fortsetzung, seelenlos, lieblos, blutleer. Von der überbordenden Fantasie eines Del Toro ist hier nichts mehr zu spüren. Keine Magie, kein Zauber mehr, sondern nur noch Figuren vom Reißbrett der Autoren-Hölle, unpassender Humor und eine durchsichtige, vollkommen vorhersehbare und uninspirierte Geschichte irgendwo im erzählerischen Niemandsland zwischen Transformers und Power Rangers, welche dem geneigten Zuschauer zu allem Überfluss die Kaiju viel zu lange vorenthält. Nicht einmal das CGI weiß zu überzeugen, sondern scheint vielmehr seit 2013 Rückschritte gemacht zu haben, und auch auf der darstellerischen Ebene ist da nicht viel zu holen. John Boyega als Filmsohn von Idris Elba macht da noch die beste Figur, kämpft aber auch massiv mit einem selten platten Abziehbild von Charakter, Rinko Kikuchi ist nur kurz zu sehen und Scott Eastwood ist… naja, hübsch anzusehen. Überraschend war da noch die charmante Performance von Cailee Spaeny als junges Technik-Genie Amara Namani und immerhin durften Burn Gorman und Charlie Day als Hermann Gottlieb und Newton Geiszler nochmals auftauchen. Letztlich ist Uprising eine traurige Angelegenheit, welche nur noch selten an den Charme und Reiz von Pacific Rim erinnert und in der Fantasie und Einfallsreichtum höchstens noch kurz aufblitzen.

 

4 von 10 langweiligen und beliebigen Kaiju