Shortcut Vol. I: The Long Goodbye

25. Januar 2017 at 22:19

 

 

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Zeit für etwas neues auf diesen Seiten. Die Shortcuts. Hin und wieder werde ich hier kurze Texte zu Filmen veröffentlichen, die weniger einer klassischen Rezension entsprechen, sondern vielmehr einfach meinem Empfinden und dem Strom meiner Gedanken. Könnte kryptisch werden… so what?

 

Nothing says goodbye like a bullet… Marlowe braucht geschlagene zehn Minuten, um die Katze zu füttern und dann verschmäht sie das Futter. Miststück, sagt er. Ein verwöhntes Ding, die Kleine, trotz der schäbigen Umstände. Und hartnäckig dazu. Es hat wohl selten lässiger gewirkt, das Füttern einer Katze. Und länger gedauert. Geh doch zurück nach Indien, sagt er zu ihr. Zu den Tigern. El porto del gato. Und raucht dabei locker drei Kippen weg. Elliot Gould ist klasse als abgewrackter Privatdetektiv, lakonisch, zynisch, ein bischen versifft, immer einen Spruch oder eine Zigarette auf den Lippen. Manchmal – eigentlich ziemlich oft – beides. Einem Freund will er helfen und einen Schriftsteller in typischer Hemingway-Pose soll er finden. Versoffen, verwirrt, cholerisch, aber vermisst von seiner Gattin. Brutale Gangster mischen mit. Wege werden sich kreuzen, Menschen sich scheiden und Gelegenheiten sich ergeben. Richtigen Durchblick hat er keinen und tappt viel und lange im Dunkeln, bleibt ein Spielball anderer und reagiert mehr als dass er agiert, aber das spielt auch gar keine Rolle. Alles fließt irgendwie vor sich hin. Hauptsache, es gibt was zu rauchen. Die Coen-Brüder dürften The Long Goodbye recht häufig gesehen haben. It’s okay with me. I even lost my cat. Ganz starkes Ding. Ganz anders, als erwartet. Ganz anders, als erhofft.

 

8 von 10 hungrigen wie hartnäckigen Kätzchen