Infini

29. Oktober 2015 at 12:24

 

 

 

Infini (2015)
Infini poster Rating: 5.4/10 (4,832 votes)
Director: Shane Abbess
Writer: Shane Abbess, Shane Abbess (screenplay), Brian Cachia, Brian Cachia (story)
Stars: Daniel MacPherson, Grace Huang, Luke Hemsworth, Bren Foster
Runtime: 110 min
Rated: R
Genre: Horror, Sci-Fi, Thriller
Released: 08 May 2015
Plot: An elite 'search and rescue' team transport onto an off-world mining-facility to rescue Whit Carmichael, the lone survivor of a biological outbreak.

 

 

 

„Singularity, blackhole bullshit.“

 

 

 

Im 23. Jahrhundert hat sich die Menschheit im All ausgebreitet und dieses zum Teil kolonisiert. Die best bezahlten Jobs gibt es in den Tiefen des Raumes, vornehmlich Bergbau, denn es sind auch meist die gefährlichsten von allen. Die Minenstation O.I. Infini ist die am weitesten entfernt gelegene Kolonie und als es dort zu einem biologischen Zwischenfall kommt und der Kontakt abreist, wird ein Suchtrupp aus erfahrenen Elitesoldaten zusammengestellt und auf den Weg geschickt, die Ereignisse zu untersuchen. Auf O.I. Infini angekommen, bietet sich dem Search & Rescue – Team ein grauenvoller Anblick und mit Whit Carmichael treffen die Soldaten bald auf den scheinbar einzigen Überlebenden der Katastrophe, welcher ihnen eine unglaubliche Geschichte erzählt. Schon bald wird allen klar, dass sie gar nicht so allein sind, wie sie angenommen hatten….

 

Seien wir ehrlich, Infini, eine australische Low Budget-Produktion unter der Regie von Shane Abbess, bedient sich ziemlich offensichtlich und völlig ungeniert in den umfangreichen Weiten des Science Fiction-Horrorgenre. Die Story wurde so oder so ähnlich schon viele Male umgesetzt und baut auf Vertrautes und wagt wenig Neues. Abbess nimmt sich hier ein Element, dort ein Element, und baut sich so seine ganz eigene Welt zusammen. Dunkle Korridore im Industrielook, mutierte Wesen und die unbekannten Gefahren des tiefsten Weltraums, wo einen keiner schreien hört, das alles kennt man aus Filmen wie Pandorum, Doom, Event Horizon oder Alien, der Urmutter dieses Genre. Vieles erinnert dann noch an weitere Klassiker wie The Thing oder Blade Runner. Story, Setdesign, Look, technische Spielereien, die Konstellation der Figuren, die Bedrohung selbst, das alles kennt man bereits aus vielen anderen Vertretern dieser Machart, aber das macht nichts, denn zumindest gelingt es Abbess, eine dichte und oft auch bedrückende Atmosphäre zu erschaffen, die den Zuschauer bei der Stange hält. Gut geklaut ist eben manchmal besser als schlecht ausgedacht. Optisch und handwerklich weiß Infini trotz des enorm niedrigen Budgets durchgängig zu überzeugen, die wenigen Außenansichten der Station fallen qualitativ zwar ein wenig ab, bleiben aber die Ausnahme. Ansonsten ist hier ohnehin fast alles gelungen, die dreckige, düstere Atmosphäre ist angereichert mit ein wenig Retro-Optik gepaart mit futuristischen Elementen und kann sich wirklich sehen lassen. Auch die Effekte sind meist gelungen und auf CGI-Spielereien wird überwiegend verzichtet, kommt es allerdings doch mal zum Einsatz der Computer, dann können diese Szenen ihre Herkunft kaum verleugnen. Die schauspielerischen Leistungen sind nicht gerade überragend, aber sie reichen völlig aus, um die Atmosphäre von Angst und Terror zu unterstreichen. Sogar einen mir bisher unbekannten Hemsworth-Sprößling (Luke) hat der Film zu bieten, aber am stärksten kann sich immer noch Daniel MacPherson als Whit Carmichael in den Vordergrund drängen.

 

Für Infini bedient sich Shane Abbess hemmungslos und ohne Scham bei so ziemlich jedem größeren Vertreter des Science Fiction-Horrors und hegt auch keinerlei Ambition auf Eigenständigkeit. Dennoch ist der Film durchaus spannend und unterhaltsam geraten, weil Abbess es gelingt, trotz all der bekannten Elemente eine dichte Atmosphäre aus Angst, Unsicherheit und Terror zu kreieren, die den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen weiß. Auf optischer und handwerklicher Ebene überzeugt Infini von der ersten bis zur letzten Minute und muss sich hinter etablierten Produktionen keineswegs verstecken. Ein schönes Beispiel dafür, dass nicht alles immer eine neue Idee sein muss, sondern es vielmehr auf die Zusammensetzung der bekannten Zutaten ankommt. Es braucht nicht immer ein großes Budget und Hollywood im Rücken, um einen ansehnlichen Beitrag zum Genre zu leisten. Ein wenig stumpf vielleicht, das Ganze, aber auch sympathisch und unterhaltsam.

 

6,5 von 10 Reisen an den Rand des Wahnsinns