Razorback (1984)

27. Juli 2018 at 23:49

 

 

© Warner Bros Pictures/Greater Union Film Distributors/Quelle:IMDb

 

 

 

There’s something about blasting the shit out of a razorback that brightens up my whole day.“

 

 

 

Ein riesiges Wildschwein terrorisiert den australischen Outback und sein erstes Opfer ist ein kleines Kind, dessen Großvater gleich für seinen Tod verantwortlich gemacht wird. Einige Jahre später will die amerikanische Reporterin Beth Winters vor Ort über die grausame Känguruh-Jagd der Einheimischen berichten und verschwindet ebenfalls spurlos. Ihr Mann Carl macht sich auf den Weg nach Australien, um nach ihr zu suchen und macht schon bald nicht nur mit den Einheimischen Bekanntschaft, sondern auch mit dem Riesenkeiler.

 

Aus Australien kommt nicht nur Schweinchen Babe, das macht Razorback recht deutlich, und das Outback ist ein eher wenig menschenfreundlicher Ort, das lehrt und das australische Kino immer wieder aufs Neue. Razorback ist nach einer langen Reihe von Musikvideos das Filmdebüt des australischen Regisseurs Russell Mulcahy, der nur zwei Jahre später mit Highlander seinen wohl größten Erfolg feiern sollte. Die Prämisse rund um den Amok laufenden und Kinder verschleppenden Riesenkeiler aus der Hölle ist ohne jeden Zweifel großer Unfug, und doch gelingt es Mulcahy, daraus einen der besseren Vertreter des Genres Tierhorror zu erschaffen. Und das, obwohl dem titelgebendem Razorback bei weitem nicht so viel Platz eingeräumt wird, wie man vielleicht erwarten würde. Aber genau das tut dem Film richtig gut, wenn der Fokus deutlich mehr in Richtung der Figuren verschoben wird.

 

Zudem beweist Mulcahy bereits hier ein enormes Gespür für eine ganz spezielle Optik und Lichtgestaltung und bedient sich ähnlich wie später zum Teil auch in Highlander auf der visuellen Ebene einer sehr düsteren wie gleichermaßen kargen und dennoch geradezu unwirklich schönen Ästhetik. Von Beginn an wird hier eine sehr eigene, beinahe surreale Atmosphäre erschaffen, welche man sonst vielleicht noch aus den Filmen von Richard Stanley oder aus Pumpkinhead von Stan Winston kennen könnte. Zwar sind die Bösewichte im Film, allen voran die beiden Känguruh-Jäger Benny und Dicko Baker, massiv überzeichnet, dennoch funktioniert das im Kontext des Filmes ziemlich gut und manches Mal fühlte ich mich an den grandiosen Wake in Fright von Ted Kotcheff oder an The Cars That Ate Paris von Peter Weir erinnert. Eigentlich wohl eher 6,5, aber ich gebe eine glatte 7, weil mir diese herrlich surreale Atmosphäre ausnehmend gut gefällt, viel Freude bereitet und zumindest mich über etwaige Schwächen hinweg sehen lässt.

 

7 von 10 monströsen Wildschweinen aus der Hölle