Wind River (2017)

3. Oktober 2018 at 14:06

 

 

© The Weinstein Company/Lionsgate/Quelle: IMDb

 

 

 

Well, you know, luck don’t live out here. Luck lives in the city. Out here, you survive or you surrender. Period. That’s determined by your strength and by your spirit. Wolves don’t kill unlucky deer. They kill the weak ones. You fought for your life. Now you get to walk away with it.“

 

 

 

Als der staatliche Wildtierjäger Corey Lambert im winterlichen Wyoming auf der Suche nach einem Puma ist, findet er stattdessen die Leiche der jungen Ureinwohnerin Natalie. In Folge dessen reist die junge und unerfahrene FBI-Agentin Jane Banner an um den Fall von der überforderten Reservatspolizei zu übernehmen, doch sie ist auf die Hilfe des ortskundigen Lambert angewiesen. Gemeinsam nehmen die beiden die Ermittlungen auf.

 

Wind River ist nach dem Horrorfilm Vile (2011) die zweite Regiearbeit des Drehbuchautors Taylor Sheridan und zugleich nach seinen Büchern zu Sicario und Hell or High Water der Abschluss seiner American-Frontier-Trilogie. Und auch hier zeichnet er erneut eine raue, geradezu archaische Welt mit ihren ganz eigenen Regeln und Gesetzen und fängt diese in präzisen wie kargen und kalten Bildern ein. Atmosphärisch ist Wind River ein absolutes Brett, sehr dicht und drückend, überaus fokussiert erzählt und auf das absolut Nötigste reduziert. Was als herkömmlicher Krimiplot beginnt und erzählerisch bewusst geradlinig angelegt ist, das nimmt schnell größere Dimensionen an und kippt schließlich vollkommen unerwartet und ohne jede Vorwarnung in ein knüppelhartes und brachiales Finale, welches man in seiner grimmigen Konsequenz so eher selten zu Gesicht bekommt.

 

Auge um Auge, Zahn um Zahn – das alles ist letztlich von einer kompromisslosen, geradezu alttestamentarischen Wucht geprägt, welche ganz hervorragend zum archaischen Ton des Filmes passt. Dazu gesellt sich thematisch dann noch der Rückgriff auf den wohl niedersten wie ursprünglichsten menschlichen Instinkt überhaupt: Überleben, egal wie. Einfach nur überleben. Besonders überrascht hat mich das erstaunlich nuancierte Schauspiel von Jeremy Renner und Elizabeth Olsen, deren Figuren darüber hinaus noch sehr angenehm klischeefrei und vielschichtiger angelegt sind als man vielleicht vermuten würde. Gerade Renner überzeugt mit einer sehr fragilen, verletzlichen Seite seiner sonst eher betont männlich und abgeklärt angelegten Figur des Jägers, immerzu im Kampf mit den Dämonen seiner Vergangenheit.

 

Letztlich erfindet Wind River sein Genre gewiss nicht neu, vermag aber in seiner fokussierten und zugleich sehr dichten Inszenierung einen bockstarken und vor allem bleibenden Eindruck zu hinterlassen und überzeugt auf ganzer Linie. Einfach gehalten, aber unglaublich packend und spannend und dennoch auf hohem Niveau das wohl schwächste Glied in Sheridans American-Frontiers-Trilogie.

 

8 von 10 die Stille zerfetzenden Schüssen

 

 

Den of Thieves – Criminal Squad (2018)

31. August 2018 at 19:00

 

 

© STXfilms/Quelle: IMDb

 

 

 

You’re not the bad guys. We are.“

 

 

 

Nachdem eine Gruppe hervorragend organisierter wie ausgerüsteter Täter nach einer extrem bleihaltigen Schießerei einen leeren Geldtransporter erbeutet hat, übernimmt die Major Crimes-Abteilung rund um Big Nick O´Brien und seine Spezialeinheit den Fall. Schnell ist der Barkeeper Donnie als Teil des Gangsterteams ermittelt – aber statt ihn ganz regulär zu verhaften und zu vernehmen, entführen Nick und seine Leute ihn, um ihn nach ein wenig angedrohter Folter fortan als Informant zu verwenden. Langsam kommen sie der Crew von Ray Merrimen auf die Spur und der Konflikt spitzt sich zu.

 

Im Grunde stellt sich hier nur eine einzige Frage: wer hat die dicksten Eier? Letztlich ist Den of Thieves kaum mehr als ein rund zwei stündiger, breitbeiniger, verschwitzter und schmieriger Schwanzvergleich. Die pure, ungefilterte Männlichkeit zelebriert Regiedebütant Christian Gudegast, welcher bisher nur durch Drehbücher für Filme wie A Man Apart (Extreme Rage, 2003) und London Has Fallen (2016) auffiel. Echte Männer, toughe Kerle, wortkarg, aufgepumpt, voller Testosteron, große Fressen, dicke Waffen, harte Schläge: egal, was man sich auch nur vorstellen kann, Gudegast fährt die volle Macho-Parade auf und lässt kein Klischee und kein Stereotyp liegen und suhlt sich geradezu unverschämt genüsslich in all diesen ätzenden Posen und erbärmlichen Manierismen. Den of Thieves versteht sich in erster Linie als dreckiges, hartes, düsteres Heist-Movie und dieses räudige Stück Macho-Kino wäre nur allzu gern eine neue Version des Genre-Klassikers Heat, für mehr als den ähnlich kleingeistigen und ultra männlichen Sabotage (2014) von David Ayer reicht es aber kaum, denn letztlich bietet der Film einfach kaum mehr als immer wieder diese beinahe schon an Karikaturen erinnernden Schablonen.

 

Das ist besonders ärgerlich, wenn gerade die Actionszenen durchaus solide inszeniert sind und sich sehen lassen können, die Shootouts sitzen und auch der zentrale Coup nicht uninteressant ist und zumindest von einem gewissen Gespür für das Genre zeugt. Leider fällt Den of Thieves immer wieder in seine Macho-Gefilde zurück und sobald die rohen Figuren wieder im Fokus stehen, da verliert diese reißerische Mischung aus Action und Crime-Drama an Reiz und wird schnell ermüdend, langweilig und plump. Auch will kaum ernsthaft Spannung aufkommen, denn dafür ist der Plot viel zu vorhersehbar und uninspiriert, wenn Gudegast sich allzu offensichtlich bei seinen filmischen Vorbildern bedient. Zudem ist beinahe keine einzige Figur im Film auch nur ansatzweise sympathisch geraten und alle glänzen überwiegend durch Belanglosigkeit, so dass man im Finale mit niemandem mitfiebert. In Den of Thieves gibt es keine Konflikte, nur das systematische Abhaken willkürlicher Plotpoints, es gibt keine Figurenentwicklung, sondern nur eindimensionale Schablonen aus der Drehbuch-Hölle. Von allerhand Logiklöchern mal ganz abgesehen. Dann doch lieber The Town (2016) von Ben Affleck oder eben gleich den Genre-Primus aus dem Hause Michael Mann, an dem sich Den of Thieves mehr als nur offensichtlich orientiert.

 

4,5 von 10 vollgepissten Hosen

 

 

Angel Heart (1987)

19. August 2018 at 11:35

 

 

© Tri-Star Pictures/Quelle: IMDb

 

 

 

No matter how cleverly you sneak up on a mirror, your reflection always looks you straight in the eye.“

 

 

 

Der abgehalfterte Privatdetektiv Harry Angel erhält im New York der 50er Jahre vom mysteriösen Louis Cyphre den scheinbar recht simplen Auftrag, einen verschwundenen Schnulzensänger namens Johnny Favorite ausfindig zu machen. Er willigt zögerlich ein und macht sich auf die Suche, doch jeder, den er zu Favorite befragt oder der Informationen liefern könnte, ist kurz darauf tot. Seine Spur führt ihn schließlich bis nach New Orleans, wo er sich mit Rassisten und Okkultismus konfrontiert sieht und schließlich einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur kommt.

 

The flesh is weak. Only the soul is immortal. Blut und Regen, flatternde Hühner und bissige Köter, schmierige Rassisten, hässliche Inzestgesichter, entfesselte Sexualität und das winzige wie geniale Detail eines solch simplen Dinges wie ein Nasenschutz, seltsam fremd und doch so gewöhnlich. Hin und wieder gibt es Filme, die ihrer Zeit um Jahre voraus sind und das Potential haben, unsterblich zu werden. Noch seltener ist eine solche Entwicklung bei ihren Premieren abzusehen, doch nach über zwanzig Jahren lässt sich mancher Status kaum noch leugnen. Blade Runner gehört in diesen Kreis, Heaven´s Gate, Jacob´s Ladder vielleicht und zweifellos auch Angel Heart.

 

Today is Wednesday. It´s anything can happen day. Regisseur Alan Parker verfilmt mit Angel Heart 1987 den neun Jahre älteren Roman Fallen Angel von William Hjortsberg und orientiert sich inhaltlich und strukturell am klassischen Film Noir, erweitert seinen Kosmos jedoch mit fortschreitender Laufzeit mehr und mehr um zahlreiche Elemente aus Horror, Mystery, Okkultismus und Voodoo, wenn wir dem Protagonisten auf seinem Weg zunächst durch die kalten, matschigen, schmuddeligen und düsteren Straßen New Yorks folgen und schließlich im schwül-heißen, kochendem und brodelndem Glutofen Louisiana den Verstand zu verlieren drohen. Überhaupt inszeniert Alan Parker besonders den Süden als eine seltsam unwirkliche Welt abseits dem uns Bekannten, voller uns fremden Bräuche und Sitten, eine Welt, welche nach ihren ganz eigenen Regeln und Gesetzen funktioniert. Zunehmend verliert Angel Heart den Bezug zur Realität, immer mehr bricht das Mysteriöse, das Surreale, das Albtraumhafte durch und sickert fortan ungehindert immerzu mehr und mehr in diese seltsam unwirkliche Welt und evoziert Wahnvorstellungen und Fieberträume.

 

How terrible is wisdom, when it brings no profit to the wise? Parker versteht es meisterhaft und so gnadenlos wie kaum ein anderer, beinahe jedem seiner Bilder Schrecken, Ungewissheit und Angst einzubrennen und konserviert gekonnt nagende Gefühle des Unbehagens und eine diffus allgegenwärtige Bedrohung. Parker will den Zuschauer keineswegs mit dumpfen und vorhersehbaren Schockeffekten erschrecken, sondern versetzt ihn viel lieber in einen Zustand konstanter Anspannung und stetigem Unbehagen irgendwo zwischen Abscheu und Neugierde. Seine Bildsprache ist nahezu vollständig durchdrungen von unzähligen Anspielungen, Hinweisen, Symbolen, Motiven und Verweisen, die allesamt bereits von dem drohenden Unheil künden, welchem sich Harry Angel unausweichlich nähert.

 

The future isn´t what it used to be, Mr. Angel. Angefangen beim Drehbuch und der Dramaturgie über die Figurenzeichnung bis hin zu den Schauplätzen, den Kulissen, der Ausstattung und der Kameraführung stimmt bei Angel Heart nahezu alles. Harry Angel verfängt sich in einem dichten wie nahezu undurchdringlichen Netz aus falschen Fährten, doppelten Böden, mysteriösen Hintermännern und Sackgassen und getreu den Mechanismen des Film Noir bleibt die Handlung eher nebulös, ist der eigentliche Kern von Angel Heart doch ein völlig anderer. Allerdings ist Harry Angel nur oberflächlich betrachtet der klassische Held seines Genres, er ist kein hard boiled private eye, er ist nicht der wortkarge tough guy, der Fall entpuppt sich schnell als zu groß für ihn, ist zweifellos nicht seine Liga, wächst ihm zunehmend über den Kopf und er bekommt Angst.

 

I have old-fashioned ideas about honour. An eye for an eye… stuff like that. Und Mickey Rourke ist ein fantastischer Darsteller, der sicherlich zu oft – auch angesichts seiner beinahe schon tragischen Geschichte – unterschätzt wird, doch er besitzt einen kaum zu leugnenden Makel: er kann im Grunde nur Variationen seiner selbst spielen. Das reicht natürlich nicht für die ganz großen Bühnen dieser Welt, doch wenn er leicht verlotterte Typen spielen kann, die in sich ihrem Kern den verletzlichen kleinen Jungen bewahren konnten, dann ist er großartig. Denn dabei braucht er nicht zu spielen, er braucht bloß nur er selbst zu sein. Es sind die kleinen Gesten, die Blicke, die Art, wie er raucht, die seinem Harry Angel im Detail sehr viele Ecken und Kanten geben und eine relativ vielschichtige Figur glaubwürdig zum Leben erwecken. Dazu gesellt sich der Mut zu einer sehr nuancierten Emotionalität und fragilen Verletzlichkeit, die seiner Figur inne wohnt und sich zutiefst aufrichtig anfühlt, statt aufgesetzt zu wirken. Selten in seiner Karriere hat Rourke SO einnehmend, SO abgerissen, SO eindringlich und SO großartig verloren gespielt wie in Angel Heart.

 

They say there´s enough religion in the world to make men hate each other, but not enough to make them love. Letztlich bleibt Angel Heart ein zeitloses Stück Film, das an der Perfektion kratzt. Ein Film, der auch nach dem Wissen um seinen Twist immer noch hervorragend funktioniert, weil er so sehr voller umwerfender Details ist, es unglaublich viel zu entdecken gibt, Alan Parker eine schier unglaubliche Atmosphäre erschafft und die Performance von Mickey Rourke atemberaubend gut ist. Eine mehrfache Sichtung lohnt sich sogar, denn die zahlreichen Symbole, Motive, Anspielungen und wunderbar doppeldeutigen Dialoge sind ausgesprochen reizvoll zu entdecken und entschlüsseln, manchmal aber auch etwas zu deutlich platziert. Wäre Angel Heart hier einen Hauch leiser, nur etwas weniger vordergründig, dann wäre er wirklich brillant.

 

9,5 von 10 frisch gepellten Eiern.

 

 

 

Prince of the City (1981)

28. Juli 2018 at 19:06

 

 

© Orion Pictures/Warner Bros./Quelle:IMDb

 

 

 

A rat is when they catch you and make you inform. Nobody caught me. This is my setup, this is my action. And I’m never gonna hurt my partners.“

 

 

Danny Ciello ist ein junger, ehrgeiziger und aufstrebender Cop, der trotz seines Alters bereits Leiter einer Spezialeinheit im Kampf gegen die Drogen ist. Doch er und seine Kollegen sind korrupt, sie fingieren Beweise, nehmen Dealern Geld und Drogen ab, versorgen süchtige Informanten mit Stoff und leisten sich ein Leben über ihren Verhältnissen. Doch mit der Zeit nagen Zweifel und Gewissensbisse an Danny und so trifft er die folgenschwere Entscheidung sich der Staatsanwaltschaft als Spitzel anzubieten.

 

Sidney Lumet ist vielleicht einer der größten amerikanischen Geschichtenerzähler und ein sehr guter Beobachter noch dazu. Mit Prince of the City wendet er sich nach Serpico erneut dem Thema Korruption und Verrat innerhalb der Reihen der Polizei zu und erschafft das gnadenlose Psychogramm einer verrottenden Stadt und ermöglicht einen schonungslosen Blick auf diesen kranken Moloch. Lumet legt zwar den Finger in die Wunde, verzichtet dabei aber auf hohle Moral und bleibt lieber nüchtern distanziert zum Geschehen, wenn er seine Hauptfigur weder zum Märtyrer erhebt, noch als vollkommen korrupten Cop ohne jeglichen Bezug zu seinem Ursprung gnadenlos durch den Schmutz zieht und an den Pranger stellt. Vielmehr ist Danny Ciello hin und her gerissen zwischen Selbstzweifeln, Ehrgefühl und Familie, ist geplagt von Gewissensbissen und im steten Kampf mit seinen inneren Dämonen, in dem er blind Freund wie Feind mit sich zieht. Die Grenzen zwischen Gut und Böse, zwischen Recht und Unrecht, die sind schon lange verwischt und einer alles umfassenden Grauzone gewichen, in welcher sich beide Seiten des Gesetzes arrangiert haben.

 

Lumet erzählt die Geschichte eines Verrates, und zwar gleich die eines doppelten, wenn Danny Ciello als Cop seine Berufung verraten hat, sich mit seinen Freunden und Kollegen hat korrumpieren lassen, sich mit der Mafia eingelassen hat. Er ist noch jung, aber schon Chef einer Spezialeinheit im Kampf gegen die Drogen und mit reichlich Freiraum ausgestattet. Sie sind die legendären Stars, die Herren der Stadt, Ciello selbst eben der Prince of the City. Geld, Drogen, Zigarren, Luxus: sie nehmen sich, was sie wollen und lassen nichts aus. Doch dann beginnen ihn Gewissensbisse zu plagen, genährt von den Vorwürfen seines Junkie-Bruders und seines idealistischen Vaters und er nimmt Kontakt mit der Staatsanwaltschaft auf: der Beginn seines gnadenlosen Abstiegs. Und Lumet lässt nichts aus, erspart dem Zuschauer nichts von Danny´s Qualen, zeigt alles, von den zahllosen Lügen und dem Abhörgerät auf seinem Bauch über den Meineid, welchen er schwört, den Schutz, welchen er als Verräter braucht bis hin zur unverhohlenen Verachtung seitens der Staatsanwälte, für die er auch kaum mehr als ein Spielball ist, eine Möglichkeit, Karriere zu machen, und schließlich den Tod seiner Freunde.

 

Und Danny blüht in seinem Dasein als Spitzel nochmals richtig auf, wenn er reihenweise schmutzige Deals aufzeichnet und ehemalige Kollegen ans Messer liefert. Der Eifer, mit dem er auch die heikelsten Treffen verkabelt durchzieht, der grenzt schon an Todessehnsucht. Danny will erwischt werden, will für seinen Verrat bestraft werden, er selbst vermag es nicht zu tun. Seine Dienstwaffe trägt er schon lange nicht mehr und die Schäden sind keineswegs nur körperlicher Natur, denn wenn seine Frau abends die Klebestreifen und Kabel von seiner Brust und seinem Bauch entfernt, dann sind sie nicht zu übersehen, die Spuren ausgetretener Batteriesäure auf Danny´s Körper. Ein Sinnbild des Stigmas durch seinen Verrat. Er hat mehr als nur eine Grenze übertreten und einen Weg zurück gibt es für ihn nicht, er wird den Rest seines Lebens gebrandmarkt bleiben, daran lässt der Schluss keinen Zweifel.

 

Schon einmal hat Sidney Lumet einen Polizisten gegen seine eigenen Leute antreten lassen. In Serpico wird Al Pacino in der Rolle des idealistischen Außenseiters zum Helden im Kampf gegen die Korruption, zum Vorkämpfer einer moralischen Ordnung, zur Galionsfigur einer ganzen Stadt. Trotz allem Leid, welches er erfahren und all der Verluste, welche er erleben muss, Serpico triumphiert am Ende: die Welt kann gereinigt werden, es braucht nur unnachgiebige Idealisten im Kampf gegen den moralischen Verfall an allen Fronten. Danny Ciello jedoch muss erfahren, dass all der unnachgiebige Filz kaum zu durchdringen ist. Sein Triumph ist leiser Natur, mit einem unfassbar hohen Preis erkauft und der vermeintliche Held dennoch als Lügner und Verräter gebrandmarkt. Serpico ist trotz seiner dunklen Seiten ein schöner Traum, Prince of the City hingegen ist die kalte wie schmerzhafte Wirklichkeit.

 

9 von 10 undurchsichtigen Spielen mit doppeltem Boden