Mission: Impossible – Fallout (2018)

27. August 2018 at 16:51

 

 

© Paramount Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

The end you’ve always feared is coming. And the blood will be on your hands. The fallout of all your good intentions.“

 

 

 

In Belfast nehmen Ethan Hunt und sein Team nach der Wiedereinsetzung des IMF einen neuen Auftrag an: aus den Überresten des vor zwei Jahren zerschlagenen Syndikats ist eine Terrorgruppe namens Die Apostel hervorgegangen. Scheinbar planen sie, waffenfähiges Plutonium zu erwerben, um damit drei Atombomben zu bauen. Ihr Ziel: drei verheerende Anschläge, um die gesamte Weltordnung zu destabilisieren. Doch das ist nur der Auftakt zu einer atemlosen Hatz rund um die Welt voller neuen Verbündeten und alten wie neuen Freunden und Feinden.

 

Nach Rogue Nation steht für Fallout erneut Christopher McQuarrie nicht nur hinter der Kamera, sondern ist auch wieder für das Drehbuch verantwortlich. Ein Novum der bisher sechs Filme umfassenden Reihe rund um den IMF-Agenten Ethan Hunt, wurde zuvor doch immer für jeden neuen Teil auch ein anderer Regisseur besetzt. Dass McQuarrie Action eindrucksvoll inszenieren kann, das steht vor allem nach Rogue Nation außer Frage, und auch Fallout vermag rasante wie atemberaubende Sequenzen zu erschaffen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich mich im Kino nach den ersten etwa zwanzig Minuten bei dem Gedanken ertappte, das hier könnte in die Hose gehen. Zu merkwürdig ungelenk und irgendwie holprig fühlt sich der Einstieg in den Film an und zu viel Exposition wird mir da auf geballtem Raum präsentiert, doch brennt erst einmal die Zündschnur, dann nimmt Fallout mächtig Fahrt auf und spätestens nach der Hälfte der rund 145 Minuten Laufzeit wurde ich komplett mitgerissen von dem irrwitzigen Tempo und geradezu zu in den Kinosessel gepresst, wenn zunehmend die Schlagzahl erhöht wird und in einem nur denkbar größtmöglichen Spektakel alle Fäden zusammenlaufen.

 

Aber McQuarrie inszeniert seinen Film auch abseits fulminanter Action ungemein smart und was er darüber hinaus noch ergründet, das vermag durchaus zu überraschen, wenn nun auch ruhige, nachdenkliche und emotionale Momente zum Vorschein kommen dürfen ohne gleich unter der Last des Spektakels erdrückt zu werden. Allein der Einstieg in Fallout gestaltet sich eher ungewöhnlich für die Reihe, wenn eben kein spektakuläres Stück Action den Beginn markiert, sondern ein wiederkehrender Albtraum aus den Untiefen von Hunts Gedankenwelt. Seine Figuren sind ihm wichtig, das unterstreicht McQuarrie immer wieder, und sie erhalten Raum, um sich zumindest ein wenig entfalten zu können. Oft sind es Kleinigkeiten, welche noch den einen oder anderen Pinselstrich in puncto Charakterzeichnung hinzufügen können, um so ein stimmigeres Gesamtbild zu erschaffen. Gleich die erste größere Actionsequenz in einer Herrentoilette ist nicht nur wuchtig wie druckvoll umgesetzt, sondern charakterisiert gleich auch sowohl Ethan Hunt als auch dessen CIA-Kollegen August Walker eben wie zuvor im Film erwähnt als Skalpell und Hammer. Ihre Herangehensweisen könnten unterschiedlicher kaum ausfallen, McQuarrie umreißt so geschickt ihre Persönlichkeiten und darüber hinaus bekommen sie auch noch ihre Grenzen aufgezeigt. Solche Details sind es, welche Fallout auch immer wieder auszeichnen, und dazu geht der Film einen angenehmen Schritt zurück zu den Wurzeln der Reihe und bietet auch wieder eine zumindest etwas mehr verzwickte Spionage-Story voller doppelter Böden, Täuschung, List, Lug und Trug als die letzten Filme.

 

Sicherlich ist auch hier nicht alles perfekt, wenn sich der Einstieg etwas holprig anfühlt, manchmal zu viel Exposition dargeboten wird, so mancher Moment sehr nach Deus ex machina schreit, Hunt sich nie wirklich die Hände schmutzig machen muss oder vielmehr darf und so manche Scharade allzu offensichtlich ist, aber wenn sich Fallout seinen Kernkompetenzen widmet, das Tempo immer weiter anzieht und eine spektakulärere Actionsequenz an die andere reiht, dann wird das zunehmend rauschhaftes Kino in seiner besten Form und Eskapismus pur. Ja, Fallout legt seinen Schwerpunkt deutlich auf seine Schauwerte, aber die sind State of the Art und machen den sechsten Teil der Reihe zum wohl besten Blockbuster-Actionfilm des Jahres.

 

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